Der Moschee­ver­ein im Ver­fas­sungs­schutz­be­richt

Der Ber­li­ner Ver­fas­sungs­schutz darf einen Moschee­ver­ein in sei­nem Ver­fas­sungs­schutz­be­richt erwäh­nen. Gegen die Erwäh­nung des Ver­eins „Neu­köll­ner Begeg­nungs­stät­te“ (NBS) im Ber­li­ner Ver­fas­sungs­schutz­be­richt bestehen nach einer Eil­ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin vor­erst kei­ne Beden­ken.

Der Moschee­ver­ein im Ver­fas­sungs­schutz­be­richt

Der genann­te Ver­ein ist Trä­ger der Dar as-Salam-Moschee in Ber­lin-Neu­kölln und wird seit 2014 im Ver­fas­sungs­schutz­be­richt des Lan­des Ber­lin erwähnt. Hin­ter­grund sind des­sen Ver­bin­dun­gen zur Isla­mi­schen Gemein­schaft in Deutsch­land e.V. (IGD); die IGD ist die mit­glie­der­stärks­te Orga­ni­sa­ti­on von Anhän­gern der Mus­lim­bru­der­schaft in Deutsch­land. Zuletzt wur­den die­se Ver­bin­dun­gen im Ver­fas­sungs­schutz­be­richt für 2016 dar­ge­stellt und bestimm­te Ver­an­stal­tun­gen in den Räum­lich­kei­ten des NBS benannt. Dazu wur­de u.a. über die Grün­dungs­ver­an­stal­tung und die Zusam­men­set­zung des „Fat­wa-Aus­schus­ses Deutsch­land“ berich­tet. Hier­ge­gen wand­te sich der Ver­ein im Wege des Eil­rechts­schut­zes; er sieht sich ins­be­son­de­re in sei­ner Reli­gi­ons­frei­heit ver­letzt.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt wies den Eil­an­trag zurück. Die Bericht­erstat­tung über den Antrag­stel­ler im Ver­fas­sungs­schutz­be­richt ste­he im Ein­klang mit dem Ber­li­ner Ver­fas­sungs­schutz­ge­setz. Die dem Bericht zugrun­de geleg­ten Tat­sa­chen sei­en zutref­fend; die fest­ge­stell­ten Ver­bin­dun­gen des Antrag­stel­lers zur IGD bestün­den tat­säch­lich. Da die Mus­lim­bru­der­schaft mit der IGD im Bun­des­ge­biet Bestre­bun­gen ver­fol­ge, die gegen die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung gerich­tet sei­en, sei der Bericht über deren Ver­bin­dun­gen zum Antrag­stel­ler gerecht­fer­tigt. Die Mus­lim­bru­der­schaft zie­le auf die Besei­ti­gung oder Außer­kraft­set­zung wesent­li­cher Ver­fas­sungs­grund­sät­ze. Unter ande­rem wol­le die­se unter Ver­schleie­rung ihrer Vor­ge­hens­wei­se, eine isla­mi­sche Rechts­ord­nung auf der Grund­la­ge der Scha­ria schaf­fen, was ver­fas­sungs­feind­lich sei. Die Bericht­erstat­tung sei auch ver­hält­nis­mä­ßig. Sie sei zur Auf­klä­rung der Öffent­lich­keit geeig­net und erfor­der­lich und grei­fe daher nicht unan­ge­mes­sen in die Rech­te des Antrag­stel­lers ein.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 25. April 2018 – VG 1 L 515.17