Der Schat­ten­wurf eines Gebäu­des

Ist bei einer geplan­ten Errich­tung eines vier­stö­cki­gen Gebäu­des davon aus­zu­ge­hen, dass die zu erwar­ten­de Erhö­hung des Lärm­pe­gels im vor­han­de­nen Ver­kehrs­lärm unter­geht und vom mensch­li­chen Gehör nicht als Pegel­er­hö­hung wahr­zu­neh­men ist, sind kei­ne Nach­bar­rech­te ver­letzt. Dar­über hin­aus exis­tiert kein Recht, von Schat­ten­wurf ver­schont zu blei­ben. Ein dro­hen­der Schat­ten­wurf durch das Nach­bar­ge­bäu­de ist hin­zu­neh­men.

Der Schat­ten­wurf eines Gebäu­des

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren ent­schie­den, mit dem sich gegen die Errich­tung des Zen­trums für Sys­tem­bio­lo­gie (BRICS) am Reben­ring in Braun­schweig Gebäu­de­ei­gen­tü­mer auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Reben­rin­ges gewehrt haben. Die­se hat­ten gegen den Bau ein­ge­wandt, dass durch das Zen­trum erhöh­ter Ver­kehrs­lärm und erhöh­te Abgas­im­mis­sio­nen zu erwar­ten sei­en. Dar­über hin­aus wer­de das ca. 80 m lan­ge, vier­stö­cki­ge Gebäu­de, in dem das BRICS unter­ge­bracht wer­den soll, auch ihre Gebäu­de ver­schat­ten.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig auf die gut­ach­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens abge­stellt, wonach bei einer Belas­tung des Reben­rings von ca. 1000 Fahr­zeu­gen stünd­lich (tags) unter Berück­sich­ti­gung der neu errich­te­ten Park­plät­ze, der Haus­tech­nik des Gebäu­des und von Schall­re­flek­tio­nen von einer Erhö­hung des Lärm­pe­gels von 0,4 dB (A) aus­zu­ge­hen ist. Die­se Erhö­hung gehe im vor­han­de­nen Ver­kehrs­lärm unter und sei vom mensch­li­chen Gehör nicht als Pegel­er­hö­hung wahr­zu­neh­men.

Erhöh­te Abgas­im­mis­sio­nen sei­en bei einem stünd­li­chen Mehr­ver­kehr von 35 Fahr­zeu­gen ange­sichts des Ver­kehrs­auf­kom­mens am Reben­ring und der Tat­sa­che, dass die Gebäu­de der Antrags­stel­ler einen erheb­li­chen Abstand zum Emis­si­ons­ort auf­wie­sen, hin­zu­neh­men.

Letzt­lich sei auch ein dro­hen­der Schat­ten­wurf durch die Nach­barn hin­zu­neh­men. Die Rich­ter wei­sen dar­auf hin, dass ein Recht dar­auf von Schat­ten­wurf ver­schont zu blei­ben, nicht exis­tie­re. Das BRICS hal­te auch nicht nur den erfor­der­li­chen Grenz­ab­stand von 8, 25 m ein, viel­mehr sei die­ser mit 17,50 m mehr als dop­pelt so groß wie erfor­der­lich.

Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig, Beschluss vom 10. Dezem­ber 2013 – 2 B 1660/​13