Deckblattverfahren für eine Ortsumgehung

Bei dem so ge­nann­ten Deck­blatt­ver­fah­ren han­delt es sich um ein üb­li­ches Ver­fah­ren, mit dem Än­de­run­gen des aus­ge­leg­ten Plans und sons­ti­ger Un­ter­la­gen im Sinne des § 73 Abs. 8 Satz 1 VwVfG vor­ge­nom­men und kennt­lich ge­macht wer­den. Um In­halt und Um­fang der aus­ge­leg­ten Un­ter­la­gen und den Ab­lauf des Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens zu do­ku­men­tie­ren, ge­nügt es, die im Deck­blatt­ver­fah­ren ge­än­der­ten Un­ter­la­gen un­ge­stem­pelt mit den An­ga­ben über die Aus­le­gung in den Akten zu be­las­sen und kennt­lich zu ma­chen, dass sie durch Deck­blät­ter er­gänzt oder er­setzt wor­den sind.

Deckblattverfahren für eine Ortsumgehung

Wird im Rah­men einer Ver­kehrs­pro­gno­se für die Be­rech­nung des zu­künf­ti­gen Ver­kehrs­auf­kom­mens auf die aus den Struk­tur­da­ten ab­leit­ba­re wirt­schaft­li­che Ge­samt­ent­wick­lung eines be­stimm­ten Rau­mes und nicht auf ein­zel­ne Un­ter­neh­men und Vor­ha­ben ab­ge­stellt, ist es me­tho­disch grund­sätz­lich nicht zu be­an­stan­den, die Er­öff­nung einer neuen Pro­duk­ti­ons­stät­te als ein bei den Struk­tur­da­ten ein­ge­rech­ne­tes Er­eig­nis zu be­trach­ten.

Die Tras­sie­rung einer Orts­um­ge­hung durch die be­bau­te Orts­la­ge ist nicht aus­ge­schlos­sen, wenn die Stre­cken­füh­rung und Aus­bau­kon­zep­ti­on ihr die den Cha­rak­ter einer Orts­durch­fahrt be­stim­men­den Merk­ma­le nimmt (wie Ur­teil vom 9. Juni 2004 – BVerwG 9 A 11.03 – Buch­holz 406.400 § 61 BNatSchG 2002 Nr. 5 S. 41).

Ma­ß­geb­lich für die Ein­tei­lung einer Stra­ße in eine Ka­te­go­ri­en­stu­fe der bun­des­ein­heit­li­chen Richt­li­ni­en für die An­la­ge von Stra­ßen (RAS-N) bzw. die funk­tio­na­le Glie­de­rung des Stra­ßen­net­zes (RIN) ist eine funk­tio­na­le Be­trach­tungs­wei­se des plan­fest­ge­stell­ten (Netz-)Ab­schnitts. Die Un­ter­schei­dung zwi­schen in­ner­halb und au­ßer­halb be­bau­ter Ge­bie­te lie­gen­den Stra­ßen ist nur er­heb­lich, so­weit sich in­ner­orts Ver­bin­dungs- und Er­schlie­ßungs- bzw. Auf­ent­halts­funk­ti­on der Stra­ße über­la­gern.

Ein die durch­schnitt­li­chen Kos­ten ak­ti­ven Lärm­schut­zes pro Schutz­fall um ein Viel­fa­ches über­stei­gen­der Kos­ten­auf­wand für den Schutz eines zu­sätz­li­chen Im­mis­si­ons­or­tes kann un­ver­hält­nis­mä­ßig sein.

Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 30. Mai 2012 – 9 A 35.10