Der nicht aus­ge­schöpf­te fach­ge­richt­li­che Eil­rechts­schutz

Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Streit­fall einen Zustand durch einst­wei­li­ge Anord­nung vor­läu­fig regeln, wenn dies zur Abwehr schwe­rer Nach­tei­le, zur Ver­hin­de­rung dro­hen­der Gewalt oder aus einem ande­ren wich­ti­gen Grund zum gemei­nen Wohl drin­gend gebo­ten ist. Dabei gilt auch in dem dem Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren vor­ge­la­ger­ten ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Eil­rechts­schutz­ver­fah­ren der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät (vgl. § 90 Abs. 2 BVerfGG).

Der nicht aus­ge­schöpf­te fach­ge­richt­li­che Eil­rechts­schutz

Der Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt kommt daher ledig­lich in Betracht, wenn der Antrag­stel­ler bestehen­de Mög­lich­kei­ten, fach­ge­richt­li­chen Eil­rechts­schutz zu erlan­gen, aus­ge­schöpft hat 1.

Damit das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die vor­ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen einer einst­wei­li­gen Anord­nung prü­fen kann, ist – wie bezüg­lich der Rechts­weg­er­schöp­fung 2 – regel­mä­ßig Vor­trag des Antrag­stel­lers dazu erfor­der­lich, dass der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät dem ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Eil­rechts­schutz nicht ent­ge­gen­steht.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 13. August 2019 – 1 BvQ 66/​19

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 24.05.2017 – 2 BvQ 26/​17, Rn. 2 m.w.N.; stRspr[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 18.03.2019 – 1 BvQ 90/​18, Rn. 13[]