Das rechts­miss­bräuch­li­che Ableh­nungs­ge­such.

Bei der Ableh­nung eines Rich­ters müs­sen ernst­haf­te Umstän­de ange­führt wer­den, die die Befan­gen­heit des ein­zel­nen Rich­ters recht­fer­ti­gen. Sol­che Umstän­de sind nicht dar­ge­legt.

Das rechts­miss­bräuch­li­che Ableh­nungs­ge­such.

Ein Ableh­nungs­ge­such42 Abs. 1 ZPO) stellt sich als rechts­miss­bräuch­lich und damit als unzu­läs­sig dar, wenn es sich sich unter­schieds­los gegen alle an der Ent­schei­dung betei­lig­ten Rich­ter rich­tet, ohne dass die Besorg­nis der Befan­gen­heit aus kon­kre­ten in der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen ent­hal­te­nen Anhalts­punk­ten, aus per­sön­li­chen Bezie­hun­gen der Rich­ter zu den Betei­lig­ten oder zur Streit­sa­che oder sons­ti­gen ernst­haf­ten Umstän­den her­ge­lei­tet wird oder sonst erkenn­bar ist [1].

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall, in dem sich die Klä­ge­rin im Wesent­li­chen auf all­ge­mei­ne Rechts­aus­füh­run­gen zu dem ihrer Auf­fas­sung nach unrich­ti­gen Beschluss und dem sub­stanz­lo­sen Vor­wurf beschränk­te, der Bun­des­ge­richts­hof habe durch die Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on ihren Rechts­schutz­weg „frau­en­feind­lich“ ver­kürzt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Juli 2020 – III ZR 100/​19

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 26.11.2015 – III ZB 37/​15 3; vom 23.04.2015 – III ZA 11/​15 3 sowie vom 26.08.2014 – III ZR (Ü) 1/​14, Beck­RS 2014, 17823 Rn. 2; BGH, Beschlüs­se vom 12.10.2011 – V ZR 8/​10, NJW-RR 2012, 61 Rn. 8; und vom 10.04.2008 – AnwZ (B) 102/​05, Beck­RS 2008, 7419 Rn. 4; jew. mwN[]