Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss – und sei­ne Arbeits­grup­pen

Der Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit von Par­la­ment und Aus­schüs­sen gilt nicht für Arbeits­grup­pen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses, unab­hän­gig davon, ob die­se durch einen förm­li­chen Beschluss des Aus­schus­ses oder durch eine infor­mel­le Ent­schei­dung ein­ge­rich­tet wer­den.

Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss – und sei­ne Arbeits­grup­pen

Dies stell­te jetzt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in einem Organ­streit­ver­fah­ren zwei­er ehe­ma­li­ger Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter sowie der Frak­ti­on "DIE LINKE" gegen gegen den Gemein­sa­men Aus­schuss aus Mit­glie­dern des Bun­des­ta­ges und Bun­des­ra­tes gemäß Art. 77 Abs. 2 GG (Ver­mitt­lungs­aus­schuss), den Deut­schen Bun­des­tag und den Bun­des­rat fest.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts sah den Organ­streit­an­trag teil­wei­se bereits als unzu­läs­sig an, ins­be­son­de­re ist die Ein­rich­tung einer Arbeits­grup­pe im Dezem­ber 2010 ohne Betei­li­gung der Antrag­stel­ler nicht dem Bun­des­tag oder dem Bun­des­rat zure­chen­bar, son­dern nur dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss.

Auch inso­weit ist der Antrag nach Ansicht des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts jedoch unbe­grün­det: Zur Vor­be­rei­tung eines poli­ti­schen Kom­pro­mis­ses zwi­schen Bun­des­tag und Bun­des­rat darf sich der Ver­mitt­lungs­aus­schuss for­mel­ler und infor­mel­ler Gre­mi­en bedie­nen, die nach ande­ren Kri­te­ri­en als dem der Spie­gel­bild­lich­keit zusam­men­ge­setzt sind.

Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren[↑]

Der Bun­des­rat wirkt an der Gesetz­ge­bung des Bun­des mit. Die­se Mit­wir­kungs­be­fug­nis wird durch Art. 77 GG aus­ge­stal­tet, der in Absatz 2 die Ein­rich­tung des soge­nann­ten Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses vor­sieht. Die Rege­lung hat fol­gen­den Wort­laut:

Der Bun­des­rat kann bin­nen drei Wochen nach Ein­gang des Geset­zes­be­schlus­ses ver­lan­gen, dass ein aus Mit­glie­dern des Bun­des­ta­ges und des Bun­des­ra­tes für die gemein­sa­me Bera­tung von Vor­la­gen gebil­de­ter Aus­schuss ein­be­ru­fen wird. Die Zusam­men­set­zung und das Ver­fah­ren die­ses Aus­schus­ses regelt eine Geschäfts­ord­nung, die vom Bun­des­tag beschlos­sen wird und der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes bedarf. Die in die­sen Aus­schuss ent­sand­ten Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes sind nicht an Wei­sun­gen gebun­den. Ist zu einem Geset­ze die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes erfor­der­lich, so kön­nen auch der Bun­des­tag und die Bun­des­re­gie­rung die Ein­be­ru­fung ver­lan­gen. Schlägt der Aus­schuss eine Ände­rung des Geset­zes­be­schlus­ses vor, so hat der Bun­des­tag erneut Beschluss zu fas­sen.

Nach § 1 der Gemein­sa­men Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges und des Bun­des­ra­tes für den Aus­schuss nach Arti­kel 77 des Grund­ge­set­zes (Ver­mitt­lungs­aus­schuss), 1 (nach­fol­gend "GO-Ver­mA"), ent­sen­den Bun­des­tag und Bun­des­rat je 16 ihrer Mit­glie­der, die den stän­di­gen Ver­mitt­lungs­aus­schuss bil­den. Ist die Ein­be­ru­fung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses ver­langt wor­den, lädt des­sen Geschäfts­füh­rer im Auf­trag des Vor­sit­zen­den des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zur Sit­zung ein. Die Sit­zun­gen des Aus­schus­ses sind nicht öffent­lich. Die stell­ver­tre­ten­den Mit­glie­der dür­fen gemäß § 3 Satz 3 GO-Ver­mA an den Sit­zun­gen nur teil­neh­men, soweit eine Ver­tre­tung not­wen­dig ist. Allein die Mit­glie­der der Bun­des­re­gie­rung haben das Recht – und auf Beschluss des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses die Pflicht –, an den Sit­zun­gen teil­zu­neh­men, § 5 GO-Ver­mA. Ande­ren Per­so­nen kann die Teil­nah­me an den Sit­zun­gen nur durch beson­de­ren Beschluss des Aus­schus­ses nach § 6 GO-Ver­mA gestat­tet wer­den. Der Aus­schuss ist beschluss­fä­hig, wenn die Mit­glie­der unter Mit­tei­lung der Tages­ord­nung mit einer Frist von min­des­tens fünf Tagen gela­den wor­den und min­des­tens zwölf Mit­glie­der anwe­send sind. Ein Eini­gungs­vor­schlag kann nur beschlos­sen wer­den, wenn min­des­tens je sie­ben Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges und des Bun­des­ra­tes anwe­send sind, § 7 GO-Ver­mA. Nach § 8 GO-Ver­mA fasst der Aus­schuss sei­ne Beschlüs­se mit der Mehr­heit der Stim­men sei­ner anwe­sen­den Mit­glie­der. Gemäß § 9 GO-Ver­mA kann der Aus­schuss Unter­aus­schüs­se ein­set­zen. Die Bil­dung von Arbeits­grup­pen ist in der Geschäfts­ord­nung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses nicht vor­ge­se­hen, hat sich aber zu einer übli­chen Pra­xis des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses ent­wi­ckelt 2.

Die Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 02.07.1980 3 (nach­fol­gend "GO-BT"), ent­hält zur Ent­sen­dung der Mit­glie­der des Deut­schen Bun­des­ta­ges in den Ver­mitt­lungs­aus­schuss fol­gen­de Rege­lun­gen:

§ 12 Stel­len­an­tei­le der Frak­tio­nen

Die Zusam­men­set­zung des Ältes­ten­ra­tes und der Aus­schüs­se sowie die Rege­lung des Vor­sit­zes in den Aus­schüs­sen ist im Ver­hält­nis der Stär­ke der ein­zel­nen Frak­tio­nen vor­zu­neh­men. Der­sel­be Grund­satz wird bei Wah­len, die der Bun­des­tag vor­zu­neh­men hat, ange­wandt.

§ 57 Mit­glie­der­zahl der Aus­schüs­se

  1. Das Sys­tem für eine dem § 12 ent­spre­chen­de Zusam­men­set­zung der Aus­schüs­se und die Zahl der Mit­glie­der bestimmt der Bun­des­tag. Jedes Mit­glied des Bun­des­ta­ges soll grund­sätz­lich einem Aus­schuss ange­hö­ren.
  2. Die Frak­tio­nen benen­nen die Aus­schuss­mit­glie­der und deren Stell­ver­tre­ter. Der Prä­si­dent benennt frak­ti­ons­lo­se Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges als bera­ten­de Aus­schuss­mit­glie­der.
  3. Der Prä­si­dent gibt die erst­ma­lig benann­ten Mit­glie­der und die spä­te­ren Ände­run­gen dem Bun­des­tag bekannt.
  4. Zur Unter­stüt­zung der Mit­glie­der kann die Teil­nah­me eines Frak­ti­ons­mit­ar­bei­ters jeder Frak­ti­on zu den Aus­schuss­sit­zun­gen zuge­las­sen wer­den.

Der Aus­gangs­sach­ver­halt[↑]

Die 17. Wahl­pe­ri­ode des Deut­schen Bun­des­ta­ges begann am 27.10.2009 und ende­te am 22.10.2013. Von den anfäng­lich 622 Sit­zen des Deut­schen Bun­des­ta­ges ent­fie­len auf CDU/​CSU 239, SPD 146, FDP 93, DIE LINKE 76 und BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN 68 Sit­ze. Die Bun­des­re­gie­rung wur­de aus einer Koali­ti­on von CDU/​CSU und FDP gebil­det.

Der Bun­des­tag fass­te zu Beginn der 17. Wahl­pe­ri­ode den Beschluss 4, dass die Zahl der auf die Frak­tio­nen ent­fal­len­den Sit­ze im Ältes­ten­rat und in den Aus­schüs­sen sowie die Ver­tei­lung der Vor­sit­ze in den Aus­schüs­sen nach dem Ver­fah­ren der mathe­ma­ti­schen Pro­por­ti­on (St. Laguë/​Schepers) berech­net wer­den, soweit nicht etwas Abwei­chen­des ver­ein­bart wird oder die­ses Ver­fah­ren nicht zu einer Wie­der­ga­be der par­la­men­ta­ri­schen Mehr­heit oder zu mehr­deu­ti­gen Ergeb­nis­sen führt. In einem sol­chen Fall soll­te sich die Ver­tei­lung nach d’Hondt errech­nen.

Der Bun­des­tag fass­te zu Beginn der Wahl­pe­ri­ode den Beschluss 4, dass die Zahl der auf die Frak­tio­nen ent­fal­len­den Sit­ze im Ältes­ten­rat und in den Aus­schüs­sen sowie die Ver­tei­lung der Vor­sit­ze in den Aus­schüs­sen nach dem Ver­fah­ren der mathe­ma­ti­schen Pro­por­ti­on 5 berech­net wer­den, soweit nicht etwas Abwei­chen­des ver­ein­bart wird oder die­ses Ver­fah­ren nicht zu einer Wie­der­ga­be der par­la­men­ta­ri­schen Mehr­heit oder zu mehr­deu­ti­gen Ergeb­nis­sen führt. In einem sol­chen Fall soll­te sich die Ver­tei­lung nach d’Hondt errech­nen.

Nach dem Pro­por­tio­na­li­täts­ver­fah­ren ent­fie­len von den 16 Sit­zen des Bun­des­ta­ges im Ver­mitt­lungs­aus­schuss, der soge­nann­ten Bun­des­tags­bank, auf die Frak­tio­nen von CDU/​CSU sie­ben, auf die der SPD vier, auf die von FDP und DIE LINKE jeweils zwei und auf die Frak­ti­on von BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN ein Sitz 6. Damit ent­fie­len auf die "Regie­rungs­frak­tio­nen" ins­ge­samt neun und auf die Oppo­si­ti­on sie­ben Sit­ze (7:4:2:2:1).

Der Deut­sche Bun­des­tag beschloss in sei­ner 79. Sit­zung am 3.12 2010 ein Gesetz zur Ermitt­lung von Regel­be­dar­fen und zur Ände­rung des Zwei­ten und Zwölf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch 7. Der Bun­des­rat ver­sag­te dem Gesetz mit Beschluss vom 17.12 2010 die Zustim­mung 8. Der Antrag der Län­der Ber­lin, Bran­den­burg, Bre­men, Nord­rhein-West­fa­len und Rhein­land-Pfalz auf Anru­fung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses 9 fand kei­ne Mehr­heit 10. Am sel­ben Tag ver­lang­te die Bun­des­re­gie­rung auf­grund eines zuvor gefass­ten Vor­rats­be­schlus­ses die Ein­be­ru­fung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses 11.

