Der Beweis­an­trag im Ver­wal­tungs­pro­zess – und sei­ne Ableh­nung durch Wahr­un­ter­stel­lung

Auch der vom Unter­su­chungs­grund­satz bestimm­te Ver­wal­tungs­pro­zess kennt die Mög­lich­keit, einen Beweis­an­trag durch "Wahr­un­ter­stel­lung" abzu­leh­nen.

Der Beweis­an­trag im Ver­wal­tungs­pro­zess – und sei­ne Ableh­nung durch Wahr­un­ter­stel­lung

Die­se Ver­fah­rens­wei­se setzt vor­aus, dass die behaup­te­te Bewei­s­tat­sa­che im Fol­gen­den so behan­delt wird, als wäre sie wahr (vgl. § 244 Abs. 3 Satz 2 a.E. StPO), was regel­mä­ßig nur für nicht ent­schei­dungs­er­heb­li­che Behaup­tun­gen in Fra­ge kommt 1.

Das Gericht darf sich daher im wei­te­ren Ver­lauf nicht in Wider­spruch zu den als wahr unter­stell­ten Annah­men set­zen und muss sie "ohne jede inhalt­li­che Ein­schrän­kung" in ihrem mit dem Betei­lig­ten­vor­brin­gen gemein­ten Sinn behan­deln, als wären sie nach­ge­wie­sen 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 27. Juni 2019 – 2 B 7.18

  1. BVerwG, Beschluss vom 12.08.1998 – 7 B 162.98 2 mit Nach­wei­sen der älte­ren Rspr[]
  2. BVerwG, Urteil vom 24.03.1987 – 9 C 47.85, BVerw­GE 77, 150, 155; Beschlüs­se vom 20.09.1993 – 4 B 125.93 7; und vom 03.12 2012 – 2 B 32.12 12[]