Der Grund­stücks­kauf, nur um gegen eine Auto­bahn kla­gen zu kön­nen

Eine Kla­ge ist unzu­läs­sig, wenn dem Klä­ger gegen einen geplan­ten Wei­ter- und Neu­bau einer Auto­bahn die Kla­ge­be­fug­nis fehlt, weil er sein Grund­ei­gen­tum, das in dem in west­li­cher Rich­tung fol­gen­den Teil­ab­schnitt der geplan­ten Auto­bahn­tras­se liegt, nur erwor­ben hat, um die Vor­aus­set­zun­gen für eine ande­ren­falls nicht mög­li­che Pro­zess­füh­rung zu schaf­fen.

Der Grund­stücks­kauf, nur um gegen eine Auto­bahn kla­gen zu kön­nen

So die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts in dem Fall einer Bür­ger­initia­ti­ve, die gegen den geplan­ten Neu­bau des 5,9 km lan­gen Teil­stücks Hel­sa Ost bis Hes­sisch Lich­ten­au-West der A 44 in Hes­sen geklagt hat­te.

Die Auto­bahn A 44, die eine Lücke im Fern­stra­ßen­netz zwi­schen dem Ruhr­ge­biet und Dres­den schlie­ßen soll, hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bereits in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach beschäf­tigt: Die kla­ge­ab­wei­sen­den Urtei­le vom 14. April 2010 [1] und vom 12. März 2008 [2] betra­fen die an den nun­mehr umstrit­te­nen Teil­ab­schnitt öst­lich angren­zen­den Teil­ab­schnit­te Hes­sisch Lich­ten­au-Ost bis Has­sel­bach und von Hes­sisch Lich­ten­au-West bis Hes­sisch Lich­ten­au-Mit­te.

In dem nun ent­schie­de­nen Rechts­streits berief sich der Klä­ger auf sein Grund­ei­gen­tum, das in dem in west­li­cher Rich­tung fol­gen­den Teil­ab­schnitt der geplan­ten Auto­bahn­tras­se liegt. Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ist die­se Kla­ge unzu­läs­sig. Dem Klä­ger fehlt die Kla­ge­be­fug­nis, denn er hat das Grund­stück im Fol­ge­ab­schnitt nur erwor­ben, um die Vor­aus­set­zun­gen für eine ande­ren­falls nicht mög­li­che Pro­zess­füh­rung zu schaf­fen. Außer­dem ist er durch den hier plan­fest­ge­stell­ten Abschnitt nicht unmit­tel­bar betrof­fen, da die­ser kei­nen Zwangs­punkt für den Fol­ge­ab­schnitt setzt. Daher ist die Kla­ge abge­wie­sen wor­den.

BVerwG 9 A 6.10 – Urteil vom 25. Janu­ar 2012

  1. BVerwG, Urteil vom 14.04.2010 – 9 A 5.08[]
  2. BVerwG, Urteil vom 12.03.2008 – 9 A 3.06[]