Der als unzu­läs­sig abge­lehn­te Asyl­an­trag

Die Ableh­nung eines Asyl­an­tra­ges als unzu­läs­sig nach § 29 Abs. 1 Nr. 3 AsylG ist mit der Anfech­tungs­kla­ge anzu­grei­fen 1.

Der als unzu­läs­sig abge­lehn­te Asyl­an­trag

Die Fest­stel­lung in dem Bescheid, dass sich die Asyl­be­wer­be­rin­nen auf­grund ihrer Ein­rei­se aus Polen, einem siche­ren Dritt­staat im Sin­ne von Art. 16a Abs. 2 Satz 1 GG, § 26a Abs. 2 AsylG i.V.m. Anla­ge I zum AsylG nicht auf Art. 16a Abs. 1 GG beru­fen kön­nen und in sol­chen Fäl­len grund­sätz­lich auch weder über das Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen der Zuer­ken­nun­gen des inter­na­tio­na­len Schut­zes noch über das Vor­lie­gen von Abschie­bungs­ver­bo­ten nach § 60 Abs. 5 oder 7 Auf­en­thG zu ent­schei­den ist, stellt sich nach Inkraft­tre­ten des Inte­gra­ti­ons­ge­set­zes der Sache nach als Ent­schei­dung über die Unzu­läs­sig­keit eines Asyl­an­tra­ges nach § 29 Abs. 1 Nr. 3 AsylG dar.

Nach der neue­ren Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts 2 sind jeden­falls seit der Zusam­men­fas­sung der ver­schie­de­nen Unzu­läs­sig­keits­grün­de in § 29 Abs. 1 AsylG Beschei­de, die einen Asyl­an­trag ohne Prü­fung der mate­ri­ell­recht­li­chen Aner­ken­nungs­vor­aus­set­zun­gen, also ohne wei­te­re Sach­prü­fung, als unzu­läs­sig ableh­nen, mit der Anfech­tungs­kla­ge anzu­grei­fen; inso­weit kommt auch kein ein­ge­schränk­ter, auf die Durch­füh­rung eines Asyl­ver­fah­rens beschränk­ter Ver­pflich­tungs­an­trag in Betracht.

Das Gericht hat vor der Auf­he­bung einer rechts­wid­ri­gen Unzu­läs­sig­keits­ent­schei­dung ledig­lich zu prü­fen, ob die­se auf der Grund­la­ge eines ande­ren, auf glei­cher Stu­fe ste­hen­den Unzu­läs­sig­keits­tat­be­stan­des auf­recht­erhal­ten blei­ben kann. Dies gilt auch für die Kla­ge gegen eine auf § 29 Abs. 1 Nr. 3 AsylG i.V.m. § 26a AsylG gestütz­te Unzu­läs­sig­keits­ent­schei­dung wegen der Ein­rei­se aus einem siche­ren Dritt­staat.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteilv om 01. Juni 2017 – 1 C 9.17

  1. wie BVerwG, Urteil vom 14.12 2016 – 1 C 4.16[]
  2. BVerwG, Urteil vom 14.12 2016 – 1 C 4.16InfAuslR 2017, 162 17 ff.[]