Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk als Denkmal

26. Juni 2014 | Verwaltungsrecht
Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Ist bereits beim Kauf eines denkmalgeschützten Gebäudes der Sanierungsbedarf bekannt, kann sich der Käufer für eine denkmalrechtliche Genehmigung zum Abriss nicht auf eine wirtschaftliche Unzumutbarkeit des Erhalts der Anlage berufen.

Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Magdeburg in dem hier vorliegenden Fall die Klage eines Eigentümers abgewiesen, der die denkmalrechtliche Genehmigung für den Abriss einer baulichen Anlage begehrt hat. Bei der betroffenen denkmalgeschützten Anlage handelt es sich um das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk in Magdeburg-Salbke, auf dessen Standort der Eigentümer ursprünglich eine Photovoltaikanlage errichten lassen wollte.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Magdeburg haben die Gebäude auch durch das kürzliche Brandereignis ihren Denkmalcharakter nicht verloren. Die Voraussetzungen, die das Denkmalschutzgesetz des Landes für die Zerstörung eines Kulturdenkmals vorsieht, seien nicht erfüllt. Der Kläger könne sich nicht auf eine wirtschaftliche Unzumutbarkeit des Erhalts der Anlagen berufen. Das Verwaltungsgericht hat dabei insbesondere berücksichtigt, dass bereits beim Erwerb des rund 25 Hektar großen Grundstücks zu einem Kaufpreis von etwa 16.000,00 Euro der Sanierungsbedarf der denkmalgeschützten Gebäude bekannt sein musste.

Aus diesen Gründen ist die Klage auf denkmalrechtliche Genehmigung um Abriss des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerke abgewiesen worden.

Verwaltungsgericht Magdeburg, Urteil vom 24. Juni 2014 – 4 A 167/12 MD

 
Weiterlesen auf der Rechtslupe

Weiterlesen auf der Rechtslupe:

Themenseiten zu diesem Artikel: , ,
Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Verwaltungsrecht

 

Zum Seitenanfang