Das uner­wünsch­te Fac­to­ry-Out­let-Cen­ter in der Nach­bar­stadt

Eine Ver­let­zung von Rech­ten der Stadt Lim­burg durch den an die Stadt Mon­ta­baur ertei­len Ziel­ab­wei­chungs­be­scheid hin­sicht­lich des geplan­ten Fac­to­ry-Out­let-Cen­ters (FOC) im ICE-Park Mon­ta­baur ist nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz offen­sicht­lich aus­ge­schlos­sen.

Das uner­wünsch­te Fac­to­ry-Out­let-Cen­ter in der Nach­bar­stadt

Bereits 2006 ließ das Land Rhein­land-Pfalz auf Antrag der Stadt Mon­ta­baur eine Abwei­chung vom städ­te­bau­li­chen Inte­gra­ti­ons­ge­bot des Lan­des­ent­wick­lungs­pro­gramms (LEP) III hin­sicht­lich des geplan­ten FOC mit einer Ver­kaufs­flä­che von 10.000 qm zu. Die hier­ge­gen gerich­te­te Kla­ge der Stadt Lim­burg wies das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt rechts­kräf­tig ab, da durch die­se Ent­schei­dung Rech­te der Stadt nicht ver­letzt sein könn­ten.

Nach Inkraft­tre­ten des LEP IV erging auf Antrag der Stadt Mon­ta­baur unter dem 14. Sep­tem­ber 2010 ein wei­te­rer Bescheid. Danach gilt die Abwei­chung vom städ­te­bau­li­chen Inte­gra­ti­ons­ge­bot auch für das ent­spre­chen­de Ziel (Z) 58 des LEP IV; für die Errich­tung des FOC im ICE-Park Mon­ta­baur wur­de zudem hin­sicht­lich der Innen­stadt und des zen­tra­len Ver­sor­gungs­be­rei­ches von Mon­ta­baur eine Abwei­chung vom Nicht­be­ein­träch­ti­gungs­ge­bot (Z 60) des LEP IV zuge­las­sen. Mit die­sem Bescheid war die Stadt Lim­burg nicht ein­ver­stan­den und erhob hier­ge­gen Kla­ge, die erfolg­los blieb.

Die Kla­ge sei schon man­gels Kla­ge­be­fug­nis unzu­läs­sig, ent­schied nun das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz. Das städ­te­bau­li­che Inte­gra­ti­ons­ge­bot (Z 58) des LEP IV ver­fol­ge, wie auch schon das ent­spre­chen­de Gebot im LEP III, aus­schließ­lich städ­te­bau­li­che Zie­le in Bezug auf den Innen­stadt­be­reich der betrof­fe­nen Stand­ort­ge­mein­de. Es ent­fal­te kei­ne Schutz­wir­kun­gen zu Guns­ten von benach­bar­ten Kom­mu­nen. Durch die erteil­te Abwei­chung vom Nicht­be­ein­träch­ti­gungs­ge­bot (Z 60) des LEP IV sei eine Ver­let­zung der Klä­ge­rin in eige­nen Rech­ten eben­falls offen­sicht­lich aus­ge­schlos­sen. Zwar habe die­ses Gebot grund­sätz­lich dritt­schüt­zen­de Wir­kung für zen­tra­le Orte. Jedoch habe das Land eine Abwei­chung vom Nicht­be­ein­träch­ti­gungs­ge­bot nur erteilt, soweit die Innen­stadt von Mon­ta­baur bzw. deren zen­tra­le Ver­sor­gungs­be­rei­che vom Schutz­be­reich des Z 60 erfasst sei­en. Einen dar­über hin­aus­ge­hen­den Rege­lungs­ge­halt habe die erteil­te Abwei­chung nicht. Mit­hin könn­ten Rechts­po­si­tio­nen der Stadt Lim­burg durch die ange­grif­fe­ne Ziel­ab­wei­chung nicht ver­letzt sein.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 19. Mai 2011 – 1 K 1204/​10.KO

  1. Abschnitt 2.3 Zif­fer 03 Satz 11 bis 16 LROP[]