Der Zweck des (gerichtlichen) Sachverständigengutachtens

Ein Sachverständigengutachten hat den Zweck, dem Gericht die zur Feststellung des entscheidungserheblichen Sachverhalts erforderliche Sachkunde zu vermitteln und ihm dadurch die Bildung der für die Entscheidung notwendigen Überzeugung zu ermöglichen.

Der Zweck des (gerichtlichen) Sachverständigengutachtens

Es kann diesen Zweck nicht erfüllen und deshalb für die Überzeugungsbildung des Gerichts ungeeignet oder jedenfalls unzureichend sein, wenn es grobe, offen erkennbare Mängel oder unlösbare Widersprüche aufweist, wenn es von unzutreffenden sachlichen Voraussetzungen ausgeht oder Anlass zu Zweifeln an der Sachkunde oder der Unparteilichkeit des Gutachters besteht.

Einwendungen eines Verfahrensbeteiligten, der das bereits vorliegende Gutachten als Erkenntnisquelle für unzureichend hält, verpflichten das Tatsachengericht für sich genommen nicht, einen anderen Sachverständigen zu beauftragen1.

Bundesverwaltungsgericht, Beschluss vom 20. August 2015 – 2 B 78.2013 –

  1. stRspr; vgl. Beschlüsse vom 14.04.2012 – 2 B 80.10 7; vom 31.10.2012 – 2 B 33.12, NVwZ-RR 2013, 115 Rn. 34 m.w.N.; und vom 25.02.2013 – 2 B 57.12 5 m.w.N.[]
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