Der iso­lier­te Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trag im Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren

Die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe ist im Ver­fah­ren über eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de ent­spre­chend §§ 114 ff. ZPO zuläs­sig1. Auch die iso­lier­te Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine noch zu erhe­ben­de Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist nicht aus­ge­schlos­sen2.

Der iso­lier­te Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trag im Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren

Pro­zess­kos­ten­hil­fe ist aller­dings nur zu bewil­li­gen, wenn dies unbe­dingt erfor­der­lich erscheint3.

Das ist der Fall, wenn der Betrof­fe­ne gehin­dert ist, sei­ne Rech­te selbst und ohne anwalt­li­che Hil­fe ange­mes­sen wahr­zu­neh­men, er die Kos­ten der Pro­zess­füh­rung nach sei­nen per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen nicht auf­brin­gen kann und die beab­sich­tig­te Rechts­ver­fol­gung hin­rei­chen­de Aus­sicht auf Erfolg bie­tet und nicht mut­wil­lig erscheint4.

Die­se Vor­aus­set­zun­gen lie­gen nicht vor, wenn der Antrag­stel­ler weder dar­legt, dass er gehin­dert ist, sei­ne Rech­te selbst und ohne anwalt­li­che Hil­fe ange­mes­sen wahr­zu­neh­men, noch, dass er die Kos­ten anwalt­li­cher Bera­tung nach sei­nen per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen nicht auf­brin­gen kann.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 2. Juli 2019 – 2 BvR 427/​19

  1. vgl. BVerfGE 1, 109, 110 ff.; 1, 415, 416; 79, 252, 253; 92, 122, 123
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 02.12 2016 – 1 BvR 2014/​16, Rn. 3
  3. vgl. BVerfGE 27, 57; 78, 7, 19; 92, 122, 123; BVerfG, Beschluss vom 02.12 2016 – 1 BvR 2014/​16, Rn. 2
  4. vgl. BVerfG, Beschluss vom 02.12 2016 – 1 BvR 2014/​16, Rn. 2