Das Kon­su­lat bucht kei­nen „Bil­lig­flug“

Für eine im Wege kon­su­la­ri­scher Hil­fe orga­ni­sier­te Rück­rei­se muss das Aus­wär­ti­ge Amt kei­nen „Bil­lig­flug“ buchen, da die­se erfah­rungs­ge­mäß nicht immer die kos­ten­güns­tigs­te Form der Hil­fe dar­stel­len.

Das Kon­su­lat bucht kei­nen „Bil­lig­flug“

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines deut­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen abge­wie­sen, nach des­sen Mei­nung die Kos­ten sei­nes Rück­flugs aus Thai­land hät­ten redu­ziert wer­den müs­sen. Der sei­ner­zeit mit­te­lo­se Klä­ger hielt sich im Jah­re 2012 mit abge­lau­fe­nem Visum in Thai­land auf, wo er nach einem Kran­ken­aus­auf­ent­halt in Abschie­be­haft genom­men wur­de. Für sei­ne im Wege kon­su­la­ri­scher Hil­fe orga­ni­sier­te Rück­rei­se ver­lang­te das Aus­wär­ti­ge Amt u.a. die Erstat­tung der Aus­la­gen i.H.v. 858,77 Euro für den Rück­flug. Dage­gen wand­te der Klä­ger ein, die Bot­schaft hät­te die Kos­ten mit der früh­zei­ti­gen Buchung eines „Bil­lig­flugs“ redu­zie­ren kön­nen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin wähl­ten die deut­schen Aus­lands­ver­tre­tun­gen zu Recht für soge­nann­te Heim­schaf­fun­gen im Wege der kon­su­la­ri­schen Hil­fe in der Regel Direkt­flü­ge nam­haf­ter Flug­ge­sell­schaf­ten. „Bil­lig­flü­ge“ stell­ten sich erfah­rungs­ge­mäß nicht als die kos­ten­güns­tigs­te Form der Hil­fe dar. Die­se Flü­ge böten regel­mä­ßig kei­ne kos­ten­frei­en Umbu­chungs­mög­lich­kei­ten, die aber in sol­chen Fäl­len häu­fig not­wen­dig sei­en. Oft ver­zö­ge­re sich die Rück­rei­se, weil der Hil­fe­emp­fän­ger nicht recht­zei­tig von sei­nem Auf­ent­halts­ort zur Bot­schaft oder zum Flug­ha­fen gelan­gen kön­ne, er plötz­lich rei­se­un­fä­hig erkran­ke oder sei­ne Ange­le­gen­hei­ten im Aus­land noch nicht geord­net habe. Die feh­len­de täg­li­che Ver­füg­bar­keit von „Bil­lig­flü­gen“ sowie etwai­ge Zwi­schen­stopps könn­ten zu zusätz­li­chen Auf­ent­halts­zei­ten und damit zu wei­te­ren Kos­ten für Unter­brin­gung und Ver­pfle­gung des mit­tel­lo­sen Hil­fe­be­dürf­ti­gen füh­ren.

Im Fal­le des Klä­gers habe einer lang­fris­ti­gen Buchung eines sol­chen Flu­ges außer­dem ent­ge­gen­ge­stan­den, dass der Rück­trans­port zur Abkür­zung der für sei­ne Gesund­heit ungüns­ti­gen Abschie­be­haft zeit­nah erfol­gen soll­te.

Daher hat der Klä­ger für sei­ne von der deut­schen Aus­lands­ver­tre­tung im Wege kon­su­la­ri­scher Hil­fe orga­ni­sier­te Rück­rei­se aus Thai­land die ange­fal­le­nen Flug­kos­ten zu erstat­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 10. Febru­ar 2014 – VG 34 K 204.12