Die akten­wid­ri­ge Ent­schei­dung

Nach § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO ent­schei­det das Gericht nach sei­ner frei­en, aus dem Gesamt­ergeb­nis des Ver­fah­rens gewon­ne­nen Über­zeu­gung.

Die akten­wid­ri­ge Ent­schei­dung

Die Gren­zen der "Frei­heit" des Gerichts sind jedoch über­schrit­ten, wenn es ent­we­der sei­ner Sach­ver­halts- und Beweis­wür­di­gung nicht das Gesamt­ergeb­nis des Ver­fah­rens zu Grun­de legt, son­dern nach sei­ner Rechts­auf­fas­sung ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Akten­in­halt über­geht oder akten­wid­ri­ge Tat­sa­chen annimmt, oder wenn die von ihm gezo­ge­nen tat­säch­li­chen Schluss­fol­ge­run­gen gegen die Denk­ge­set­ze ver­sto­ßen.

Sol­che Ver­stö­ße gegen den Über­zeu­gungs­grund­satz kön­nen als Ver­fah­rens­män­gel gerügt wer­den 1.

ine "akten­wid­ri­ge Ent­schei­dung" liegt erst vor, wenn der Streit­stoff, den das Tat­sa­chen­ge­richt sei­ner Ent­schei­dung zu Grun­de legt, von dem tat­säch­li­chen Streit­stoff, wie er sich aus den Akten ergibt, zu ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fra­gen abweicht, sei es dass er dar­über hin­aus­geht, indem akten­wid­rig – "ins Blaue hin­ein" – Tat­sa­chen ange­nom­men wer­den, sei es dass er dahin­ter zurück­bleibt, indem Akten­in­halt über­gan­gen wird 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 30. August 2018 – 7 B 5.18

  1. stRspr, vgl. nur BVerwG, Urteil vom 30.08.2012 – 8 C 5.11, Buch­holz 428 § 1 Abs. 1 VermG Nr. 28 Rn. 24 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerwG, Urteil vom 30.08.2012 – 8 C 5.11, Buch­holz 428 § 1 Abs. 1 VermG Nr. 28 Rn. 25[]