Im unmit­tel­ba­ren Anschluss an die Ple­nar­sit­zung des Bun­des­ra­tes kamen die Mit­glie­der des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zu einer infor­mel­len Sit­zung in den Räum­lich­kei­ten des Bun­des­ra­tes zusam­men, nach­dem sie am Vor­mit­tag des­sel­ben Tages hier­zu per E‑Mail ein­ge­la­den wor­den waren. Eine ordent­li­che Sit­zung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses wur­de nicht ein­be­ru­fen. An der infor­mel­len Sit­zung nah­men die Abg. Enkel­mann und der Abg. Mau­rer teil. In der Sit­zung wur­de die Ein­rich­tung einer Arbeits­grup­pe beschlos­sen. Die Arbeits­grup­pe bestand sowohl für die soge­nann­te A‑Seite (Bun­des­tag: SPD und BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN; Bun­des­rat: SPD- und BÜNDNIS 90/​DIE GRÜ­NEN-geführ­te Lan­des­re­gie­run­gen) als auch für die soge­nann­te B‑Seite (Bun­des­tag: CDU/​CSU, FDP, Bun­des­rat: CDU, CSU- und FDP-geführ­te Lan­des­re­gie­run­gen) aus jeweils neun Teil­neh­mern, davon je vier Abge­ord­ne­te des Deut­schen Bun­des­ta­ges und je fünf Ange­hö­ri­ge der Lan­des­re­gie­run­gen. Sie soll­te ers­te Kom­pro­miss­mög­lich­kei­ten son­die­ren und Vor­schlä­ge aus­ar­bei­ten. Mit­glie­der der Frak­ti­on DIE LINKE im Deut­schen Bun­des­tag wur­den bei der Zusam­men­set­zung der Arbeits­grup­pe nicht berück­sich­tigt. Die Abg. Enkel­mann bean­trag­te dar­auf­hin, die Abge­ord­ne­te Kat­ja Kip­ping, die Mit­glied der Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" war, in die Arbeits­grup­pe auf­zu­neh­men. Die­ser Antrag wur­de abge­lehnt.

Die Arbeits­grup­pe trat vier­mal zusam­men: am 20. und 21.12 2010 sowie am 7. und 19.01.2011. An den ers­ten bei­den Sit­zun­gen nah­men Ver­tre­ter der A‑Seite und Ver­tre­ter der B‑Seite teil sowie die Bun­des­mi­nis­te­rin für Arbeit und Sozia­les, ein Staats­se­kre­tär die­ses Minis­te­ri­ums und der Staats­mi­nis­ter der Bun­des­kanz­le­rin. Die ers­te Sit­zung der Arbeits­grup­pe fand in den Räum­lich­kei­ten des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les statt. Gegen­stand der Sit­zung war der wei­te­re Ver­fah­rens­ab­lauf. In ihrer zwei­ten Sit­zung am 21.12 2010 in den Räum­lich­kei­ten des Bun­des­ra­tes bil­de­te die Arbeits­grup­pe drei Unter­ar­beits­grup­pen zu den The­men­be­rei­chen "Regel­satz", "Bil­dungs­pa­ket" und "Min­dest­lohn".

Mit am sel­ben Tage ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz vom 03.01.2011 haben die Antrag­stel­ler bean­tragt fest­zu­stel­len, dass die Antrags­geg­ner die Rech­te der Antrag­stel­ler aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG in Ver­bin­dung mit Art. 21 Abs. 1, Art.20 Abs. 2 und Art. 77 Abs. 2 GG ver­letzt haben, indem sie es abge­lehnt haben, die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Kat­ja Kip­ping zum Mit­glied der Arbeits­grup­pe zu ernen­nen und ihr die Mög­lich­keit zur Mit­wir­kung in die­ser Arbeits­grup­pe zu geben. Zudem haben die Antrag­stel­ler begehrt, bis zur Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che die Abge­ord­ne­te Kat­ja Kip­ping, hilfs­wei­se die Abg. Enkel­mann, zur Mit­wir­kung in der Arbeits­grup­pe zuzu­las­sen.

Mit Schrei­ben vom 05.01.2011 erklär­te sich der Ver­mitt­lungs­aus­schuss damit ein­ver­stan­den, dass die Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" einen Ver­tre­ter in die Arbeits­grup­pe ent­sen­det. Im Fol­gen­den wur­de der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Dia­na Gol­ze die Mög­lich­keit zur Mit­wir­kung in der Arbeits­grup­pe gege­ben. Die Abge­ord­ne­te nahm zudem an den Bera­tun­gen der Unter­ar­beits­grup­pe zu dem The­ma "Bil­dungs­pa­ket" teil. Die Abg. Enkel­mann nahm an der Unter­ar­beits­grup­pe "Regel­satz", der Abg. Mau­rer an der Unter­ar­beits­grup­pe "Min­dest­lohn" teil. Die Antrag­stel­ler erklär­ten dar­auf­hin, dass hin­sicht­lich des Antra­ges auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung kein Ent­schei­dungs­be­darf mehr bestehe.

Am 19.01.2011 trat die Arbeits­grup­pe letzt­ma­lig zusam­men. Sie stell­te fest, dass es nicht gelun­gen sei, einen mehr­heits­fä­hi­gen Vor­schlag zu erar­bei­ten. Am sel­ben Tage trat der Ver­mitt­lungs­aus­schuss erst­mals zusam­men. Auf eine Beschluss­emp­feh­lung einig­te er sich nicht, da noch erheb­li­cher Gesprächs­be­darf bestehe; die Bera­tun­gen wur­den ver­tagt. Ver­tre­ter der A‑Seite und der B‑Seite ver­ein­bar­ten, sich zu infor­mel­len Gesprä­chen zu tref­fen. Mit­glie­der der Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" waren – ent­ge­gen ihrem aus­drück­lich erklär­ten Wil­len – in die­ser infor­mel­len Gesprächs­run­de nicht ver­tre­ten. In der Fol­ge­zeit fan­den Gesprä­che statt, deren Teil­neh­mer­kreis nicht sicher fest­steht. Die Antrag­stel­ler ent­neh­men ihre dies­be­züg­li­chen Infor­ma­tio­nen der Pres­se, einem ihnen zugäng­lich gewor­de­nen Schrei­ben der Bun­des­mi­nis­te­rin für Arbeit und Sozia­les sowie den Äuße­run­gen des Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Peter Alt­mai­er im Ple­num des Deut­schen Bun­des­ta­ges 12.

In der zwei­ten Sit­zung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses am 9.02.2011 leg­ten die A‑Seite und die B‑Seite, letz­te­re unter Bezug­nah­me auf eine Aus­ar­bei­tung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les, jeweils eige­ne Ent­wür­fe eines Eini­gungs­vor­schlags vor. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss nahm mit den Stim­men der Ver­tre­ter der B‑Seite deren Eini­gungs­vor­schlag 13 an. Der Deut­sche Bun­des­tag nahm die Beschluss­emp­feh­lung mit Beschluss vom 11.02.2011 an 14. Im Bun­des­rat fand die Beschluss­emp­feh­lung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses hin­ge­gen kei­ne Mehr­heit.

Mit Beschluss vom 11.02.2011 rief der Bun­des­rat auf Antrag aller Län­der den Ver­mitt­lungs­aus­schuss in die­sem Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren erneut an 15. Sodann kam es zu Ver­hand­lun­gen zwi­schen ver­schie­de­nen Poli­ti­kern aus Bund und Län­dern, um zunächst inner­halb der Län­der, spä­ter auch – durch Ein­be­zie­hung der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den von CDU/​CSU, SPD, BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN und FDP – im Ver­hält­nis zum Bund die Mög­lich­kei­ten einer Eini­gung aus­zu­lo­ten. Der aus­ge­ar­bei­te­te Vor­schlag wur­de den Mit­glie­dern des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses am 22.02.2011 um 16:33 Uhr zuge­sandt. Der Aus­schuss tag­te an die­sem Tage von 18:40 Uhr bis 0:30 Uhr und am 23.02.2011 von 11:20 Uhr bis 12:30 Uhr. Sei­ne auf jener Sit­zung ver­ab­schie­de­te Beschluss­emp­feh­lung 16 nahm der Deut­sche Bun­des­tag mit Beschluss vom 25.02.2011 an 17. Der Bun­des­rat erklär­te am sel­ben Tage sei­ne Zustim­mung 18. Das am 29.03.2011 im Bun­des­ge­setz­blatt ver­kün­de­te Gesetz trat über­wie­gend rück­wir­kend zum 1.01.2011 in Kraft.

Das Organ­streit­ver­fah­ren[↑]

Die Antrag­stel­ler – die (ehe­ma­li­gen) Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dag­mar Enkel­mann und Ulrich Mau­er sowie die Frak­ti­on "DIE LINKE" im Deut­schen Bun­des­tag – sind der Ansicht, der Aus­schluss von der Arbeits­grup­pe und der infor­mel­len Gesprächs­run­de ver­let­ze sie in ihrem durch Art. 38 Abs. 1 Satz 2 in Ver­bin­dung mit Art. 21, Art.20 Abs. 2 und Art. 77 Abs. 2 GG gewähr­leis­te­ten Recht auf effek­ti­ve Teil­ha­be am poli­ti­schen Wil­lens­bil­dungs­pro­zess. Die­ser habe nicht im Ver­mitt­lungs­aus­schuss selbst statt­ge­fun­den, son­dern sei in infor­mel­le Gre­mi­en aus­ge­la­gert wor­den, an denen die Frak­ti­on DIE LINKE als ein­zi­ge nicht betei­ligt gewe­sen sei. Dies wider­spre­che dem Prin­zip der Spie­gel­bild­lich­keit, das nicht nur für die Beset­zung der Bun­des­tags­bank des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses, son­dern auch für Arbeits­grup­pen und Gesprächs­run­den gel­te, wenn die­se ent­schei­den­den Ein­fluss auf die poli­ti­sche Wil­lens­bil­dung hät­ten.

Das Ver­hält­nis zwi­schen Arbeits­grup­pe und Ver­mitt­lungs­aus­schuss sei ver­gleich­bar mit dem Ver­hält­nis zwi­schen Aus­schuss und Ple­num oder zumin­dest Unter­aus­schuss und Aus­schuss im Deut­schen Bun­des­tag. So wie dort der eigent­li­che fach­li­che und poli­ti­sche Dis­kurs mit weni­gen Aus­nah­men in den Aus­schüs­sen und Unter­aus­schüs­sen statt­fin­de, sei dies auch im Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren in den Arbeits­grup­pen und nicht im Ple­num des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses der Fall.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­g­ge­richts[↑]

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat den Organ­streit­an­trag als unbe­grün­det zurück­ge­wie­sen, soweit er sich gegen den Ver­mitt­lungs­aus­schuss rich­te­te. Soweit er sich gegen Bun­des­tag und Bun­des­rat rich­te­te, hat es den Organ­streit­an­trag als unzu­läs­sig ver­wor­fen.

Par­tei­fä­hig­keit ehe­ma­li­ger Abge­ord­ne­ter und von Bun­des­tags­frak­tio­nen[↑]

Der Rechts­weg zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG, § 13 Nr. 5, §§ 63 ff. BVerfGG eröff­net. Danach ent­schei­det das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über die Aus­le­gung des Grund­ge­set­zes aus Anlass von Strei­tig­kei­ten über den Umfang der Rech­te und Pflich­ten eines obers­ten Bun­des­or­gans oder ande­rer Betei­lig­ter, die durch das Grund­ge­setz oder in der Geschäfts­ord­nung eines obers­ten Bun­des­or­gans mit eige­nen Rech­ten aus­ge­stat­tet sind. Eine ver­fas­sungs­recht­li­che Strei­tig­keit in die­sem Sin­ne liegt vor. Die Antrag­stel­ler machen gegen­über den Antrags­geg­nern Rech­te auf effek­ti­ve Teil­ha­be am poli­ti­schen Wil­lens­bil­dungs­pro­zess gel­tend, die ihre Grund­la­ge in Art. 38 Abs. 1 Satz 2 und Art. 77 Abs. 2 GG haben. Streit­ge­gen­stand sind somit ver­fas­sungs­recht­li­che Organ­be­zie­hun­gen zwi­schen den Antrag­stel­lern und den Antrags­geg­nern 19.

Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten waren im Zeit­punkt der Antrag­stel­lung Abge­ord­ne­te des 17. Deut­schen Bun­des­ta­ges und sind des­halb par­tei­fä­hig im Sin­ne von Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG, § 63 BVerfGG. Dem Abge­ord­ne­ten kommt gemäß Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG ein eige­ner ver­fas­sungs­recht­li­cher Sta­tus zu, der im Organ­streit­ver­fah­ren gegen­über ande­ren Ver­fas­sungs­or­ga­nen ver­tei­digt wer­den kann 20. Unbe­acht­lich ist der Umstand, dass die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten dem gegen­wär­ti­gen 18. Deut­schen Bun­des­tag nicht mehr ange­hö­ren. Maß­geb­lich für die Par­tei­fä­hig­keit ist grund­sätz­lich der Sta­tus zu dem Zeit­punkt, zu dem der Organ­streit anhän­gig gemacht wor­den ist 21.

Die Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" ist als Frak­ti­on eben­falls par­tei­fä­hig. Par­la­ments­frak­tio­nen sind not­wen­di­ge Ein­rich­tun­gen des Ver­fas­sungs­le­bens 22, deren ver­fas­sungs­recht­li­che Aner­ken­nung aus dem grund­ge­setz­lich begrün­de­ten Sta­tus der Par­tei­en gemäß Art. 21 GG folgt 23. Frak­tio­nen sind als Glie­de­run­gen des Bun­des­ta­ges der orga­ni­sier­ten Staat­lich­keit ein­ge­fügt 24, wo sie als maß­geb­li­che Fak­to­ren der par­la­men­ta­ri­schen Wil­lens­bil­dung fun­gie­ren. Sie sind zur Gel­tend­ma­chung eige­ner Rech­te befugt, wenn die­se in der Ver­fas­sung ver­an­kert sind 25 und berech­tigt, im Organ­streit die Ver­let­zung oder unmit­tel­ba­re Gefähr­dung von Rech­ten des gesam­ten Par­la­ments gel­tend zu machen 26.

Par­tei­fä­hig­keit von Bun­des­tag, Bun­des­rat und Ver­mitt­lungs­aus­schuss[↑]

Die Antrags­geg­ner sind eben­falls par­tei­fä­hig. Für Bun­des­tag und Bun­des­rat folgt dies unmit­tel­bar aus § 63 BVerfGG. Ob der Ver­mitt­lungs­aus­schuss als obers­tes Bun­des­or­gan im Sin­ne des Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG anzu­se­hen ist, kann dahin­ste­hen, da er durch das Grund­ge­setz in Art. 77 Abs. 2 GG mit eige­nen Rech­ten aus­ge­stat­tet und daher jeden­falls als ande­rer Betei­lig­ter im Sin­ne die­ser Vor­schrift par­tei­fä­hig ist 27.

Rich­ti­ger Antrags­geg­ner[↑]

Die Anträ­ge bezie­hen sich auf taug­li­che Antrags­ge­gen­stän­de. Rich­ti­ger Antrags­geg­ner ist aber nur der Ver­mitt­lungs­aus­schuss und die­ser auch nur, soweit sich der Antrag auf den Aus­schuss des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses – und nicht auf einen infor­mel­len Gesprächs­kreis – bezieht.

Gemäß § 64 Abs. 1 BVerfGG ist der Antrag nur zuläs­sig, wenn der Antrag­stel­ler gel­tend macht, dass er oder das Organ, dem er ange­hört, durch eine Maß­nah­me oder Unter­las­sung des Antrags­geg­ners in sei­nen ihm durch das Grund­ge­setz über­tra­ge­nen Rech­ten und Pflich­ten ver­letzt oder unmit­tel­bar gefähr­det ist. Der Begriff der Maß­nah­me ist weit aus­zu­le­gen. Von ihm sind neben Rechts­ak­ten auch Realak­te erfasst 28. Als Maß­nah­me kommt folg­lich jedes rechts­er­heb­li­che Ver­hal­ten des Antrags­geg­ners in Betracht, das geeig­net ist, die Rechts­stel­lung des Antrag­stel­lers zu beein­träch­ti­gen 29.

Mit ihrem ers­ten Antrag begeh­ren die Antrag­stel­ler die Fest­stel­lung, dass die Antrags­geg­ner sie in ihren Rech­ten dadurch ver­letzt haben, dass jene es ablehn­ten, die Abge­ord­ne­te Kat­ja Kip­ping zum Mit­glied der im Rah­men des ers­ten Ver­mitt­lungs­ver­fah­rens ein­ge­rich­te­ten Arbeits­grup­pe des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zu ernen­nen und ihr die Mög­lich­keit zur Mit­wir­kung in die­ser Arbeits­grup­pe zu geben.

Gegen wel­che Per­son oder Insti­tu­ti­on der Antrag zu rich­ten ist, hängt davon ab, wer die bean­stan­de­te Maß­nah­me oder Unter­las­sung ver­ur­sacht hat und recht­lich ver­ant­wor­ten muss 30, wer also im übli­chen pro­zes­sua­len Sprach­ge­brauch pas­siv legi­ti­miert ist. Der Antrag­stel­ler muss schlüs­sig dar­le­gen, dass der Antrags­geg­ner die Ver­ant­wor­tung für die Maß­nah­me oder Unter­las­sung trägt 31.

Bei dem Beschluss vom 17.12 2010, mit dem die Arbeits­grup­pe zum Gesetz zur Ermitt­lung von Regel­be­dar­fen und zur Ände­rung des Zwei­ten und Zwölf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch ein­ge­rich­tet und unter Aus­schluss von Abge­ord­ne­ten der Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" besetzt wur­de, han­delt es sich um eine Maß­nah­me, die dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss zuzu­rech­nen ist. Der Beschluss wur­de auf einem Tref­fen der Mit­glie­der des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses gefasst, zu dem der Vor­sit­zen­de des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses ein­ge­la­den hat­te. Gegen­stand des Beschlus­ses war die Ein­rich­tung einer Arbeits­grup­pe des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses. Damit ist die Maß­nah­me sowohl inhalt­lich als auch per­so­nell dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss zuzu­ord­nen. Dass der Beschluss nicht in einer förm­li­chen Sit­zung des Aus­schus­ses, son­dern bei einem infor­mel­len Tref­fen sei­ner Mit­glie­der gefasst wur­de, ändert an die­ser Zuord­nung eben­so wenig wie der Umstand, dass eine Per­son, die nicht Mit­glied des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses war, an dem Tref­fen teil­nahm, ohne dass hier­über ein Beschluss nach § 6 GO-Ver­mA gefasst wor­den war. Ob es sich hier­bei um eine bewuss­te Umge­hung der förm­li­chen Regeln des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zur Ver­mei­dung recht­li­cher Bin­dun­gen gehan­delt hat, was der Ver­mitt­lungs­aus­schuss bestrei­tet, kann dahin­ste­hen. Ent­schei­dend ist viel­mehr, dass mit der Zusam­men­set­zung der Mit­glie­der des Tref­fens, mit des­sen Gegen­stand, mit der Ein­la­dung durch den Vor­sit­zen­den und der Nut­zung der Räum­lich­kei­ten des Bun­des­ra­tes ins­ge­samt hin­rei­chen­de Umstän­de gege­ben sind, um dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss die Zusam­men­kunft und Beschluss­fas­sung zuzu­rech­nen. Das Tref­fen hat durch sein äuße­res Geprä­ge eine so weit­ge­hen­de Annä­he­rung an den For­ma­li­sie­rungs­grad der regu­lä­ren Tätig­keit des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses erreicht, dass ein­zel­ne Abwei­chun­gen von des­sen Geschäfts­ord­nung die Zurech­nung der Maß­nah­me nicht mehr aus­schlie­ßen konn­ten.

Unzu­läs­sig ist der Antrag hin­ge­gen, soweit er sich gegen Bun­des­tag und Bun­des­rat rich­tet. Die­sen kann die Ein­rich­tung einer infor­mel­len Arbeits­grup­pe des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses nicht zuge­rech­net wer­den. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss ist zwar ein gemein­sa­mes Gre­mi­um von Deut­schem Bun­des­tag und Bun­des­rat, die in den Ver­mitt­lungs­aus­schuss ent­sand­ten Mit­glie­der sind aber nicht an Wei­sun­gen die­ser Orga­ne gebun­den. Dies ergibt sich für die Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges unmit­tel­bar aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG und für die Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes aus Art. 77 Abs. 2 Satz 3 GG. Bun­des­tag und Bun­des­rat kön­nen daher für Hand­lun­gen und Unter­las­sun­gen der Mit­glie­der des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses nicht ver­ant­wort­lich sein.

Die dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss zuzu­rech­nen­de Ver­wei­ge­rung der Mit­glied­schaft und Mit­wir­kung eines Mit­glieds der Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" in der infor­mel­len Arbeits­grup­pe ist als Maß­nah­me auch rechts­er­heb­lich, denn sie kann die Rechts­stel­lung der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten und der Bun­des­tags­frak­ti­on beein­träch­ti­gen.

Auch Orga­ni­sa­ti­ons­maß­nah­men, wie etwa eine Rege­lung der Geschäfts­ord­nung oder die Anwen­dung einer sol­chen Rege­lung, kön­nen eine Maß­nah­me im Sin­ne von § 64 Abs. 1 BVerfGG dar­stel­len, wenn sie je nach der gege­be­nen Situa­ti­on beim Antrag­stel­ler eine aktu­el­le recht­li­che Betrof­fen­heit aus­zu­lö­sen ver­mö­gen. Dies ist etwa der Fall, wenn Bestim­mun­gen der Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges oder deren Anwen­dung einen Abge­ord­ne­ten von bestimm­ten Berei­chen der par­la­men­ta­ri­schen Tätig­keit ganz aus­schlie­ßen oder sei­ne Mit­wir­kungs­rech­te beschrän­ken 32.

Ent­ge­gen der Ansicht der Antrags­geg­ner fehlt dem Beschluss über die Bil­dung der Arbeits­grup­pe und ihre kon­kre­te Beset­zung nicht des­we­gen die Rechts­er­heb­lich­keit, weil die Arbeits­grup­pen selbst kei­ne Ent­schei­dun­gen tref­fen, son­dern nur Sit­zun­gen und Beschlüs­se des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses vor­be­rei­ten. Zwar schei­den Hand­lun­gen, die nur vor­be­rei­ten­den oder bloß voll­zie­hen­den Cha­rak­ter haben, als Angriffs­ge­gen­stand im Organ­streit regel­mä­ßig aus 33. Vor­lie­gend machen die Antrag­stel­ler aber gel­tend, durch den Aus­schluss von der Mit­wir­kung in der Arbeits­grup­pe in ihren Rech­ten auf effek­ti­ve Teil­ha­be am poli­ti­schen Wil­lens­bil­dungs­pro­zess ver­letzt wor­den zu sein. Es ist jeden­falls nicht von vorn­her­ein aus­zu­schlie­ßen, dass sol­che Rech­te auch in Bezug auf Arbeits­grup­pen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses bestehen.

