Der über­schul­de­te Land­kreis, die Kreis­um­la­ge – und die Kom­mu­nal­auf­sicht

Kommt ein Kreis sei­ner Ver­pflich­tung, einen aus­ge­gli­che­nen Haus­halt zu erstel­len, beharr­lich nicht nach, dann darf er kom­mu­nal­auf­sicht­lich zu Maß­nah­men ange­wie­sen wer­den, die gegen­über den kreis­an­ge­hö­ri­gen Gemein­den recht­lich zuläs­sig sind. Dazu kann auch eine Erhö­hung der Kreis­um­la­ge gehö­ren.

Der über­schul­de­te Land­kreis, die Kreis­um­la­ge – und die Kom­mu­nal­auf­sicht

In dem hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall hat­te der seit Jah­ren finan­zi­ell not­lei­den­der Land­kreis Kas­sel trotz Auf­for­de­rung durch die Kom­mu­nal­auf­sicht des Lan­des Hes­sen weder eine Anhe­bung des Kreis­um­la­ge­sat­zes für das Haus­halts­jahr 2010 noch Ein­spar­maß­nah­men in ent­spre­chen­der Höhe beschlos­sen. Nach­dem der Land­kreis auch der Bedin­gung in der kom­mu­nal­auf­sicht­li­chen Geneh­mi­gung des Haus­hal­tes für das Jahr 2010, den Hebe­satz her­auf­zu­set­zen, nicht nach­ge­kom­men war, erließ die Auf­sichts­be­hör­de eine ent­spre­chen­de Anwei­sungs­ver­fü­gung und wies den Land­kreis Kas­sel an, den Hebe­satz für die Kreis­um­la­ge um drei Pro­zent­punk­te auf 35, 5 % her­auf­zu­set­zen.

Die Kla­ge des Krei­ses hier­ge­gen war vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Kas­sel zunächst erfolg­reich 1, wur­de jedoch in der Beru­fungs­in­stanz durch den Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof abge­wie­sen 2. Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des Land­krei­ses hat­te vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt kei­nen Erfolg:

Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof ist nach Ansicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zu Recht davon aus­ge­gan­gen, dass der Land­kreis sei­ner im Rah­men der kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung zu beach­ten­den Pflicht zum Haus­halts­aus­gleich nicht nach­ge­kom­men war. Der Land­kreis konn­te sich die­ser Pflicht nicht mit dem Argu­ment ent­zie­hen, er wer­de vom Land finan­zi­ell unzu­rei­chend aus­ge­stat­tet. Die Kom­mu­nal­auf­sicht durf­te mit einer Anwei­sung zur Erhö­hung des Kreis­um­la­ge­sat­zes auf eine Ver­rin­ge­rung des Haus­halts­de­fi­zits des Krei­ses hin­wir­ken. Dabei sind nach den tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs die Belan­ge der kreis­an­ge­hö­ri­gen Gemein­den, denen einen finan­zi­el­le Min­dest­aus­stat­tung zur Wahr­neh­mung ihrer Auf­ga­ben ver­blei­ben muss, gewahrt wor­den.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 16. Juni 2015 – 10 C 13.2014 -

  1. VG Kas­sel, Urteil vom 14.02.2012 – 3 K 939/​10.BVerwG[]
  2. Hess. VGH, Urteil vom 14.02.2013 – 8 A 816/​12[]