Der Gebrauch von E-Zigaretten in Gaststätten und das Rauchverbot

Das Nichtraucherschutzgesetz diene außerdem dem Schutz von Nichtrauchern vor den Gefahren des Tabakrauchs. In der E-Zigarette wird eine – meist nikotinhaltige – Flüssigkeit verdampft und kein Tabak verbrannt, also wird schon vom Wortsinn her nicht geraucht.

Der Gebrauch von E-Zigaretten in Gaststätten und das Rauchverbot

Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Köln in dem hier vorliegenden Fall einem Kölner Gastwirt Recht gegeben, der in seiner Gaststätte den Konsum von E-Zigaretten geduldet hat. Die beklagte Stadt Köln erfuhr davon und kündigte Ordnungsmaßnahmen an. Die Stadt Köln ist der Auffassung, dass der Gebrauch von E-Zigaretten unter das Nichtraucherschutzgesetz des Landes NRW (NiSchG) falle und daher in Gaststätten verboten sei. Der Kläger meint, bei dem Genuss von E-Zigaretten werde nicht geraucht, weil keine Verbrennung stattfinde. Die Einbeziehung von E-Zigaretten in das Rauchverbot sei außerdem verfassungswidrig.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Köln werde die E-Zigarette nicht im Sinne des Gesetzes “geraucht”. Beim “Rauchen” werde Rauch inhaliert, der durch die Verbrennung von Tabakprodukten entstehe. Da in der E-Zigarette eine – meist nikotinhaltige – Flüssigkeit verdampfe und kein Tabak verbrannt werde, werde schon vom Wortsinn her nicht geraucht.

Das Nichtraucherschutzgesetz diene außerdem dem Schutz von Nichtrauchern vor den Gefahren des Tabakrauchs. Die Gefahren des Passivrauchens und die aus dem Konsum von E-Zigaretten folgenden Risiken seien demgegenüber nicht vergleichbar. Passivrauchen führe vielfach zu schwerwiegenden Gesundheitsgefahren in Form von Krebs- oder Herz-/Kreislauferkrankungen, die durch die schädlichen Stoffe im Tabakrauch ausgelöst würden. Diese Verbrennungsstoffe fehlten im Dampf der E-Zigarette. Auch gelangten deutlich weniger ultrafeine Partikel in die Raumluft, und Langzeitfolgen seien ungeklärt.

Angesichts dieser Unterschiede zur herkömmlichen Zigarette hätte es einer hinreichend bestimmten und klaren Regelung des Gesetzgebers zur E-Zigarette im NiSchG bedurft, die fehle. Die bloße Aussage in der Gesetzesbegründung, dass ein umfassendes Rauchverbot auch für die E-Zigarette gelten solle, reiche nicht aus.

Das Verwaltungsgericht hat daher entschieden, dass E-Zigaretten in Gaststätten nicht verboten sind.

Verwaltungsgericht Köln, Urteil vom 25. Februar 2014 – 7 K 4612/13