Kein Organ­streit wegen infor­mel­ler Gesprächs­run­de[↑]

Der zwei­te Antrag, mit dem die Antrag­stel­ler die Fest­stel­lung begeh­ren, dass die Antrags­geg­ner ihre Rech­te dadurch ver­letzt haben, dass sie es ablehn­ten, die Abg. Enkel­mann zum Mit­glied der infor­mel­len Gesprächs­run­de zu ernen­nen und ihr die Mög­lich­keit zur Mit­wir­kung in die­ser Gesprächs­run­de zu geben, ist nach Ansicht des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts dage­gen unzu­läs­sig.

Die Unzu­läs­sig­keit könn­te sich schon dar­aus erge­ben, dass die Antrag­stel­ler nur vom Hören­sa­gen dar­über berich­ten kön­nen, dass, wann und mit wel­cher Beset­zung die infor­mel­le Gesprächs­run­de statt­ge­fun­den hat. In der Lite­ra­tur wird die Ansicht ver­tre­ten, dass der Antrags­ge­gen­stand, also die Maß­nah­me oder Unter­las­sung des Antrags­geg­ners, tat­säch­lich, das heißt objek­tiv vor­lie­gen muss 34. Auch ist frag­lich, ob infor­mel­len Gesprä­chen, die – anders als die Bil­dung einer Arbeits­grup­pe – kei­ne erkenn­ba­re insti­tu­tio­nel­le Anbin­dung an das Ver­fah­ren im Ver­mitt­lungs­aus­schuss haben, noch rechts­er­heb­li­cher Cha­rak­ter zuge­spro­chen wer­den kann. Bei­des kann hier aber dahin­ste­hen. Jeden­falls han­del­te es sich bei der gerüg­ten Auf­nah­me infor­mel­ler Gesprä­che nicht um eine Maß­nah­me, die einem der Antrags­geg­ner zuzu­rech­nen wäre.

Zwar steht der Teil­neh­mer­kreis die­ser Gesprä­che nicht sicher fest. Auch nach dem Vor­brin­gen der Antrag­stel­ler ist aber davon aus­zu­ge­hen, dass einer­seits nicht sämt­li­che Mit­glie­der des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses und ande­rer­seits auch Per­so­nen an den Gesprä­chen teil­ge­nom­men haben, die nicht Mit­glied des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses waren. Nach dem unbe­strit­te­nen Vor­trag der Antrags­geg­ner wur­de die Auf­nah­me die­ser Gesprä­che weder von dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss beschlos­sen noch von ihm initi­iert. Auch die Durch­füh­rung der Gesprä­che hat der Ver­mitt­lungs­aus­schuss nicht orga­ni­siert. Ent­spre­chen­des gilt für den Deut­schen Bun­des­tag als Bun­des­tag und den Bun­des­rat als Bun­des­rat. Es ist zudem weder dar­ge­legt noch ersicht­lich, wie die Antrags­geg­ner auf den Teil­neh­mer­kreis der Gesprä­che hät­ten Ein­fluss neh­men oder der­ar­ti­ge Gesprä­che unter­bin­den kön­nen.

Selbst wenn es zutref­fen soll­te, dass das ers­te Tref­fen des Gesprächs­krei­ses im Anschluss an eine Sit­zung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses in den Räu­men des Bun­des­ra­tes statt­ge­fun­den hat, kann nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass eine Unter­sa­gung der Nut­zung die­ser Räu­me – zu der kein Anlass bestand – ent­spre­chen­de Gesprä­che ver­hin­dert hät­te. Auch ein recht­lich rele­van­tes Unter­las­sen der Antrags­geg­ner als mög­li­cher taug­li­cher Antrags­ge­gen­stand liegt somit nicht vor.

Allein dadurch, dass an den Gesprä­chen Mit­glie­der des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses teil­ge­nom­men haben und dass in der ers­ten Bespre­chung Räum­lich­kei­ten des Bun­des­ra­tes genutzt wor­den sein sol­len, errei­chen die Gesprä­che nicht einen Grad an for­mel­ler und orga­ni­sa­to­ri­scher Ähn­lich­keit mit einem Ver­fah­ren eines Antrags­geg­ners, der es recht­fer­ti­gen könn­te, die Gesprä­che einem von ihnen zuzu­rech­nen. Eine sol­che Ähn­lich­keit und Nähe ist fer­ner nicht dar­aus abzu­lei­ten, dass die Geschäfts­füh­re­rin des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses die Ergeb­nis­se der Gesprächs­run­de an die Mit­glie­der ver­sandt hat, denn unstrei­tig hat die Geschäfts­füh­re­rin auch ande­re, nicht vom Ver­mitt­lungs­aus­schuss selbst oder sei­nen Unter­glie­de­run­gen erstell­te Doku­men­te ver­sandt, soweit die­se für die Arbeit des Aus­schus­ses von Bedeu­tung sein konn­ten, etwa die Eini­gungs­vor­schlä­ge des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les.

Das Argu­ment der Antrag­stel­ler, die Zusam­men­set­zung des infor­mel­len Gesprächs­krei­ses mache deut­lich, dass die­ser Ent­schei­dun­gen nicht nur vor­be­rei­ten, son­dern tat­säch­lich tref­fen soll­te, so dass eine ergeb­nis­of­fe­ne Dis­kus­si­on im Ver­mitt­lungs­aus­schuss nicht mehr zu erwar­ten gewe­sen sei, kann eine Ver­ant­wort­lich­keit der Antrags­geg­ner für die­se Gesprä­che eben­falls nicht begrün­den. Soweit damit behaup­tet wer­den soll, die Antrags­geg­ner hät­ten bewusst wesent­li­che Gesprä­che aus dem for­ma­li­sier­ten und insti­tu­tio­na­li­sier­ten Ver­fah­ren des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses aus­ge­la­gert, ist hier­für nichts ersicht­lich, weil bereits nicht dar­ge­tan ist, dass die Antrags­geg­ner die Gesprä­che in irgend­ei­ner Wei­se ver­an­lasst hät­ten.

Antrags­be­fug­nis ehe­ma­li­ger Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter[↑]

Soweit danach ein taug­li­cher Antrags­ge­gen­stand vor­liegt und sich die Anträ­ge gegen den rich­ti­gen Antrags­geg­ner rich­ten, sind die Antrag­stel­ler antrags­be­fugt.

Ein Antrag ist gemäß § 64 Abs. 1 BVerfGG zuläs­sig, wenn nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen wer­den kann, dass der Antrags­geg­ner Rech­te des Antrag­stel­lers, die aus einem ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­ver­hält­nis zwi­schen den Betei­lig­ten erwach­sen, durch die bean­stan­de­te rechts­er­heb­li­che Maß­nah­me oder Unter­las­sung ver­letzt oder unmit­tel­bar gefähr­det hat 35. Las­sen sich aus der gel­tend gemach­ten Vor­schrift kei­ne eige­nen Rech­te oder Zustän­dig­kei­ten her­lei­ten, die durch die Maß­nah­me oder das Unter­las­sen ver­letzt sein könn­ten, fehlt es an der Antrags­be­fug­nis 36.

Die antrag­stel­len­den ehe­ma­li­gen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Enkel­mann und Mau­rer sind antrags­be­fugt, soweit sich der Antrag gegen den Ver­mitt­lungs­aus­schuss rich­tet. Es kann nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen wer­den, dass der Ver­mitt­lungs­aus­schuss die durch Art. 38 Abs. 1 Satz 2, Art. 77 Abs. 2 GG gewähr­leis­te­ten Rech­te der (ehe­ma­li­gen) Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten auf effek­ti­ve Teil­ha­be am poli­ti­schen Wil­lens­bil­dungs­pro­zess dadurch ver­letzt hat, dass er sie oder von ihnen bestimm­te Ver­tre­ter von der Mit­wir­kung in der Arbeits­grup­pe aus­ge­schlos­sen hat. Die­se Antrags­be­fug­nis ist nicht dadurch ent­fal­len, dass die bei­den Abge­ord­ne­ten nach Antrag­stel­lung aus dem Deut­schen Bun­des­tag aus­ge­schie­den sind. Inso­weit ist wie bei der Par­tei­fä­hig­keit maß­geb­lich auf den Zeit­punkt der Antrag­stel­lung abzu­stel­len 37.

Antrags­be­fug­nis der Bun­des­tags­frak­ti­on[↑]

Auch die Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" ist antrags­be­fugt, soweit sich ihr Antrag gegen den Ver­mitt­lungs­aus­schuss rich­tet.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts muss grund­sätz­lich jeder Aus­schuss des Bun­des­ta­ges ein ver­klei­ner­tes Abbild des Ple­nums sein 38. Die­ser Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit – auf den sich Frak­tio­nen beru­fen kön­nen 39 – gilt auch für die Wahl der Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges im Ver­mitt­lungs­aus­schuss 40.

Zwar erscheint es denk­bar, den Anwen­dungs­be­reich des Grund­sat­zes der Spie­gel­bild­lich­keit auf die Beset­zung der Bun­des­tags­bank des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zu beschrän­ken, so dass kei­ne Rech­te der Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" auf Berück­sich­ti­gung im Ver­hält­nis ihrer Stär­ke bei der Bil­dung von Unter­aus­schüs­sen oder Arbeits­grup­pen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses bestün­den und eine Ver­let­zung ihrer Rech­te durch die Antrags­geg­ner inso­weit aus­schie­de. Dies lässt aber die Antrags­be­fug­nis der Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" nicht ent­fal­len. Es ist nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen, dass der Grund­satz auch für die Beset­zung von Unter­aus­schüs­sen und Arbeits­grup­pen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses gilt. Gera­de zur Klä­rung die­ser Fra­ge dient das vor­lie­gen­de Ver­fah­ren.

Rechts­schutz­be­dürf­nis nach Ablauf der Legis­la­tur­pe­ri­ode[↑]

Auch im Organ­streit­ver­fah­ren ist das Rechts­schutz­be­dürf­nis des Organs grund­sätz­lich Vor­aus­set­zung für die Sach­ent­schei­dung 41. Das Organ­streit­ver­fah­ren ist eine kon­tra­dik­to­ri­sche Par­tei­strei­tig­keit mit Antrag­stel­ler und Antrags­geg­ner. Es dient maß­geb­lich der gegen­sei­ti­gen Abgren­zung der Kom­pe­ten­zen von Ver­fas­sungs­or­ga­nen oder ihren Tei­len in einem Ver­fas­sungs­rechts­ver­hält­nis, nicht der davon los­ge­lös­ten Kon­trol­le der objek­ti­ven Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit eines bestimm­ten Organ­han­delns 42.

Das Rechts­schutz­be­dürf­nis ent­fällt aber grund­sätz­lich nicht schon dadurch, dass die bean­stan­de­te Rechts­ver­let­zung in der Ver­gan­gen­heit liegt und bereits abge­schlos­sen ist, gegen­wär­tig also kei­ne Wir­kung mehr ent­fal­tet 43. In der Lite­ra­tur wird dem­ge­gen­über teil­wei­se ange­nom­men, dass in einem sol­chen Fall eine Sach­ent­schei­dung nur getrof­fen wer­den kann, wenn beson­de­re Umstän­de im Sin­ne eines "Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­in­ter­es­ses" vor­lie­gen, etwa weil eine Wie­der­ho­lungs­ge­fahr besteht oder das Bedürf­nis nach Klä­rung der objek­ti­ven Rechts­la­ge (Klar­stel­lungs­in­ter­es­se) über­wiegt 44. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat bis­lang offen gelas­sen, ob die­ser Ansicht zu fol­gen ist, da in den kon­kret zur Ent­schei­dung anste­hen­den Fäl­len Umstän­de die­ser Art vor­la­gen 45.

