Demons­tra­ti­ons­ver­bot im Stutt­gar­ter Haupt­bahn­hof

Unter Wür­di­gung der kon­kre­ten Ört­lich­kei­ten des Stutt­gar­ter Haupt­bahn­hofs erscheint es zwei­fel­haft, ob die Kopf­bahn­steig­hal­le des Stutt­gar­ter Haupt­bahn­hofs den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in der Fra­port-Ent­schei­dung (1 BvR 699/​06) ent­wi­ckel­ten Anfor­de­run­gen an einen Ort all­ge­mei­nen kom­mu­ni­ka­ti­ven Ver­kehrs im Sin­ne des Leit­bil­des des öffent­li­chen Forums genügt.

Demons­tra­ti­ons­ver­bot im Stutt­gar­ter Haupt­bahn­hof

Im Fall eines Auf­zugs durch die Kopf­bahn­steig­hal­le des Stutt­gar­ter Haupt­bahn­hofs muss jeden­falls die beson­de­re Bedeu­tung die­ses zen­tra­len Ver­kehrs­kno­ten­punk­tes sowie die dar­aus fol­gen­de spe­zi­fi­sche Gefähr­dungs­la­ge der Sicher­heit und Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Ver­kehrs­be­trie­bes berück­sich­tigt wer­den. Ver­samm­lungs­be­schrän­ken­de Maß­nah­men kön­nen daher unter weni­ger stren­gen Bedin­gun­gen erlas­sen wer­den.

Bei einem geplan­ten Auf­zug von cir­ca 1.000 Teil­neh­mern durch die Kopf­bahn­steig­hal­le des Stutt­gar­ter Haupt­bahn­hofs im Rah­men der sog. „Mon­tags­de­mos“ im Zusam­men­hang mit dem Pro­test gegen das Bahn­pro­jekt „Stutt­gart 21″ dürf­te von einer hin­rei­chend sub­stan­ti­ier­ten Gefah­ren­pro­gno­se aus­zu­ge­hen sein, die ein Teil­ver­bot des Auf­zu­ges zu recht­fer­ti­gen ver­mag. Weni­ger ein­schnei­den­de Mit­tel als das ver­füg­te Teil­ver­bot dürf­ten sich im kon­kre­ten Fall als nicht rea­li­sier­bar und damit unge­eig­net erwei­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 2. März 2012 – 5 K 691/​12