Der ehe­ma­li­ge Poli­ti­ker als Ver­fas­sungs­rich­ter – und das offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ableh­nungs­ge­such

Ein Ableh­nungs­ge­such, das ledig­lich Aus­füh­run­gen ent­hält, die zur Begrün­dung der Besorg­nis der Befan­gen­heit gänz­lich unge­eig­net sind, ist offen­sicht­lich unzu­läs­sig. Bei offen­sicht­li­cher Unzu­läs­sig­keit bedarf es kei­ner dienst­li­chen Stel­lung­nah­me des abge­lehn­ten Rich­ters; die­ser ist auch von der Ent­schei­dung über das offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ableh­nungs­ge­such nicht aus­ge­schlos­sen1

Der ehe­ma­li­ge Poli­ti­ker als Ver­fas­sungs­rich­ter – und das offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ableh­nungs­ge­such

Aus der blo­ßen vor­her­ge­hen­den amt­li­chen Tätig­keit eines Rich­ters kann eine Besorg­nis der Befan­gen­heit nicht abge­lei­tet wer­den2.

Blo­ße poli­ti­sche Äuße­run­gen zu aktu­el­len poli­ti­schen The­men stel­len, wenn nicht beson­de­re Umstän­de hin­zu­tre­ten, kei­nen Anlass dar, eine Besorg­nis der Befan­gen­heit zu hegen3.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 24. Juni 2019 – 2 BvC 37/​18

  1. vgl. BVerfGE 11, 1, 3; BVerfGK 8, 59, 60
  2. vgl. BVerfGE 42, 88, 90; vgl. BVerfG, Beschluss vom 15.08.2017 – 2 BvC 67/​14, Rn. 3
  3. vgl. BVerfGE 35, 246, 253; 73, 330, 337