Der Sta­tus einer kirch­li­chen Stif­tung

Die evan­ge­li­sche Kir­che ist nicht legi­ti­miert, die Geneh­mi­gung einer Sat­zung für eine Stif­tung anzu­grei­fen. Es kann aber nach § 22 Hess­StiftG ein Ver­fah­ren ange­strengt wer­den, in dem der Sta­tus einer Stif­tung geklärt wird.

Der Sta­tus einer kirch­li­chen Stif­tung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge der Evan­ge­li­schen Kir­che gegen das Land Hes­sen abge­wie­sen. Das Land hat­te der Stif­tung "Prä­senz zu Büdin­gen" am 3. Janu­ar 2012 für ihre Sat­zung die Geneh­mi­gung erteilt. Die Evan­ge­li­sche Kir­che hat ihre Kla­ge gegen die Geneh­mi­gung damit begrün­det, dass es sich in die­sem Fall um eine kirch­li­che Stif­tung han­de­le, wes­halb das Land die Geneh­mi­gung nur im Ein­ver­neh­men mit der Kir­che hät­te ertei­len dür­fen.

Die­ser Argu­men­ta­ti­on konn­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen nicht fol­gen: In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Klä­ge­rin nicht legi­ti­miert sei, die Geneh­mi­gung der Sat­zung anzu­grei­fen. Viel­mehr sei sie gehal­ten gewe­sen, vor­ab und vor­ran­gig ein sta­tus­recht­li­ches Ver­fah­ren zu betrei­ben, ob eine kirch­li­che Stif­tung vor­lie­ge. Dies erge­be sich aus § 22 Hess­StiftG, der aus­drück­lich für die Klä­rung des Sta­tus einer Stif­tung ein eigen­stän­di­ges Ver­fah­ren vor­se­he. Eine inzi­den­te Prü­fung im vor­lie­gen­den Kla­ge­ver­fah­ren erfol­ge daher nicht.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen, Urteil vom 12. Novem­ber 2013 – 8 K 818/​13.GI