Das gänz­lich unge­eig­ne­te Ableh­nungs­ge­such

Ein Ableh­nungs­ge­such, das ledig­lich Aus­füh­run­gen ent­hält, die zur Begrün­dung der Besorg­nis der Befan­gen­heit gänz­lich unge­eig­net sind, ist offen­sicht­lich unzu­läs­sig.

Das gänz­lich unge­eig­ne­te Ableh­nungs­ge­such

Bei offen­sicht­li­cher Unzu­läs­sig­keit bedarf es kei­ner dienst­li­chen Stel­lung­nah­me des abge­lehn­ten Rich­ters; die­ser ist auch von der Ent­schei­dung über das offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ableh­nungs­ge­such nicht aus­ge­schlos­sen 1.

Ein Schrei­ben des Bericht­erstat­ters bie­tet kei­nen Anlass, an der Unvor­ein­ge­nom­men­heit und objek­ti­ven Ein­stel­lung des Rich­ters zu zwei­feln, wenn er sei­ne vor­läu­fi­ge Rechts­auf­fas­sung in sach­li­cher Form wie­der­gibt. Ein sol­ches Bericht­erstat­ter­schrei­ben ist als im Rah­men einer zuläs­si­gen rich­ter­li­chen Auf­klä­rungs­tä­tig­keit getrof­fe­ne Maß­nah­me üblich und nicht geeig­net, eine Besorg­nis der Befan­gen­heit zu begrün­den 2.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 29. Sep­tem­ber 2016 – 2 BvC 16/​15

  1. vgl. BVerfGE 11, 1, 3; BVerfGK 8, 59, 60[]
  2. vgl. BVerfGE 4, 143, 144; 42, 88, 90[]