Der mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Wider­ruf der Erschwer­nis­zu­la­ge

Ohne die Betei­li­gung des Per­so­nal­ra­tes ist der Wider­ruf einer Erschwer­nis­zu­la­ge unzu­läs­sig.

Der mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Wider­ruf der Erschwer­nis­zu­la­ge

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Ser­vice­be­trie­bes der Stadt Osna­brück, der die Zah­lung von Erschwer­nis­zu­la­gen an 30 Arbeit­neh­mer des Ser­vice­be­trie­bes ein­ge­stellt hat­te ohne den Per­so­nal­rat zu betei­li­gen. Des­halb hat der Per­so­nal­rat des Ser­vice­be­trie­bes die Fest­stel­lung begehrt, dass er ein Mit­bets­im­mungs­recht hat.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Osna­brück fol­ge die Unzu­läs­sig­keit des Wider­ru­fes der Zula­ge ohne die Betei­li­gung des Per­so­nal­ra­tes aus § 65 Abs. 2 Nr. 2 des Nds. Per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­set­zes (NPers­VG). Danach bestim­me der Per­so­nal­rat bei der Zah­lung sämt­li­cher Zula­gen an Arbeit­neh­mer mit. Das­sel­be gel­te für die recht­li­che Behand­lung der Ent­zie­hung einer Zula­ge als Gegen­teil ihrer Zuer­ken­nung (actus con­tra­ri­us). Damit sol­le dem Per­so­nal­rat die Erfül­lung der ihm zuge­wie­se­nen Auf­ga­be ermög­licht wer­den, zu prü­fen, ob die jeweils gel­ten­den gesetz­li­chen und tarif­li­chen Bestim­mun­gen ein­ge­hal­ten wür­den und der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz beach­tet wer­de. Dar­über hin­aus habe der Per­so­nal­rat nach § 63 Satz 2 NPers­VG auch einen Anspruch dar­auf, dass der Wider­ruf der Zula­ge zurück­ge­nom­men wer­de, denn Maß­nah­men, die ohne die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Betei­li­gung des Per­so­nal­ra­tes getrof­fen wor­den sei­en, dürf­ten nicht voll­zo­gen wer­den. Dem stün­den weder Rech­te Drit­ter oder ein öffent­li­ches Inter­es­se noch ande­re Umstän­de ent­ge­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück, Beschluss vom 15. Janu­ar 2013 – 8 A 3/​12