Der Lea­sing­ver­trag als Geschäfts­ge­heim­nis

Ein Lea­sing­ver­trag für den Dienst­wa­gen des Bür­ger­meis­ters unter­liegt dem Geschäfts­ge­heim­nis der jewei­li­gen Fahr­zeug – Fir­ma. Der Zugang zu Geschäfts­ge­heim­nis­sen hängt nach dem Lan­des­in­for­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz von der Ein­wil­li­gung der betrof­fe­nen Fir­ma ab.

Der Lea­sing­ver­trag als Geschäfts­ge­heim­nis

So das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall über Zugang zum Lea­sing­ver­trag für den Dienst­wa­gen des Bür­ger­meis­ters der Stadt Neu­stadt an der Wein­stra­ße. Ein Bür­ger begehr­te Zugang zum Inhalt des von der Stadt mit der Fir­ma BMW geschlos­se­nen Lea­sing­ver­tra­ges für den Dienst­wa­gen des Bür­ger­meis­ters. Nach­dem die beklag­te Stadt dem in Neu­stadt wohn­haf­ten Klä­ger auf des­sen Anfra­ge mit­ge­teilt hat­te, dass dem Bür­ger­meis­ter ein von der Fir­ma BMW geleas­ter Dienst­wagen zur Ver­fü­gung ste­he, begehr­te er Aus­kunft über die Höhe der Lea­sing­ra­ten und Zugang zu dem Lea­sing­ver­trag. Auf Nach­fra­ge der Stadt, ob die Fir­ma BMW mit einer Offen­le­gung des Lea­sing­ver­tra­ges ein­ver­stan­den sei, ver­wei­ger­te die­se ihre Zustim­mung unter Beru­fung auf das Geschäfts­ge­heim­nis. Dar­auf­hin lehn­te die Stadt die vom Klä­ger gewünsch­te Aus­kunft ab. Nach­dem sei­ne Kla­ge vom Ver­wal­tungs­ge­richt 1 abge­wie­sen wor­den ist, hat der Klä­ger sein Ziel vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz wei­ter­ver­folgt.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz unter­lä­gen die begehr­ten Infor­ma­tio­nen dem Geschäfts­ge­heim­nis der Fir­ma BMW. So habe das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt zu Recht ent­schie­den. Nach dem Lan­des­in­for­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz hän­ge der Zugang zu Geschäfts­ge­heim­nis­sen von der Ein­wil­li­gung der betrof­fe­nen Fir­ma ab, die BMW jedoch nicht erteilt habe. Ein Geschäfts­ge­heim­nis set­ze neben dem Man­gel an der Offen­kun­dig­keit der zugrun­de­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen ein berech­tig­tes Inter­es­se des Unter­neh­mens an deren Nicht­ver­brei­tung vor­aus. Auch kon­kre­te Ver­trags­ge­stal­tun­gen könn­ten als Geschäfts­ge­heim­nis­se geschützt sein. Im vor­lie­gen­den Fall habe die beklag­te Stadt über­zeu­gend dar­ge­legt, dass durch die Offen­le­gung des Lea­sing­ver­tra­ges über den Dienst­wa­gen des Bür­ger­meis­ters die Wett­be­werbs­po­si­ti­on von BMW nach­tei­lig beein­flusst wer­de. Das Lea­sing­ge­schäft mit Dienst­wa­gen die­ne nach dem Ver­triebs­kon­zept von BMW nicht nur dem Absatz von Fahr­zeu­gen, son­dern auch der Erzie­lung von Wer­be­ef­fek­ten, wel­che mit der Benut­zung von Dienst­fahr­zeu­gen der eige­nen Mar­ke ver­bun­den sei­en. Allein die­se Wer­be­wir­kung sei für BMW von erheb­li­cher Bedeu­tung, sodass sie ein berech­tig­tes Inter­es­se an der Geheim­hal­tung der Lea­sing­ver­trä­ge und ihrer ein­zel­nen Ver­trags­be­stand­tei­le habe. Denn sie befin­de sich auf dem Markt für Dienst­fahr­zeu­ge in Kon­kur­renz mit meh­re­ren ande­ren Unter­neh­men. Die­se Wett­be­werbs­si­tua­ti­on wer­de ent­schei­dend durch den Inhalt der Lea­sing­ver­trä­ge und dabei gera­de auch von den ein­zel­nen Ver­trags­be­din­gun­gen wie etwa die monat­li­chen Lea­sing­ra­ten, die Art des Lea­sings sowie die Höhe einer etwai­gen An- und Rest­zah­lung geprägt.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 8. Janu­ar 2014 – 10 A 11064/​13.OVG

  1. Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Urteil vom 06.09.2013 – 4 K 242/​13.NW[]