Das Frei­luft-Rock­kon­zert und die Ruhe der Nach­barn

Einem Nach­barn ist es zuzu­mu­ten, bei Rock­kon­zer­ten die Fens­ter geschlos­sen zu hal­ten. Zumin­dest 22 Mal im Jahr.

Das Frei­luft-Rock­kon­zert und die Ruhe der Nach­barn

Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin die Kla­ge einer Anwoh­ne­rin gegen eine Kon­zert­ver­an­stal­tungs­rei­he in der Zita­del­le Span­dau abge­wie­sen.

Gegen­stand des Ver­fah­rens war die Recht­mä­ßig­keit meh­re­rer den Ver­an­stal­tern von der Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit, Umwelt und Ver­brau­cher­schutz erteil­ter lärm­schutz­recht­li­cher Geneh­mi­gun­gen für die Ver­an­stal­tungs­rei­hen der Jah­re 2009, 2010 und 2011. Gegen­wär­tig fin­det erneut auf dem Gelän­de der Zita­del­le Span­dau in der Zeit vom 29. Mai bis zum 20. August 2011 das sog. "cita­del music fes­ti­val" statt. Die Klä­ge­rin hat mit ihrer Kla­ge ins­be­son­de­re die Häu­fig­keit und die Dau­er der Kon­zert­ver­an­stal­tun­gen gerügt sowie eine Unzu­mut­bar­keit der zuge­las­se­nen Lärm­pe­gel bzw. eine Belas­tung durch tief­fre­quen­te Geräu­sche gel­tend gemacht.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt folg­te der lärm­em­pflind­li­chen Nach­ba­rin jedoch nicht: Die Klä­ge­rin sei durch die Kon­zert­ver­an­stal­tun­gen nicht in ihren Rech­ten ver­letzt. Kei­ner der Rich­ter habe am 7. Juni 2011 in der Woh­nung der Klä­ge­rin bei geschlos­se­nem Fens­ter stö­ren­de Geräu­sche irgend­wel­cher Art wahr­neh­men kön­nen, obschon ein vor­her­ge­hen­der Besuch der Kon­zert­ver­an­stal­tung gezeigt habe, dass inner­halb der Zita­del­le Span­dau mit erheb­li­cher Laut­stär­ke eine stark bass­las­ti­ge, rhyth­mi­sche und schlag­zeug­be­ton­te Rock­mu­sik dar­ge­bo­ten wor­den sei. Es sei der Klä­ge­rin zuzu­mu­ten, an den 22 Ver­an­stal­tungs­ta­gen des Jah­res 2011 für die Dau­er der Ver­an­stal­tun­gen die bereits im Jah­re 2008 in der Woh­nung ein­ge­bau­ten Schall­schutz­fens­ter geschlos­sen zu hal­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 16. Juni 2011 – VG 10 K 175.09