Der Grund­satz der alters­an­ge­mes­se­nen Schul­we­ge

Auch im Fall gemein­sa­mer Ein­schu­lungs­be­rei­che müs­sen alters­an­ge­mes­se­ne Schul­we­ge von jedem Wohn­ort zu jeder Grund­schu­le bestehen, die von Schul­an­fän­gern unter Berück­sich­ti­gung der loka­len Gege­ben­hei­ten zu Fuß zu bewäl­ti­gen sind.

Der Grund­satz der alters­an­ge­mes­se­nen Schul­we­ge

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall von Eil­an­trä­gen auf Auf­nah­me in die Grund­schu­le am Arkona­platz in Ber­lin. Das Bezirks­amts Mit­te von Ber­lin hat ver­schie­de­ne Schu­len des Bezirks zu gemein­sa­men Ein­schu­lungs­be­rei­chen zusam­men­ge­fasst. Zum Ein­schu­lungs­be­reich 07 gehö­ren die Grund­schu­le am Arkona­platz, die Kas­ta­ni­en­baum-Grund­schu­le, die Grund­schu­le am Kop­pen­platz, die Papa­ge­no-Grund­schu­le, die Gus­tav-Fal­ke-Grund­schu­le, die Vine­ta-Grund­schu­le und die Hein­rich-Sei­del-Grund­schu­le. Meh­re­re im frü­he­ren Ein­schu­lungs­be­reich der Grund­schu­le am Arkona­platz woh­nen­de Schul­an­fän­ger hat­ten sich um die Auf­nah­me in die­se Schu­le bemüht, waren aber geschei­tert, weil sie die für gemein­sa­me Ein­schu­lungs­be­rei­che gel­ten­den Auf­nah­me­kri­te­ri­en nicht erfüll­ten und zudem kein Los­glück hat­ten. Daher haben sie Anträ­ge auf Auf­nah­me in die­se Schu­le gestellt.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin sei­en die gemein­sa­men Ein­schu­lungs­be­rei­che rechts­wid­rig, weil die­se den Grund­satz der alters­an­ge­mes­se­nen Schul­we­ge unbe­rück­sich­tigt lie­ßen. Auch im Fall gemein­sa­mer Ein­schu­lungs­be­rei­che müss­ten alters­an­ge­mes­se­ne Schul­we­ge von jedem Wohn­ort zu jeder Grund­schu­le bestehen, die von Schul­an­fän­gern unter Berück­sich­ti­gung der loka­len Gege­ben­hei­ten zu Fuß zu bewäl­ti­gen sei­en. Der Zuschnitt des Ein­schu­lungs­be­reichs las­se die­sen Grund­satz außer Acht. So müss­ten z.B. Kin­der, die im Post­leit­zah­len­be­zirk 10178 wohn­ten und die Hein­rich-Sei­del-Grund­schu­le besu­chen soll­ten, einen Schul­weg von mehr als 3 km und damit einen mehr als 45-minü­ti­gen Fuß­weg in Kauf neh­men. Zahl­rei­che wei­te­re Schul­we­ge betrü­gen mehr als 2 km und sei­en daher eben­falls zu lang.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin hat den Eil­an­trä­gen auf Auf­nah­me statt­ge­ge­ben.

In einem ande­ren Fall bean­stan­de­te das Ver­wal­tungs­ge­richt zwar den Zuschnitt des Ein­schu­lungs­be­reichs 04, sprach dem Antrag­stel­ler aber kei­nen Platz in der bean­trag­ten Han­sa-Grund­schu­le zu, weil er nicht im frü­he­ren Ein­schu­lungs­be­reich die­ser Schu­le woh­ne und ande­re Kin­der Vor­rang gehabt hät­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschlüs­se vom 27. und 28. Juni 2013 – 9 L 246.13 und 9 L 181.13