Das Reichs­ver­mö­gen-Gesetz und die ver­fris­te­ten Rück­fall­an­sprü­che des Lan­des Berlin

Für Ansprü­che nach dem Reichs­ver­mö­gen-Gesetz auf Aus­kehr des Erlö­ses aus dem Ver­kauf von Grund­stü­cken, die der Bund vor dem 1. Janu­ar 2005 ver­äu­ßert hat, ist die Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben nicht passivlegitimiert.

Das Reichs­ver­mö­gen-Gesetz und die ver­fris­te­ten Rück­fall­an­sprü­che des Lan­des Berlin

Art. 134 Abs. 3 GG begrün­det kei­nen unmit­tel­ba­ren Anspruch auf das von der Rege­lung erfass­te Rück­fall­ver­mö­gen; ein sol­cher Anspruch besteht nur nach Maß­ga­be des gemäß Art. 134 Abs. 4 GG erlas­se­nen Reichs­ver­mö­gen-Geset­zes (Bestä­ti­gung des Urteils vom 18. Mai 2000 – BVerwG 3 C 8.00BVerw­GE 111, 188).

Die Wah­rung der Aus­schluss­frist des § 5 Abs. 1 RVermG setzt für Ansprü­che auf in Ber­lin bele­ge­nes Rück­fall­ver­mö­gen vor­aus, dass die­se gegen­über dem Bund in der Zeit vom 3. Okto­ber 1990 bis zum Ablauf des 2. Okto­ber 1991 gel­tend gemacht wor­den sind.

Der Bund ver­stößt nicht gegen sei­ne Pflicht zu län­der­freund­li­chem Ver­hal­ten, wenn er unter­ge­gan­ge­ne Rück­fall­an­sprü­che des Lan­des Ber­lin wegen Ablaufs der Aus­schluss­frist des § 5 Abs. 1 RVermG nicht mehr erfüllt. Eine sol­che Wei­ge­rung ist auch nicht wider­sprüch­lich oder treu­wid­rig.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 11. Sep­tem­ber 2013 – 8 C 11.12