Der Wider­ruf der Gast­stät­ten­er­laub­nis

Der Wider­ruf der Gast­stät­ten­er­laub­nis wegen Unzu­ver­läs­sig­keit des allein­ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Geschäfts­füh­rers ist vor­aus­sicht­lich recht­mä­ßig, wenn die zugrun­de geleg­ten steu­er­straf­recht­li­chen Ver­feh­lun­gen gewer­be­be­zo­gen und nach Art und Dau­er sowie ange­rich­te­tem Scha­den von beson­ders gro­ßem Gewicht sind.

Der Wider­ruf der Gast­stät­ten­er­laub­nis

So hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in einem Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes ent­schie­den und den Wider­ruf der Gast­stät­ten­er­laub­nis einer Mün­che­ner Gesell­schaft für sofort wirk­sam erklärt. Die Erlaub­nis der Gesell­schaft zum Betrieb einer Schank- und Spei­se­wirt­schaft war wegen gast­stät­ten­recht­li­cher Unzu­ver­läs­sig­keit des allein­ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Geschäfts­füh­rers wider­ru­fen wor­den, nach­dem die­ser wegen Steu­er­straf­ta­ten ver­ur­teilt wor­den war. Die Gesell­schaft erhob gegen den Wider­ruf Kla­ge und bean­trag­te vor­läu­fi­gen Rechts­schutz gegen des­sen sofor­ti­ge Voll­zieh­bar­keit. Das Ver­wal­tungs­ge­richt setz­te dar­auf­hin den Wider­ruf vor­läu­fig außer Voll­zug. Dage­gen hat die Lan­des­haupt­stadt Mün­chen Beschwer­de erho­ben.

In sei­ner Ent­schei­dung hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof aus­ge­führt, dass die zugrun­de geleg­ten steu­er­straf­recht­li­chen Ver­feh­lun­gen gewer­be­be­zo­gen sei­en und nach Art und Dau­er sowie ange­rich­te­tem Scha­den von beson­ders gro­ßem Gewicht. Die Fort­set­zung des Betriebs der Gesell­schaft wäh­rend der Dau­er des Rechts­streits las­se kon­kre­te Gefah­ren für wich­ti­ge Gemein­schafts­gü­ter befürch­ten. Auch unter Berück­sich­ti­gung der von der Gesell­schaft geplan­ten und teils umge­setz­ten Com­pli­an­ce-Maß­nah­men kön­ne kei­ne posi­ti­ve Pro­gno­se für die Dau­er des Kla­ge­ver­fah­rens gestellt wer­den. Die Gefahr, dass es bei Wei­ter­füh­rung des Betriebs erneut zu Unre­gel­mä­ßig­kei­ten bei Waren­ein­kauf, Waren­wirt­schaft und Waren­ab­satz kom­me, wie sie beim Bier­ver­kauf im Betrieb der Gesell­schaft und beim Cham­pa­gner­ver­kauf im Fest­zelt eines eben­falls von dem wahr­schein­lich gast­stät­ten­recht­lich unzu­ver­läs­si­gen Geschäfts­füh­rer geführ­ten Betriebs absicht­lich her­bei­ge­führt wor­den sei­en, sei nicht von der Hand zu wei­sen. Die äuße­ren Umstän­de, unter denen der Geschäfts­füh­rer die erheb­li­chen Steu­er­straf­ta­ten began­gen habe, hät­ten sich nicht maß­geb­lich geän­dert. Bei den ange­kün­dig­ten Com­pli­an­ce-Maß­nah­men feh­le es an einer effek­ti­ven Kon­trol­le durch unab­hän­gi­ge Drit­te. Zu berück­sich­ti­gen sei auch, dass der Ein­griff in die Berufs­frei­heit der Gesell­schaft durch Abbe­ru­fung des unzu­ver­läs­si­gen Geschäfts­füh­rers abwend­bar sei.

Nach Auf­fas­sung des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs ist der Wider­ruf der Gast­stät­ten­er­laub­nis wegen Unzu­ver­läs­sig­keit des allein­ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Geschäfts­füh­rers vor­aus­sicht­lich recht­mä­ßig. Daher ist die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts abge­än­dert und der Antrag der Gesell­schaft auf vor­läu­fi­gen Rechts­schutz abge­lehnt wor­den.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Juli 2014 – 22 CS 14.1186