Das BVerfG als Super­re­vi­si­ons­in­stanz

Ver­fas­sungs­be­schwer­den wer­den oft­mals mit dem Ziel erho­ben, recht­li­che Aus­le­gun­gen der Fach­ge­rich­te zu kor­ri­gie­ren. Hier hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sich jetzt noch­mals ver­an­lasst gese­hen mit deut­li­chen Wor­ten fest­zu­stel­len, dass die Anwen­dung und Aus­le­gung des (ein­fa­chen) Geset­zes­rechts die Sache der Fach­ge­rich­te, nicht die des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist:

Das BVerfG als Super­re­vi­si­ons­in­stanz

Dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt obliegt kei­ne umfas­sen­de Kon­trol­le der fach­ge­richt­li­chen Aus­le­gung und Anwen­dung des ein­fa­chen Rechts. Es greift nur ein, wenn über­se­hen wor­den ist, dass bei Aus­le­gung und Anwen­dung der jeweils in Rede ste­hen­den Vor­schrif­ten über­haupt Grund­rech­te zu beach­ten waren, wenn Bedeu­tung und Trag­wei­te von Grund­rech­ten, ein­schließ­lich des Gewichts grund­recht­li­cher Belan­ge, ver­kannt wor­den sind oder eine Ent­schei­dung auf sach­frem­den und damit objek­tiv will­kür­li­chen Grün­den beruht.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 29. Okto­ber 2008 – 2 BvR 1268/​07