Der Besuch von PKK-nahen Ver­an­stal­tun­gen

Tat­be­stand­li­ches Unter­stüt­zen einer ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung im Sin­ne des § 54 Nr. 5 Auf­en­thG kann auch die wie­der­hol­te Teil­nah­me als Zuhö­rer an Ver­an­stal­tun­gen PKK-naher Grup­pie­run­gen sein, die erkenn­bar (auch) der Pro­pa­gan­da zuguns­ten der PKK und ihrer Nach­fol­ge­or­ga­ni­sa­tio­nen die­nen. Ablauf und Hin­ter­grund der jewei­li­gen Ver­an­stal­tung bedür­fen eben­so wie die Fra­ge nach dem not­wen­di­gen sub­jek­ti­ven Moment (Zure­chen­bar­keit) und die erfor­der­li­che Abgren­zung von der zuläs­si­gen Wahr­neh­mung des Rechts auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung regel­mä­ßig nähe­rer Klä­rung.

Der Besuch von PKK-nahen Ver­an­stal­tun­gen

Wenn der Auf­ent­halts­be­en­di­gung tat­säch­li­che oder recht­li­che Hin­der­nis­se ent­ge­gen­ste­hen, kann die Anord­nung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung einer auf § 54 Nr. 5 Auf­en­thG gestütz­ten Aus­wei­sungs­ver­fü­gung auch allein zu dem Zweck, die Mel­de­pflicht und die räum­li­che Beschrän­kung nach § 54a Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Auf­en­thG her­bei­zu­füh­ren, in Betracht kom­men.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 8. Dezem­ber 2010 – 11 S 2366/​10