Das Ver­bot Tau­ben zu füt­tern

Das Ver­bot, Tau­ben zu füt­tern, um die Tau­ben­po­pu­la­ti­on zu regu­lie­ren, ist rech­tens und ver­stößt nicht gegen den Tier­schutz.

Das Ver­bot Tau­ben zu füt­tern

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer Bür­ge­rin abge­wie­sen, die sich damit gegen ein Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot der Stadt Stutt­gart gewehrt hat. Die Lan­des­haupt­stadt Stutt­gart hat­te mit Bescheid vom 13. April 2011 gegen die Klä­ge­rin zur Abwehr von Gesund­heits­ge­fah­ren ein auf die Gene­ral­klau­sel des Poli­zei­ge­set­zes sowie eine Poli­zei­ver­ord­nung der Stadt gestütz­tes Ver­bot ver­fügt, ver­wil­der­te Haus­tau­ben und Wild­tau­ben im Stadt­ge­biet zu füt­tern. Der Klä­ge­rin wur­de fer­ner unter­sagt, Fut­ter, das zum Füt­tern von ver­wil­der­ten Haus­tau­ben und Wild­tau­ben bestimmt ist, aus­zu­le­gen. Schließ­lich erging an sie das Gebot, Fut­ter für ande­re Vögel so aus­zu­le­gen, dass es von ver­wil­der­ten Haus­tau­ben und Wild­tau­ben nicht erreicht wer­den kann. Dage­gen hat die Frau Kla­ge erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Verr­wal­tungs­ge­richts Stutt­gart ist das Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot geeig­net, den Bestand an Tau­ben im Stadt­ge­biet zu ver­rin­gern und ihre Anzahl auf einem nied­ri­gen Niveau zu sta­bi­li­sie­ren und dadurch den durch die gro­ße Anzahl von Stadt­tau­ben für die Bevöl­ke­rung bestehen­den Gesund­heits­ge­fah­ren und der Ver­un­rei­ni­gung und Beschä­di­gung von Bau­wer­ken und Denk­mä­lern durch Tau­ben­kot ent­ge­gen­zu­wir­ken. Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg hat bereits 2005 in einem Urteil zu einer ver­gleich­ba­ren Poli­zei­ver­ord­nung einer ande­ren baden-würt­tem­ber­gi­schen Groß­stadt ent­schie­den1, dass ein ent­spre­chen­des Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot auch weder gegen das Staats­ziel des Tier­schut­zes in Art. 20a GG noch gegen Grund­rech­te des Ein­zel­nen ver­stößt. Die­ser Ansicht hat sich das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart ange­schlos­sen. Das durch Rechts­ver­ord­nung der Lan­des­haupt­stadt Stutt­gart zum Zwe­cke der Regu­lie­rung der Tau­ben­po­pu­la­ti­on nor­mier­te Tau­ben­füt­te­rungs­ver­bot ist nicht zu bean­stan­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 27. Mai 2014 – 5 K 433/​12

  1. VGH Baden-Württmberg, Urteil vom 27.09.2005 – 1 S 261/​05