Auch im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren bedarf die­se Fra­ge kei­ner Ent­schei­dung, denn selbst bei Anwen­dung stren­ger Maß­stä­be besteht das Rechts­schutz­be­dürf­nis der Antrag­stel­ler fort.

Es ist nicht dadurch ent­fal­len, dass der Abg. Enkel­mann und den von ihr bestimm­ten Per­so­nen nach Antrag­stel­lung die mit dem Antrag begehr­te Teil­nah­me an den Sit­zun­gen der Arbeits­grup­pe und der Unter­ar­beits­grup­pen ermög­licht wur­de. Zwar sind in kon­tra­dik­to­ri­schen Ver­fah­ren wie dem Organ­streit Fall­ge­stal­tun­gen denk­bar, bei denen das Rechts­schutz­be­dürf­nis dadurch ent­fällt, dass der Antrags­geg­ner die zunächst unter­las­se­ne Maß­nah­me vor­nimmt 46. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Die Erklä­rung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses ent­hält kei­ne aus­drück­li­che Aner­ken­nung einer Rechts­pflicht und die Antrags­geg­ner bestrei­ten im hie­si­gen Ver­fah­ren wei­ter­hin, dass der Ver­mitt­lungs­aus­schuss dazu ver­pflich­tet war, der Abg. Enkel­mann und den von ihr bestimm­ten Per­so­nen die mit dem Antrag begehr­te Teil­nah­me an den Sit­zun­gen der Arbeits­grup­pe und der Unter­ar­beits­grup­pen zu ermög­li­chen 47.

Aus den­sel­ben Grün­den führt auch der Umstand, dass das streit­ge­gen­ständ­li­che Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren bereits kurz nach Antrag­stel­lung im Janu­ar 2011 abge­schlos­sen wur­de, für sich genom­men nicht zum Weg­fall des Rechts­schutz­be­dürf­nis­ses. Da die Antrags­geg­ner eine Rechts­pflicht zur Beach­tung des Prin­zips der Spie­gel­bild­lich­keit bei der Beset­zung von Arbeits­grup­pen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses und infor­mel­len Gesprächs­run­den aus­drück­lich ableh­nen, kann es jeder­zeit wie­der dazu kom­men, dass eine Frak­ti­on nicht ihrer Stär­ke ent­spre­chend oder gar nicht berück­sich­tigt wird.

Das Rechts­schutz­be­dürf­nis ist für die Abg. Enkel­mann und den Abg. Mau­rer schließ­lich nicht dadurch ent­fal­len, dass die­se mit dem Ablauf der 17. Wahl­pe­ri­ode aus dem Deut­schen Bun­des­tag aus­ge­schie­den sind.

Das Aus­schei­den des Antrag­stel­lers im Organ­streit­ver­fah­ren aus dem Deut­schen Bun­des­tag führt grund­sätz­lich zum Weg­fall des Rechts­schutz­be­dürf­nis­ses, wenn und weil sich ein sol­cher oder ein ähn­li­cher Streit zwi­schen den Betei­lig­ten nicht wie­der­ho­len kann, es sei denn, dass ein sons­ti­ges schutz­wür­di­ges Inter­es­se an der Klä­rung der auf­ge­wor­fe­nen Rechts­fra­ge besteht 48.

Vor­lie­gend besteht ein objek­ti­ves Inter­es­se an der Klä­rung der ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­ge, wie weit der Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit und das aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2, Art. 77 Abs. 2 GG gewähr­leis­te­te Recht der im Ver­mitt­lungs­aus­schuss ver­tre­te­nen Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges auf effek­ti­ve Teil­ha­be am poli­ti­schen Wil­lens­bil­dungs­pro­zess rei­chen. Da die Abg. Enkel­mann und der Abg. Mau­rer auf­grund ihrer poli­ti­schen Ansich­ten von der Teil­nah­me an der Arbeits­grup­pe aus­ge­schlos­sen wur­den, kann sich eine Situa­ti­on wie die vor­lie­gen­de unab­hän­gig von den jeweils han­deln­den und betrof­fe­nen Per­so­nen jeder­zeit wie­der­ho­len. Es stellt sich die über den kon­kre­ten Fall hin­aus­ge­hen­de Fra­ge, ob die Par­la­ments- und Aus­schuss­mehr­heit Tei­le der Oppo­si­ti­on von Arbeits­grup­pen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses aus­schlie­ßen kann und ob es – beja­hen­den­falls – hier­für beson­de­rer sach­li­cher Grün­de bedarf. An der Klä­rung die­ser Rechts­fra­gen besteht ein öffent­li­ches Inter­es­se, das auch nicht dadurch ent­fällt, dass der Antrag der Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" als zuläs­sig anzu­se­hen ist. Zwar ist das Ver­fah­ren inso­weit fort­zu­set­zen und sind jeden­falls deren Anträ­ge in der Sache zu beschei­den. Es steht aber nicht von vorn­her­ein fest, dass die Rech­te der Frak­ti­on und die Rech­te der von die­ser in den Ver­mitt­lungs­aus­schuss ent­sand­ten Abge­ord­ne­ten hin­sicht­lich der Beset­zung von Arbeits­grup­pen des Aus­schus­ses iden­ti­schen Inhalts und glei­cher Reich­wei­te sind 49.

Mit­wir­kungs­be­fug­nis der Abge­ord­ne­ten und die Frak­tio­nen[↑]

Der danach hin­sicht­lich des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zuläs­si­ge Antrag der Antrag­stel­ler ist unbe­grün­det. Durch die Ableh­nung, die der Bun­des­tags­frak­ti­on "DIE LINKE" ange­hö­ren­de Abge­ord­ne­te Kat­ja Kip­ping, zum Mit­glied der Arbeits­grup­pe des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zu bestim­men und ihr die Mög­lich­keit zur Mit­wir­kung in die­ser Arbeits­grup­pe zu geben, hat der Ver­mitt­lungs­aus­schuss kei­ne Rech­te der Antrag­stel­ler aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 und Art. 77 Abs. 2 GG ver­letzt.

Nach Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG sind die Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges Ver­tre­ter des gan­zen Vol­kes. Die­se Rege­lung ist Aus­fluss des Prin­zips der reprä­sen­ta­ti­ven Demo­kra­tie. Der Deut­sche Bun­des­tag ist das unmit­tel­ba­re Reprä­sen­ta­ti­ons­or­gan des Vol­kes und übt als "beson­de­res Organ" im Sin­ne von Art.20 Abs. 2 GG die vom Volk aus­ge­hen­de Staats­ge­walt aus 50. Im demo­kra­tisch-par­la­men­ta­ri­schen Sys­tem des Grund­ge­set­zes voll­zieht sich die Reprä­sen­ta­ti­on des Vol­kes im Par­la­ment durch die Abge­ord­ne­ten 50. Grund­sätz­lich wird das Volk bei par­la­men­ta­ri­schen Ent­schei­dun­gen nur durch das Par­la­ment als Gan­zes, das heißt durch die Gesamt­heit sei­ner Mit­glie­der, ange­mes­sen reprä­sen­tiert 51. Dies bedeu­tet nicht, dass die Abge­ord­ne­ten das Volk aus­schließ­lich im Ple­num reprä­sen­tie­ren könn­ten. Ein wesent­li­cher Teil der Par­la­ments­ar­beit wird tra­di­tio­nell außer­halb des Ple­nums geleis­tet, was einer­seits auf der seit Jahr­zehn­ten zuneh­men­den Kom­pli­ziert­heit der Lebens­ver­hält­nis­se und dem damit ver­bun­de­nen Zwang zur Arbeits­tei­lung, zum ande­ren auf der Tat­sa­che beruht, dass die Schwer­fäl­lig­keit des Ple­nums Detail­ar­beit natur­ge­mäß nur in sehr beschränk­tem Umfang erlaubt 52. Dies setzt aber vor­aus, dass die end­gül­ti­ge Beschluss­fas­sung über ein par­la­men­ta­ri­sches Vor­ha­ben dem Ple­num vor­be­hal­ten bleibt, die Mit­wir­kung der Abge­ord­ne­ten bei der Vor­be­rei­tung der Par­la­ments­be­schlüs­se außer­halb des Ple­nums ihrer Art und ihrem Gewicht nach der Mit­wir­kung im Ple­num im Wesent­li­chen gleich zu erach­ten ist und der par­la­men­ta­ri­sche Ent­schei­dungs­pro­zess insti­tu­tio­nell in den Bereich des Par­la­ments ein­ge­fügt bleibt 53. Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG setzt daher die glei­che Mit­wir­kungs­be­fug­nis aller Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges vor­aus 54 und umfasst das Recht auf glei­che Teil­ha­be am Pro­zess der par­la­men­ta­ri­schen Wil­lens­bil­dung 55.

Die Mit­wir­kungs­be­fug­nis der Abge­ord­ne­ten bezieht sich nicht nur auf die Beschluss­fas­sung, son­dern auch auf deren Recht zu bera­ten, also zu "ver­han­deln" im Sin­ne von Art. 42 Abs. 1 Satz 1 GG. Öffent­li­ches Ver­han­deln von Argu­ment und Gegen­ar­gu­ment ist ein wesent­li­ches Ele­ment des demo­kra­ti­schen Par­la­men­ta­ris­mus. Gera­de das im par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren gewähr­leis­te­te Maß an Öffent­lich­keit der Aus­ein­an­der­set­zung und Ent­schei­dungs­su­che eröff­net Mög­lich­kei­ten eines Aus­gleichs wider­strei­ten­der Inter­es­sen, die bei einem weni­ger trans­pa­ren­ten Vor­ge­hen sich nicht so ergä­ben 56. Zu den aus dem Recht auf glei­che Teil­ha­be am Pro­zess der par­la­men­ta­ri­schen Wil­lens­bil­dung abzu­lei­ten­den Befug­nis­sen der Abge­ord­ne­ten zäh­len das Rede­recht und das Stimm­recht, die Betei­li­gung an der Aus­übung des Fra­ge- und Infor­ma­ti­ons­rechts des Par­la­ments, das Recht, sich an den vom Par­la­ment vor­zu­neh­men­den Wah­len zu betei­li­gen und par­la­men­ta­ri­sche Initia­ti­ven zu ergrei­fen sowie das Recht, sich mit ande­ren Abge­ord­ne­ten zu einer Frak­ti­on zusam­men­zu­schlie­ßen 57. Aus der durch Art. 38 Abs. 1 GG gewähr­leis­te­ten Frei­heit der Abge­ord­ne­ten, sich zu Frak­tio­nen zusam­men­zu­schlie­ßen, folgt, dass die Frak­tio­nen als poli­ti­sche Kräf­te eben­so gleich und ent­spre­chend ihrer Stär­ke zu behan­deln sind wie die Abge­ord­ne­ten unter­ein­an­der 58.

Die Mit­wir­kungs­be­fug­nis aller Abge­ord­ne­ten erstreckt sich grund­sätz­lich auch auf Aus­schüs­se des Deut­schen Bun­des­ta­ges. Da die­se ent­spre­chend der par­la­men­ta­ri­schen Tra­di­ti­on in Deutsch­land einen wesent­li­chen Teil der Arbeit des Bun­des­ta­ges leis­ten, durch ihre Vor­be­rei­tung der Beschluss­fas­sung des Ple­nums einen Teil des Ent­schei­dungs­pro­zes­ses ent­las­tend vor­weg­neh­men und zudem einen wesent­li­chen Teil der par­la­men­ta­ri­schen Infor­ma­ti­ons, Kon­troll- und Unter­su­chungs­auf­ga­ben wahr­neh­men, sind sie in die Reprä­sen­ta­ti­on des Vol­kes durch das Par­la­ment ein­be­zo­gen 59. Des­halb muss grund­sätz­lich jeder Aus­schuss ein ver­klei­ner­tes Abbild des Ple­nums sein und in sei­ner Zusam­men­set­zung die Zusam­men­set­zung des Ple­nums wider­spie­geln 60. Dies erfor­dert eine mög­lichst getreue Abbil­dung der Stär­ke der im Ple­num ver­tre­te­nen Frak­tio­nen (Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit) 61.

