Der Stein­bruch und die Grund­stücks­ei­gen­tü­mer

Ein Grund­stücks­ei­gen­tü­mer wird durch die berg­recht­li­che Bewil­li­gung zur Gewin­nung des Boden­schat­zes (noch) nicht in sei­nen Eigen­tums­rech­ten ver­letzt.

Der Stein­bruch und die Grund­stücks­ei­gen­tü­mer

Kei­nen Erfolg hat­ten daher drei Grund­stücks­ei­gen­tü­mer aus Hohendubrau/​Land­kreis Gör­litz mit ihren Kla­gen auf Ver­pflich­tung des Säch­si­chen Ober­berg­amts, die einem Berg­bau­un­ter­neh­men erteil­te Bewil­li­gung zum Gesteins­ab­bau auf ihren Flä­chen zu wider­ru­fen, das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den wies ihre ab.

Das Säch­si­sche Ober­berg­amt erteil­te 1996 der Rechts­vor­gän­ge­rin des im Ver­fah­ren bei­gela­de­nen Berg­bau­un­ter­neh­mens die bis Ende 2016 befris­te­te Bewil­li­gung, süd­öst­lich des Orts­teils Gebel­zig Gestei­ne zur Her­stel­lung von Schot­ter und Split auf­zu­su­chen und zu gewinn­nen. Dage­gen wand­ten sich die Klä­ger als Eigen­tü­mer land­wirt­schaftl­cher Grund­stü­cke, die teil­wei­se im Bereich des geplan­ten Abbau­fel­des »Gebel­zig 2« lie­gen. 2008 stell­ten sie gegen­über dem Ober­berg­amt den Antrag, die erteil­te Bewil­li­gung zu wider­ru­fen, weil das Berg­bauuter­neh­men nicht recht­zei­tig bis Okto­ber 1997 einen Betriebs­plan vor­ge­legt habe. Nach erfolg­lo­ser Durch­füh­rung des Aus­gangs- und Wider­spruchs­ver­fah­rens ver­folg­ten die Klä­ger ihr Begeh­ren mit der vor­lie­gen­den Kla­ge wei­ter. Sie mach­ten ins­be­son­de­re gel­tend, dass es sich bei den frag­li­chen Gestei­nen nach zwi­schen­zeit­lich ein­ge­tre­te­nen Rechts­än­de­run­gen nicht mehr um »berg­freie« Boden­schät­ze han­de­le. Die­se wür­den daher mit Weg­fall der erteil­ten Bewil­li­gung Teil ihres Grund­ei­gen­tums. Mit der ange­streb­ten gericht­li­chen Ent­schei­dung kön­ne daher eine Klä­rung des Inhalts und des Umfangs ihres eige­nen Grund­ei­gen­tums her­bei geführt wer­den. Sie könn­ten nicht dar­auf ver­wie­sen wer­den, ihre Rech­te erst in spä­te­ren Ver­fah­ren gegen die Zulas­sung eines Betriebs­pla­nes oder gar gegen die Grund­ab­tre­tung gel­tend zu machen. Dem­ge­gen­über ver­trat das Ober­berg­amt die Auf­fas­sung, dass es den Klä­gern bereits ver­wehrt sei, den ver­lang­ten Wider­ruf der berg­recht­li­chen Bewil­li­gung gel­tend zu machen. Die im Bun­des­berg­ge­setz gere­gel­te Pflicht der Behör­de, eine Bewil­li­gung bei dem Vor­lie­gen wei­te­rer Vor­aus­set­zun­gen u. a. dann zu wider­ru­fen, wenn die Gewin­nung nicht inner­halb einer bestimm­ten Frist nach Bewil­li­gungs­er­tei­lung auf­ge­nom­men wur­de, stel­le auf Gemein­wohl­be­lan­ge ab und zie­le auf die Siche­rung der Roh­stoff­ver­sor­gung, nicht auf etwai­ge Eigen­tums­rech­te Drit­ter.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den folg­te letzt­lich den Argu­men­ten der Behör­de. Sie leg­ten dar­über hin­aus dar, dass die Klä­ger allein durch die berg­recht­li­che Bewil­li­gung zur Gewin­nung des Boden­schat­zes (noch) nicht in ihren Eigen­tums­rech­ten ver­letzt wür­den. Soweit sie sich auf das im April 1996 in Kraft getre­te­ne Gesetz zur Ver­ein­heit­li­chung der Rechts­ver­hält­nis­se bei Boden­schät­zen berie­fen, habe die­ses die Rechts­la­ge in den neu­en Bun­des­län­dern der­je­ni­gen im alten Bun­des­ge­biet ange­gli­chen. Es gewäh­re den Klä­gern jedoch kei­ne eige­ne wehr­fä­hi­ge Rechts­po­si­ti­on.

Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den, Urteil vom 16. Juni 2011 – 3 K 1220/​09