Der bis­si­ge Hund

Sind zwei Per­so­nen von einem Hund gebis­sen wor­den, hat der Hund sich als bis­sig und damit als gefähr­li­cher Hund i.S.d. Lan­des­ge­set­zes Rhein­land-Pfalz über gefähr­li­che Hun­de (LHundG) erwie­sen.

Der bis­si­ge Hund

So die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­rens gegen die Ord­nungs­ver­fü­gung, einen Schä­fer­hund­misch­ling inner- und außer­orts nur noch ange­leint und zudem inner­orts mit Maul­korb aus­zu­füh­ren. Die Ver­bands­ge­mein­de Kell am See hat­te dem Antrag­stel­ler nach Hin­wei­sen aus der Bevöl­ke­rung, dass sein Schä­fer­hund­misch­ling, der inner- und außer­orts unan­ge­leint aus­ge­führt wer­de, bereits zwei Per­so­nen gebis­sen habe, mit für sofort voll­zieh­ba­rer Ord­nungs­ver­fü­gung auf­ge­ge­ben, den Hund inner- und außer­orts nur noch ange­leint und zudem inner­orts mit Maul­korb aus­zu­füh­ren. Dage­gen wand­te sich der Antrag­stel­ler mit der Begrün­dung, die Maß­nah­men sei­en unver­hält­nis­mä­ßig, nach­dem ein Gut­ach­ten des Dienst­hun­de­füh­rers des Poli­zei­prä­si­di­ums Trier zu dem Ergeb­nis gekom­men sei, dass es sich nicht um einen gefähr­li­chen Hund han­de­le. Das Ergrei­fen der soeben beschrie­be­nen Maß­nah­men wur­de aber auch vom Gut­ach­ter emp­foh­len, da der Hund bei Unter­schrei­ten der kri­ti­schen Distanz mit Kör­per­kon­takt hoch sen­si­bel reagie­re, was meist zu unvor­her­ge­se­he­nem aggres­si­vem Ver­hal­ten füh­re, wel­ches der Hun­de­hal­ter nicht in jeder Situa­ti­on sicher zu beherr­schen schei­ne.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier sei die ange­foch­te­ne Ver­fü­gung recht­mä­ßig erfolgt. Nach­dem der Hund unstrei­tig zwei Per­so­nen gebis­sen habe, habe er sich als bis­sig und damit als gefähr­li­cher Hund i.S.d. Lan­des­ge­set­zes über gefähr­li­che Hun­de (LHundG) erwie­sen. In einem sol­chen Fal­le bestehe grund­sätz­lich Ver­an­las­sung dazu, Maß­nah­men nach dem LHundG zu ergrei­fen, wozu die von der Ver­bands­ge­mein­de ergrif­fe­nen Maß­nah­men zähl­ten.

Die ange­ord­ne­ten Maß­nah­men sei­en auch nicht unver­hält­nis­mä­ßig. Zur Ver­hin­de­rung von Beiß­ge­fah­ren sei ein Lei­nenzwang allei­ne nur bedingt geeig­net, da auch der ange­lein­te Hund zubei­ßen oder sich los­rei­ßen kön­ne.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Beschluss vom 23. Mai 2013 – 1 L 593/​13.TR