Das nicht zuge­las­se­ne Rechts­mit­tel – und der Anspruch auf den gesetz­li­chen Rich­ter

Wird in einer Ent­schei­dung ent­ge­gen den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen die Revi­si­on nicht zuge­las­sen, so ver­stößt dies gegen die Gewähr­leis­tung des gesetz­li­chen Rich­ters gemäß Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG, wenn sich die Ent­schei­dung inso­weit als objek­tiv will­kür­lich erweist und den Zugang zur nächs­ten Instanz unzu­mut­bar erschwert 1.

Das nicht zuge­las­se­ne Rechts­mit­tel – und der Anspruch auf den gesetz­li­chen Rich­ter

Hier­für genügt die feh­ler­haf­te Hand­ha­bung der maß­geb­li­chen Zulas­sungs­vor­schrif­ten allein nicht 2. Will­kür­lich ist eine Ent­schei­dung viel­mehr erst dann, wenn sie unter kei­nem denk­ba­ren Aspekt recht­lich ver­tret­bar ist 3.

Der Annah­me einer will­kür­li­chen Ent­schei­dung steht es ent­ge­gen, wenn sich das Gericht mit der Rechts­la­ge ein­ge­hend aus­ein­an­der­setzt und sei­ne Rechts­auf­fas­sung nicht jedes sach­li­chen Grun­des ent­behrt 4.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 23. Sep­tem­ber 2016 – 2 BvR 1797/​15

  1. vgl. BVerfGE 42, 237, 241; 67, 90, 94 f.; 87, 282, 284 f.[]
  2. vgl. BVerfGE 67, 90, 95; 87, 282, 284 f.; BVerfGK 2, 202, 204[]
  3. vgl. BVerfGE 4, 1, 7; 80, 48, 51[]
  4. vgl. BVerfGE 89, 1, 13 f.; 96, 189, 203[]