Der Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit gilt auch für Unter­aus­schüs­se 62, nicht aber für Gre­mi­en und Funk­tio­nen, die ledig­lich orga­ni­sa­to­ri­scher Art sind und daher nicht dem Ein­fluss des Prin­zips gleich­be­rech­tig­ter Teil­nah­me an den dem Bun­des­tag nach dem Grund­ge­setz über­tra­ge­nen Auf­ga­ben unter­lie­gen 63. So ist es zuläs­sig, frak­ti­ons­lo­sen Abge­ord­ne­ten eine Mit­glied­schaft im Ältes­ten­rat zu ver­wei­gern, da es in die­sem nicht zu einer inhalt­li­chen Vor­for­mung der par­la­men­ta­ri­schen poli­ti­schen Wil­lens­bil­dung kommt 64. Auch die Beschrän­kung der Ver­ga­be von Vor­sit­zen in Aus­schüs­sen durch die Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges hält sich im Rah­men der dem Bun­des­tag zuste­hen­den Geschäfts­ord­nungs­au­to­no­mie 65.

Dem Anspruch einer Frak­ti­on auf Gleich­be­hand­lung mit den ande­ren Frak­tio­nen ist Genü­ge getan, wenn der Aus­schuss dem Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit ent­spre­chend besetzt ist. Die Zuwei­sung einer bestimm­ten Auf­ga­be an einen Aus­schuss kann aus Art. 38 Abs. 1 GG abge­lei­te­te Rech­te der nicht in dem Aus­schuss ver­tre­te­nen Abge­ord­ne­ten, nicht aber Rech­te der Frak­tio­nen ver­let­zen 49.

Die Mit­glie­der der Aus­schüs­se wer­den nach Art. 42 Abs. 2 GG mit Mehr­heit gewählt, eine durch Art. 42 Abs. 2 Satz 2 GG zuge­las­se­ne Aus­nah­me sieht die Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges nicht vor. Des­halb muss vor der Wahl nach einem bestimm­ten Pro­por­tio­nal­ver­fah­ren fest­ge­legt wer­den, wie­viel Kan­di­da­ten die jewei­li­gen Frak­tio­nen oder Grup­pen vor­schla­gen kön­nen. Eine voll­stän­di­ge Gleich­heit lässt sich mit kei­nem die­ser Ver­fah­ren errei­chen. Daher fällt die Ent­schei­dung für das anzu­wen­den­de Zähl­sys­tem grund­sätz­lich in die auto­no­me Ent­schei­dungs­be­fug­nis des Bun­des­ta­ges 66. Ent­schei­det sich der Bun­des­tag für ein Ver­fah­ren, bei dem – anders als nach einem ande­ren Ver­fah­ren – auf eine Frak­ti­on kein Sitz in dem jewei­li­gen Aus­schuss ent­fällt, so ist dies von Ver­fas­sung wegen nicht zu bean­stan­den 67. Auch ein Wech­sel des Zähl­sys­tems kann gerecht­fer­tigt sein, wenn hier­für sach­li­che Grün­de bestehen 68.

Der Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit ent­hält für sich genom­men kei­ne Aus­sa­ge über die zuläs­si­ge Grö­ße eines Aus­schus­ses oder eines ande­ren Unter­gre­mi­ums. Je klei­ner das Unter­gre­mi­um aus­fällt, des­to mehr Abge­ord­ne­te wer­den aller­dings an der Wahr­neh­mung ihrer Sta­tus­rech­te gehin­dert, und umso weni­ger ist inso­fern der Reprä­sen­ta­ti­ons­funk­ti­on ent­spro­chen. Daher stei­gen die Anfor­de­run­gen an eine sach­li­che Recht­fer­ti­gung der Dele­ga­ti­on von Ent­schei­dungs­be­fug­nis­sen mit der abneh­men­den Grö­ße eines Unter­gre­mi­ums. In Aus­nah­me­fäl­len kann dies trotz for­ma­ler Wah­rung des Grund­sat­zes der Spie­gel­bild­lich­keit zu einer Ver­let­zung von Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG wegen der zu gerin­gen Grö­ße des Unter­gre­mi­ums füh­ren 69.

Zudem fol­gen aus dem Demo­kra­tie­prin­zip das Gebot, par­la­men­ta­ri­sche Min­der­hei­ten zu schüt­zen, sowie das Recht auf ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Bil­dung und Aus­übung der Oppo­si­ti­on 70. Die­ser Schutz geht auch dahin, der Min­der­heit zu ermög­li­chen, ihren Stand­punkt in den Wil­lens­bil­dungs­pro­zess im Par­la­ment ein­zu­brin­gen. Dem ist grund­sätz­lich dadurch Rech­nung zu tra­gen, dass die Reprä­sen­ta­ti­on in die Aus­schüs­se vor­ver­la­gert wird, wenn dort der Sache nach die Ent­schei­dun­gen fal­len 71. Soweit Abge­ord­ne­te durch die Über­tra­gung von Ent­schei­dungs­be­fug­nis­sen auf einen Aus­schuss von der Mit­wir­kung an der par­la­men­ta­ri­schen Ent­schei­dungs­fin­dung aus­ge­schlos­sen wer­den, ist dies nur zum Schutz ande­rer Rechts­gü­ter mit Ver­fas­sungs­rang und unter strik­ter Wah­rung des Grund­sat­zes der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit zuläs­sig 72.

Pro­porz beim Ver­mitt­lungs­aus­schuss[↑]

Der Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit von Par­la­ment und Aus­schüs­sen gilt auch für die Wahl der Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges im Ver­mitt­lungs­aus­schuss 73. Die­ser ist zwar als gemein­sa­mer Aus­schuss zwei­er Ver­fas­sungs­or­ga­ne nicht ohne wei­te­res mit einem Aus­schuss des Bun­des­ta­ges ver­gleich­bar, sei­ne Bedeu­tung im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren steht aber der Auf­ga­ben­wahr­neh­mung durch Aus­schüs­se des Bun­des­ta­ges nicht nach. Die gestal­ten­de Vor­be­rei­tung eines Geset­zes­be­schlus­ses betrifft die zen­tra­le Auf­ga­be des Deut­schen Bun­des­ta­ges. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss hat im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren eine her­aus­ge­ho­be­ne und in gewis­sem Umfang ver­selb­stän­dig­te Stel­lung 74.

Abwei­chun­gen vom Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit sind nur in beson­ders gela­ger­ten Fäl­len zuläs­sig, etwa wenn nur hier­durch dem in Art. 42 Abs. 2 Satz 1 GG ver­an­ker­ten Mehr­heits­prin­zip Rech­nung getra­gen wer­den kann, also dem Grund­satz, dass sich die die Regie­rung tra­gen­de par­la­men­ta­ri­sche Mehr­heit bei Sach­ent­schei­dun­gen auch in ver­klei­ner­ten Abbil­dun­gen des Bun­des­ta­ges durch­set­zen kön­nen muss 75. Bei­de Grund­sät­ze sind im Fal­le einer Kol­li­si­on zu einem scho­nen­den Aus­gleich zu brin­gen. Funk­ti­on und Auf­ga­be des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses erfor­dern kei­ne zwin­gen­de Aus­rich­tung der Beset­zung des Aus­schus­ses am Mehr­heits­prin­zip in einem Umfang, dass der Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit im Zwei­fel zu wei­chen hät­te. Die Ein­rich­tung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zielt auf die Aus­hand­lung von Kom­pro­mis­sen zwi­schen den gesetz­ge­ben­den Kör­per­schaf­ten; dies gelingt, wenn die für ein kon­kre­tes Gesetz­ge­bungs­vor­ha­ben maß­geb­li­chen poli­ti­schen Mei­nun­gen zum Aus­gleich gebracht wer­den kön­nen 76. Die Arbeit des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses ist nicht not­wen­dig dar­auf ange­legt, in jedem Fall zu einer Ent­schei­dung in der Sache zu gelan­gen; die­ser Aus­schuss ist nicht als ein Gre­mi­um aus­ge­stal­tet, das kon­sti­tu­ti­ve Beschlüs­se fas­sen soll, in denen sich eine poli­ti­sche Mehr­heit wie­der­fin­det 77. Das Pro­por­tio­na­li­täts­ver­fah­ren ist daher so zu wäh­len, dass auch bei einer Abbil­dung der Kanz­ler­mehr­heit die Beset­zung nach dem Stär­ke­ver­hält­nis der Frak­tio­nen so weit wie mög­lich gewahrt wird 78.

Arbeits­grup­pen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses[↑]

Der Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit von Par­la­ment und Aus­schüs­sen gilt jedoch nicht für Arbeits­grup­pen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses, unab­hän­gig davon, ob die­se durch einen förm­li­chen Beschluss des Aus­schus­ses oder durch eine infor­mel­le Ent­schei­dung ein­ge­rich­tet wer­den.

Grund­sätz­lich unter­fällt die Aus­ge­stal­tung der Orga­ni­sa­ti­on und des Geschäfts­gangs die­ser Arbeits­grup­pen der nach Art. 77 Abs. 2 Satz 2 GG Bun­des­tag und Bun­des­rat gemein­sam zuste­hen­den Geschäfts­ord­nungs­au­to­no­mie für das Ver­fah­ren des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses. Die Geschäfts­ord­nung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses ent­hält in § 9 ledig­lich die Aus­sa­ge, dass der Aus­schuss Unter­aus­schüs­se ein­set­zen kann, wäh­rend in den §§ 1, 3 Satz 2 und 3, § 6 und § 7 Abs. 3 GO-Ver­mA Rege­lun­gen über die Beset­zung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses selbst, über die Teil­nah­me von Stell­ver­tre­tern und ande­ren Per­so­nen an Sit­zun­gen und über die Beschluss­fä­hig­keit in Bezug auf den Eini­gungs­vor­schlag getrof­fen wur­den. Die im Rah­men des mit der Geschäfts­ord­nungs­au­to­no­mie ver­bun­de­nen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raums getrof­fe­ne Rege­lung des § 9 GO-Ver­mA ist ver­fas­sungs­ge­richt­lich nur dar­auf zu über­prü­fen, ob zwin­gen­de ver­fas­sungs­recht­li­che Vor­ga­ben für die Beset­zung und die Mit­wir­kungs­be­fug­nis­se der im Ver­mitt­lungs­aus­schuss ver­tre­te­nen Abge­ord­ne­ten in die­sen Gre­mi­en ein­ge­hal­ten sind 79.

Sol­che zwin­gen­den Vor­ga­ben sind aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 und Art. 77 Abs. 2 GG nicht abzu­lei­ten. Weder erstreckt sich die grund­sätz­lich glei­che Mit­wir­kungs­be­fug­nis aller Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges an der par­la­men­ta­ri­schen Wil­lens­bil­dung auf Arbeits­grup­pen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses, noch sind die­se der­ge­stalt in die Reprä­sen­ta­ti­on des Vol­kes durch das Par­la­ment ein­be­zo­gen, dass eine mög­lichst getreue Abbil­dung der Stär­ke der im Ple­num des Bun­des­ta­ges ver­tre­te­nen Frak­tio­nen in die­sen Arbeits­grup­pen erfor­der­lich wäre.

