Der bei der Poli­zei abge­ge­be­ne Hund

Wird ein bei der Poli­zei abge­ge­be­nes Tier von einem Tier­schutz­ver­ein dort abge­holt und vor­über­ge­hend unter­ge­bracht, hat der Ver­ein kei­nen Zah­lungs­an­spruch gegen das Land wegen Ersatz der erbrach­ter Pfle­ge­kos­ten.

Der bei der Poli­zei abge­ge­be­ne Hund

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Tier­schutz­ver­eins abge­wie­sen, der vom Land als Trä­ger der Poli­zei­auf­ga­ben die Pfle­ge- und sons­ti­gen Kos­ten für einen Hund ersetzt ver­langt hat. Eine Auto­fah­re­rin hat­te den Hund an eine Leit­plan­ke ange­bun­den auf einem Auto­bahn­park­platz gefun­den und zur nächs­ten Poli­zei­au­to­bahn­sta­ti­on gebracht. Von dort war er sodann von einem Mit­ar­bei­ter des Tier­schutz­ver­eins abge­holt, tier­ärzt­lich behan­delt und anschlie­ßend für 28 Tage im Tier­heim unter­ge­bracht wor­den. Der Klä­ger hat­te hier­für zunächst eine Rech­nung über 561,75 € an die ört­li­che Ver­bands­ge­mein­de­ver­wal­tung als Fund­be­hör­de gestellt, die sich jedoch – eben­so wie die Vete­ri­när­be­hör­de des Krei­ses – für unzu­stän­dig erklärt hat­te. Danach wand­te sich der Klä­ger an die Poli­zei, die indes­sen eben­falls eine Zah­lung ablehn­te, da es sich bei dem Hund um ein Fund­tier gehan­delt habe und des­halb vor­ran­gig das Fund­amt in Anspruch zu neh­men sei. Die Poli­zei habe das Tier von der Fin­de­rin ledig­lich als ers­te Anlauf­stel­le ange­nom­men und umge­hend den Tier­schutz­ver­ein ver­stän­digt. Dar­auf­hin ist Kla­ge erho­ben wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz ste­he zum einen dem Klä­ger kein Anspruch auf einen ange­mes­se­nen Aus­gleich wegen eines durch poli­zei­li­che Inan­spruch­nah­me als soge­nann­ter Nicht­stö­rer ent­stan­de­nen Scha­dens zu. Die Poli­zei habe nicht in Rech­te des Klä­gers ein­ge­grif­fen. Ins­be­son­de­re habe sie nicht kraft ihrer poli­zei­li­chen Befug­nis­se von ihm ver­langt, den Hund im Tier­heim unter­zu­brin­gen, son­dern den Klä­ger ledig­lich über den Fund infor­miert, wor­auf­hin ein Mit­ar­bei­ter des Ver­eins das Tier auf der Dienst­stel­le abge­holt habe. Da es damit zugleich an ent­spre­chen­den über­ein­stim­men­den Ver­trags­er­klä­run­gen feh­le, sei auch kein pri­vat­recht­li­cher Auf­trags- und Ver­wah­rungs­ver­trag zwi­schen den Betei­lig­ten zustan­de gekom­men, auf den der Klä­ger den gel­tend gemach­ten Zah­lungs­an­spruch stüt­zen kön­ne.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 6. Febru­ar 2013 – 2 K 907/​12.KO