Das Fac­to­ry-Out­let-Cen­ter in der Lüne­bur­ger Hei­de und die kon­kur­rie­ren­de Nach­bar­ge­mein­de

Das Lan­des-Raum­ord­nungs­pro­gramm Nie­der­sach­sen 1 2008, nach dem abwei­chend von Satz 1 bis 6 an nur einem Stand­ort in der Tou­ris­mus­re­gi­on Lüne­bur­ger Hei­de ein Her­stel­ler-Direkt­ver­kaufs­zen­trum mit einer Ver­kaufs­flä­che von höchs­tens 10.000 qm errich­tet wer­den kann, gewährt ein­zel­nen Gemein­den kei­ne sub­jek­ti­ve Rechts­po­si­ti­on.

Das Fac­to­ry-Out­let-Cen­ter in der Lüne­bur­ger Hei­de und die kon­kur­rie­ren­de Nach­bar­ge­mein­de

§ 2 Abs. 2 Satz 2 Alt. 1 Bau­GB, nach dem sich Gemein­den im Rah­men der inter­kom­mu­na­len Abstim­mung auch auf die ihnen durch Zie­le der Raum­ord­nung zuge­wie­se­nen Funk­tio­nen beru­fen kön­nen, erfor­dert eine hin­rei­chend kla­re und bestimm­te Zuwei­sung einer raum­ord­ne­ri­schen Funk­ti­on. Eine Kann-Vor­schrift, nach der an nur einem Stand­ort ein Her­stel­ler-Direkt­ver­kaufs­zen­trum errich­tet wer­den kann, sofern und soweit die­ses raum­ver­träg­lich ist, stellt kei­ne der­ar­ti­ge Funk­ti­ons­zu­wei­sung dar.

Kon­kur­rie­ren zwei Nach­bar­ge­mein­den der­ar­tig um die Ansied­lung eines Her­stel­ler-Direkt­ver­kaufs­zen­trums, dass die Errich­tung des einen Vor­ha­bens die Rea­li­sie­rung des ande­ren recht­lich oder fak­tisch aus­schließt, so ver­engt sich die Abwä­gung im Rah­mern der inter­kom­mu­na­len Abstim­mung auf die Fra­ge, wel­cher Gemein­de unter städ­te­bau­li­chen Gesichts­punk­ten eher zuge­mu­tet wer­den kann, die eige­ne Pla­nung auf­zu­ge­ben.

Eine Gemein­de, die sich hin­sicht­lich der Ansied­lung eines groß­flä­chi­gen Han­dels­vor­ha­bens in direk­ter Kon­kur­renz zu einer Nach­bar­ge­mein­de befin­det, kann bei der pla­ne­ri­schen Abwä­gung auch Aspek­te wie die jewei­li­ge zen­tral­ört­li­che Funk­ti­on und die Ein­woh­ner­zahl bei­der Gemein­den als Hilfs­kri­te­ri­en her­an­zie­hen. Es gibt kei­nen Rechts­satz, der dafür spricht, dass ein deut­lich grö­ße­rer Ort zuguns­ten eines klei­ne­ren Ortes bzw. ein Ober- oder Mit­tel­zen­trum zuguns­ten eines Grund­zen­trums auf die Pla­nung eines groß­flä­chi­gen Han­dels­be­trie­bes ver­zich­ten muss, soweit nicht im kon­kre­ten Fall erheb­li­che städ­te­bau­li­che Belan­ge dafür spre­chen, dass ein Fest­hal­ten an der Pla­nung unzu­mut­ba­re Aus­wir­kun­gen auf die Nach­bar­ge­mein­de hat.

Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg, Beschluss vom 9. Novem­ber 2010 – 2 B 54/​10

  1. Abschnitt 2.3 Zif­fer 03 Satz 11 bis 16 LROP[]