Die vom Ver­mitt­lungs­aus­schuss ein­ge­rich­te­ten Arbeits­grup­pen sind zwar nicht rein orga­ni­sa­to­ri­scher Natur, son­dern haben die Auf­ga­be, durch inten­si­ve Sach­ar­beit an der Fin­dung eines mehr­heits­fä­hi­gen Kom­pro­mis­ses zu einem Gesetz­ge­bungs­vor­ha­ben mit­zu­wir­ken. Durch die von den Arbeits­grup­pen erar­bei­te­ten Kom­pro­miss­vor­schlä­ge kommt es auch zwei­fel­los zu einer inhalt­li­chen Vor­for­mung der Wil­lens­bil­dung im Ver­mitt­lungs­aus­schuss. Dies ent­spricht aber der spe­zi­fi­schen Arbeits­wei­se im Ver­mitt­lungs­aus­schuss, die weder mit dem deli­be­ra­ti­ven Ver­fah­ren im Bun­des­tag noch mit der Ent­schei­dungs­fin­dung im Bun­des­rat gleich­zu­set­zen ist.

Zweck und Ziel des Ver­mitt­lungs­ver­fah­rens ist das Erzie­len eines poli­ti­schen Kom­pro­mis­ses zwi­schen den bei­den Gesetz­ge­bungs­kör­per­schaf­ten, nicht die noch­ma­li­ge freie Bera­tung des Gesetz­ge­bungs­vor­schla­ges, zu dem die­se unter­schied­li­che Posi­tio­nen ein­ge­nom­men haben. Die­ses Ziel soll dadurch erreicht wer­den, dass auf höhe­rer poli­ti­scher Ebe­ne und unter über­ge­ord­ne­ten Gesichts­punk­ten ein Inter­es­sen­aus­gleich gesucht wird 80. Das Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren dient folg­lich nicht der öffent­li­chen par­la­men­ta­ri­schen Ver­hand­lung und Beschluss­fas­sung im Sin­ne von Art. 42 Abs. 1 und 2 GG, auf die sich die aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG abzu­lei­ten­de glei­che Mit­wir­kungs­be­fug­nis aller Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges in ers­ter Linie bezieht. Viel­mehr eröff­net das Grund­ge­setz um der Effi­zi­enz der Gesetz­ge­bung wil­len die Mög­lich­keit, die Bera­tung von Vor­la­gen einem Aus­schuss zu über­tra­gen, der nach sei­ner Zusam­men­set­zung und sei­nem Ver­fah­ren in beson­de­rem Maße geeig­net ist, einen Kom­pro­miss zu erar­bei­ten 81. Um die­se ihm zuge­wie­se­ne Auf­ga­be erfül­len zu kön­nen, ist die­sem Aus­schuss – inner­halb des von Bun­des­tag und Bun­des­rat gemein­sam gesetz­ten Rah­mens sei­ner Geschäfts­ord­nung – ein wei­ter Spiel­raum auto­no­mer Ver­fah­rens­ge­stal­tung ein­ge­räumt. Damit ver­bun­den ist die Befug­nis, sich for­mel­ler und infor­mel­ler Gre­mi­en zur Vor­be­rei­tung der Beschluss­fas­sung zu bedie­nen, die im Hin­blick auf das jeweils anste­hen­de The­ma nach ande­ren Kri­te­ri­en als dem­je­ni­gen der Spie­gel­bild­lich­keit zusam­men­ge­setzt sind. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss ist kein Ent­schei­dungs­or­gan 82, er ver­fügt aber über eine den Kom­pro­miss vor­be­rei­ten­de, ihn aus­han­deln­de und damit fak­tisch gestal­ten­de Kom­pe­tenz, die jeder Ver­mitt­lungs­tä­tig­keit inne­wohnt 83. Er hat kein Geset­zes­in­itia­tiv­recht und ver­ant­wor­tet sei­ne Bera­tun­gen und Emp­feh­lun­gen nicht vor einer par­la­men­ta­ri­schen Öffent­lich­keit, son­dern tagt im Inter­es­se sei­ner Effi­zi­enz nicht­öf­fent­lich und ver­trau­lich 84.

Dass das Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren nach der Kon­zep­ti­on des Grund­ge­set­zes nicht auf eine mög­lichst brei­te Betei­li­gung aller par­la­men­ta­ri­schen Kräf­te ange­legt ist, zeigt sich auch an der in Art. 77 Abs. 2 Satz 1 GG gere­gel­ten Beset­zung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses. Die­ser wird zur Hälf­te mit Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges besetzt, zur ande­ren Hälf­te aber mit Mit­glie­dern des Bun­des­ra­tes, also mit Ver­tre­tern der Regie­run­gen und nicht etwa mit Mit­glie­dern der Volks­ver­tre­tun­gen der Län­der.

Die Suche nach einem Kon­sens prägt auch fak­tisch den Ver­fah­rens­ab­lauf 85. In der Pra­xis des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses dient die Ein­set­zung von Arbeits­grup­pen bei schwie­ri­gen und kom­ple­xen Mate­ri­en vor allem der Ein­be­zie­hung exter­nen Fach­wis­sens, etwa durch die Betei­li­gung der Fach­po­li­ti­ker der Frak­tio­nen, von Fach­be­am­ten der Minis­te­ri­en oder sons­ti­gen Sach­ver­stän­di­gen 86. Die fle­xi­ble Beset­zung und der infor­ma­le Cha­rak­ter die­ser Arbeits­grup­pen, deren Bera­tun­gen nicht pro­to­kol­liert wer­den, führt zu einer Öff­nung des Bera­tungs­pro­zes­ses und zur Ein­be­zie­hung neu­er Bera­tungs­as­pek­te 87. Hier­durch wird die Wahr­schein­lich­keit einer Eini­gung erhöht.

Dass es durch die Bera­tun­gen in den Arbeits­grup­pen zu einer gewis­sen Vor­for­mung des abschlie­ßen­den Ent­schei­dungs­vor­schla­ges des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses kom­men kann und regel­mä­ßig kom­men wird, ändert dar­an nichts. Die­se Vor­for­mung ist gera­de Sinn und Zweck der Arbeits­grup­pen, deren Auf­ga­be dar­in besteht, einen gemein­sa­men Kom­pro­miss zu erar­bei­ten. Sie ver­leiht den Arbeits­grup­pen aber kei­ne den Ver­mitt­lungs­aus­schuss erset­zen­de Funk­ti­on. Die­ser muss abschlie­ßend über die Vor­la­ge oder die Vor­la­gen aus der Arbeits­grup­pe oder den Arbeits­grup­pen Beschluss fas­sen. Er befin­det sich dabei auch nicht wie der Bun­des­tag in Bezug auf den Eini­gungs­vor­schlag des Aus­schus­ses nach Art. 77 Abs. 2 Satz 5 GG in einer Rati­fi­ka­ti­ons­la­ge. Viel­mehr steht es ihm frei, die Ergeb­nis­se der Arbeits­grup­pen zu über­neh­men, ins­ge­samt abzu­leh­nen oder abzu­än­dern. Dabei kön­nen sämt­li­che Mit­glie­der des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses eige­ne Vor­schlä­ge ein­brin­gen, auch die­je­ni­gen Mit­glie­der, die in den Arbeits­grup­pen nicht ver­tre­ten waren. Den an Wei­sun­gen nicht gebun­de­nen Mit­glie­dern des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses wäre es sogar unbe­nom­men, einen von den Fach­po­li­ti­kern ihrer Par­tei oder Frak­ti­on in Arbeits­grup­pen miter­ar­bei­te­ten Eini­gungs­vor­schlag abzu­leh­nen. Dass es hier­zu meist auf­grund einer fak­ti­schen Frak­ti­ons­dis­zi­plin nicht kom­men wird und dass Mit­glie­der klei­ne­rer Frak­tio­nen auf­grund des im Ver­mitt­lungs­aus­schuss gel­ten­den Mehr­heits­prin­zips im Regel­fall ihre Ände­rungs­vor­schlä­ge nicht wer­den durch­set­zen kön­nen, ist kei­ne Beson­der­heit des Ver­mitt­lungs­ver­fah­rens, son­dern glei­cher­ma­ßen den par­la­men­ta­ri­schen Bera­tun­gen und Beschluss­fas­sun­gen im Deut­schen Bun­des­tag und in sei­nen Aus­schüs­sen eigen.

Da der Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit auf Arbeits­grup­pen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses kei­ne Anwen­dung fin­det, sind Bun­des­tag und Bun­des­rat auch nicht dazu ver­pflich­tet, die Ver­wirk­li­chung die­ses Grund­sat­zes durch eine Ände­rung der Geschäfts­ord­nung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses sicher­zu­stel­len. Erst recht trifft sie kei­ne Ver­pflich­tung, durch eine ent­spre­chen­de Rege­lung etwai­ge Bera­tun­gen in Bezug auf den Gegen­stand des Ver­mitt­lungs­ver­fah­rens in ande­ren, noch infor­mel­le­ren Gre­mi­en oder Zusam­men­künf­ten zu unter­bin­den, unab­hän­gig von der Fra­ge, ob eine sol­che Rege­lung über­haupt wirk­sam getrof­fen wer­den könn­te.

Infor­ma­ti­ons­recht der Abge­ord­ne­ten[↑]

Soweit die Antrag­stel­ler monie­ren, dass sie über den Inhalt der Unter­rich­tung der Arbeits­grup­pe durch die Bun­des­mi­nis­te­rin für Arbeit und Sozia­les gar nicht und über die Ergeb­nis­se der infor­mel­len Gesprächs­run­de zu spät, näm­lich erst kurz vor der letz­ten Sit­zung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses infor­miert wor­den sei­en, ist die­se Rüge eben­falls unbe­grün­det.

Für die tat­säch­li­che Mög­lich­keit, den an einen Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten gerich­te­ten Anfor­de­run­gen gerecht zu wer­den, ist der Grad sei­ner Infor­miert­heit von ent­schei­den­der Bedeu­tung. Nur wenn er über die par­la­men­ta­ri­schen Vor­ha­ben so umfas­send wie mög­lich unter­rich­tet ist und sich des­halb auf sie ein­stel­len kann, ver­mag er sei­ne poli­ti­schen Wir­kungs­mög­lich­kei­ten voll aus­zu­schöp­fen 88. Ein Abge­ord­ne­ter hat im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren nicht nur das Recht, im Bun­des­tag abzu­stim­men (zu "beschlie­ßen", vgl. Art. 42 Abs. 2 GG), son­dern auch das Recht zu bera­ten (zu "ver­han­deln", vgl. Art. 42 Abs. 1 GG). Eine Bera­tung ver­fehlt aber ihren Zweck, wenn über den Bera­tungs­ge­gen­stand kei­ne oder nur unzu­rei­chen­de Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung ste­hen. Abge­ord­ne­te bedür­fen daher grund­sätz­lich einer umfas­sen­den Infor­ma­ti­on, um ihren Auf­ga­ben genü­gen zu kön­nen; das gilt ins­be­son­de­re für par­la­men­ta­ri­sche Min­der­hei­ten 56. Es stellt daher eine Ver­let­zung von Rech­ten eines Abge­ord­ne­ten dar, wenn die­ser erfor­der­li­che Infor­ma­tio­nen so spät erhält, dass er nicht mehr in der Lage ist, sich fun­diert mit die­sen zu befas­sen und sich vor der Bera­tung oder Abstim­mung eine Mei­nung zu dem Vor­gang zu bil­den. Dies gilt auch für die Arbeit im Ver­mitt­lungs­aus­schuss. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss ist daher ver­pflich­tet, sei­nen in einer von ihm ein­ge­rich­te­ten Arbeits­grup­pe nicht ver­tre­te­nen Mit­glie­dern die Unter­la­gen recht­zei­tig vor einer Aus­schuss­sit­zung zur Ver­fü­gung zu stel­len, die der Arbeits­grup­pe bei deren Sit­zun­gen vor­ge­le­gen haben und die Grund­la­ge der dor­ti­gen Bera­tun­gen waren.

Somit könn­ten die bei­den Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten dadurch in ihren Rech­ten ver­letzt wor­den sein, dass ihnen bestimm­te Unter­la­gen gar nicht und der in infor­mel­len Gre­mi­en aus­ge­ar­bei­te­te Kom­pro­miss­vor­schlag nur etwa ein­ein­halb Stun­den vor Beginn der Sit­zung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses am 22.02.2011 per E‑Mail zuge­sandt wor­den sind. Eine sol­che Ver­let­zung ihrer Rech­te hät­te ihre Ursa­che aber allein in der man­geln­den Unter­rich­tung durch den Ver­mitt­lungs­aus­schuss und nicht in dem Aus­schluss der Antrag­stel­ler von der Arbeits­grup­pe und der Gesprächs­run­de 89. Die man­geln­de Unter­rich­tung selbst haben die Antrag­stel­ler jedoch nicht zum Gegen­stand ihrer Anträ­ge im Organ­streit­ver­fah­ren gemacht.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2015 – 2 BvE 1/​11

  1. zuletzt geän­dert mit Bekannt­ma­chung vom 30.04.2003, BGBl I S. 677[]
  2. vgl. Berg­kem­per, Das Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren gemäß Art. 77 II GG, 2008, S. 215 ff.[]
  3. BGBl I S. 1237; zuletzt geän­dert durch Beschluss vom 03.04.2014, BGBl I S. 534[]
  4. BT-Drs. 17/​4 und BT-Plen­Pr 17/​2, S. 23C[][]
  5. St. Laguë/​Schepers[]
  6. BT-Drs. 17/​211 und BT-Plen­Pr 17/​12, S. 953C; Pod­schull-Well­mann, Die Tätig­keit des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses in der sieb­zehn­ten Wahl­pe­ri­ode des Deut­schen Bun­des­ta­ges – Acht­zehn­te zeit­li­che Über­sicht mit Fund­stel­len, 2013, S. 33 f.[]
  7. BT-Drs. 17/​3958, 17/​3404 und 17/​4032; BT-Plen­Pr 17/​79, S. 8775A ff.[]
  8. BR-Drs. 789/​10, Beschluss; BR-Plen­Pr 878, S. 499C[]
  9. BR-Drs. 789/​2/​10[]
  10. BR-Plen­Pr 878, S. 499C[]
  11. BR-Drs. 837/​10[]
  12. BT-Plen­Pr 17/​91, S. 10269[]
  13. BT-Drs. 17/​4719[]
  14. BT-Plen­Pr 17/​91, S. 10270D[]
  15. BR-Drs. 84/​11, Beschluss; BR-Plen­Pr 879, S. 37C[]
  16. sie­he BT-Drs. 17/​4830[]
  17. BT-Plen­Pr 17/​94, S. 10715A[]
  18. BR-Drs. 109/​11, Beschluss; BR-Plen­Pr 880, S. 96C[]
  19. vgl. BVerfGE 84, 304, 317 f.[]
  20. BVerfGE 108, 251, 270; 124, 161, 184; BVerfG, Urteil vom 21.10.2014 – 2 BvE 5/​11 105; stRspr[]
  21. vgl. BVerfGE 4, 144, 152; 102, 224, 231; 108, 251, 271[]
  22. vgl. BVerfGE 2, 143, 160; 20, 56, 104; 43, 142, 147[]
  23. vgl. BVerfGE 10, 4, 14[]
  24. BVerfGE 20, 56, 104[]
  25. vgl. BVerfGE 70, 324, 350 f.; 124, 161, 187; stRspr[]
  26. vgl. BVerfGE 45, 1, 28; 67, 100, 125; 68, 1, 69[]
  27. vgl. Goessl, Organ­strei­tig­kei­ten inner­halb des Bun­des, 1961, S. 129; Beth­ge, in: Maun­z/­Schmidt-Bleib­treu/Klein/­Be­th­ge, BVerfGG, § 63 Rn. 44, Dezem­ber 2014; Löwer, in: Isensee/​Kirchhof, HStR III, 3. Aufl.2005, § 70 Rn. 17; Benda/​Klein/​Klein, Ver­fas­sungs­pro­zess­recht, 3. Aufl.2012, Rn. 1018[]
  28. vgl. BVerfGE 44, 125, 137 f.[]
  29. vgl. BVerfGE 118, 277, 317[]
  30. vgl. BVerfGE 62, 1, 33; 67, 100, 126; 118, 277, 322[]
  31. vgl. BVerfGE 62, 1, 33[]
  32. vgl. BVerfGE 70, 324, 350; 80, 188, 209[]
  33. vgl. BVerfGE 68, 1, 74 f.; 97, 408, 414; 120, 82, 96[]
  34. Beth­ge, in: Maun­z/­Schmidt-Bleib­treu/Klein/­ders., BVerfGG, § 64 Rn. 14 f., Dezem­ber 2014; Lenz/​Hansel, BVerfGG, 2. Aufl.2015, § 64 Rn. 3[]
  35. vgl. BVerfGE 94, 351, 362 f.; 99, 19, 28; 104, 310, 325; 108, 251, 271 f.; 118, 277, 317; 134, 141, 194, Rn. 160[]
  36. vgl. BVerfGE 93, 195, 204; 134, 141, 194, Rn. 160[]
  37. BVerfGE 108, 251, 272[]
  38. vgl. BVerfGE 80, 188, 222; 84, 304, 323[]
  39. vgl. BVerfGE 112, 118, 132 ff.; 130, 318, 354; 135, 317, 396, Rn. 154[]
  40. BVerfGE 112, 118, 133[]
  41. vgl. BVerfGE 62, 1, 33; 67, 100, 127; 68, 1, 77; 119, 302, 307 f.[]
  42. BVerfGE 68, 1, 69 ff.; 73, 1, 29 f.; 80, 188, 212; 104, 151, 193 f.; 118, 244, 257; 126, 55, 67 f.; 134, 141, 194, Rn. 160; BVerfG, Beschluss vom 06.05.2014 – 2 BvE 3/​12 5[]
  43. vgl. BVerfGE 1, 372, 379; 10, 4, 11; 41, 291, 303; 49, 70, 77; 121, 135, 152; 131, 152, 193[]
  44. Beth­ge, in: Maun­z/­Schmidt-Bleib­treu/Klein/­ders., BVerfGG, § 64 Rn. 99, Dezem­ber 2014; Umbach, in: ders./Clemens/Dollinger, BVerfGG, 2. Aufl.2005, §§ 63, 64 Rn. 172[]
  45. vgl. BVerfGE 121, 135, 152; 131, 152, 194; BVerfG, Urteil vom 21.10.2014 – 2 BvE 5/​11 128[]
  46. vgl. BVerfGE 124, 267, 274 f.[]
  47. vgl. zu einer ähn­li­chen Kon­stel­la­ti­on BVerfG, Urteil vom 21.10.2014 – 2 BvE 5/​11 127 f.[]
  48. vgl. BVerfGE 87, 207, 209; vgl. auch BVerfGE 102, 224, 232; 119, 302, 307 f., aller­dings mit der Beson­der­heit, dass zwi­schen­zeit­lich auch die jeweils ange­grif­fe­ne Norm geän­dert wor­den war; zum Aus­schei­den des Antrags­geg­ners aus dem Bun­des­tag sie­he BVerfG, Beschluss vom 06.05.2014 – 2 BvE 3/​12 4 ff.[]
  49. vgl. BVerfGE 135, 317, 396 f., Rn. 154 f.[][]
  50. vgl. BVerfGE 44, 308, 316; 56, 396, 405; 80, 188, 217; 130, 318, 342[][]
  51. vgl. BVerfGE 44, 308, 316; 56, 396, 405; 80, 188, 218; 130, 318, 342[]
  52. BVerfGE 44, 308, 317; vgl. auch BVerfGE 130, 318, 351[]
  53. BVerfGE 44, 308, 317[]
  54. vgl. BVerfGE 56, 396, 405; 80, 188, 218; 84, 304, 321; 130, 318, 342[]
  55. BVerfGE 96, 264, 278[]
  56. BVerfGE 70, 324, 355[][]
  57. vgl. BVerfGE 80, 188, 218 und 130, 318, 342 jeweils m.w.N. zu den ein­zel­nen Befug­nis­sen[]
  58. vgl. BVerfGE 84, 304, 322 f.; 112, 118, 133; 130, 318, 354[]
  59. vgl. BVerfGE 80, 188, 221 f.[]
  60. BVerfGE 80, 188, 222; 84, 304, 323; 96, 264, 282; 112, 118, 133; 130, 318, 354; 131, 230, 235; 135, 317, 396, Rn. 153[]
  61. BVerfGE 130, 318, 354; 131, 230, 235[]
  62. vgl. BVerfGE 84, 304, 328[]
  63. BVerfGE 96, 264, 280[]
  64. BVerfGE 80, 188, 227[]
  65. BVerfGE 84, 304, 328[]
  66. BVerfGE 96, 264, 283; 130, 318, 354 f.[]
  67. vgl. BVerfGE 96, 264, 282 f.; spe­zi­ell zum Ver­mitt­lungs­aus­schuss sowie all­ge­mein zu Aus­schüs­sen des Bun­des­ta­ges BVerfGE 130, 318, 354 f.[]
  68. BVerfGE 96, 264, 283; 130, 318, 355[]
  69. BVerfGE 130, 318, 354[]
  70. BVerfGE 2, 1, 13; 44, 308, 321; 70, 324, 363[]
  71. vgl. BVerfGE 44, 308, 319; 70, 324, 363; 130, 318, 352 f.; 131, 230, 235[]
  72. vgl. etwa BVerfGE 130, 318, 352 und 358 f.; 131, 230, 235[]
  73. vgl. BVerfGE 96, 264, 282; 112, 118, 133[]
  74. BVerfGE 112, 118, 138[]
  75. BVerfGE 112, 118, 140; 130, 318, 355[]
  76. BVerfGE 112, 118, 141 f.[]
  77. BVerfGE 112, 118, 144[]
  78. vgl. BVerfGE 112, 118, 145[]
  79. vgl. für Aus­schüs­se des Bun­des­ta­ges BVerfGE 80, 188, 220[]
  80. BVerfGE 112, 118, 137[]
  81. BVerfGE 72, 175, 188[]
  82. vgl. BVerfGE 72, 175, 188; 101, 297, 306; 120, 56, 74[]
  83. BVerfGE 120, 56, 74[]
  84. BVerfGE 101, 297, 306; 120, 56, 74; 125, 104, 122 ff.[]
  85. sie­he die empi­ri­sche Beschrei­bung bei Mera­ti-Kas­ha­ni, NVwZ Extra Heft 7/​2011, S. 1, 2 ff.[]
  86. vgl. Berg­kem­per, Das Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren gemäß Art. 77 II GG, 2007, S. 215 ff.; Schnei­der, Moder­nes Regie­ren und Kon­sens, 2010, S. 97[]
  87. vgl. Schnei­der, ebd.[]
  88. BVerfGE 44, 308, 320[]
  89. vgl. BVerfGE 96, 264, 284[]