Die Alli­ga­tor-Action-Farm – und die Zuver­läs­sig­keit des Betrei­bers

Die tier­schutz­recht­li­che Unzu­ver­läs­sig­keit eines Betrei­bers einer Alli­ga­tor-Farm kann nicht mit dem Tod eines Ele­fan­ten begrün­det wer­den, wenn der Vor­fall weder ganz auf­ge­klärt ist noch dies­be­züg­lich eine rechts­kräf­ti­ge Ent­schei­dung über ein Fehl­ver­hal­ten des Betrei­bers vor­liegt.

Die Alli­ga­tor-Action-Farm – und die Zuver­läs­sig­keit des Betrei­bers

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren, mit dem sich der Betrei­ber einer Alli­ga­tor-Action-Farm im Wet­ter­au­kreis gegen den Ent­zug sei­ner tier­schutz­recht­li­chen Erlaub­nis gewehrt hat. Der Land­rat des Wet­ter­au­krei­ses hat­te mit sofor­ti­ger Wir­kung die tier­schutz­recht­li­che Erlaub­nis ent­zo­gen und den Betrieb der Tier­farm unter­sagt. Gestützt hat­te der Land­rat die ange­foch­te­ne Ver­fü­gung auf die tier­schutz­recht­li­che Unzu­ver­läs­sig­keit des Betrei­bers. Dabei wur­den dem Betrei­ber mehr­fa­che Ver­stö­ße gegen das Tier­schutz­ge­setz und Auf­la­gen im Zusam­men­hang mit dem Schau­be­trieb zur Last gelegt, die Ent­schei­dung aber letzt­lich mit Vor­gän­gen im Zusam­men­hang mit dem Tod eines Ele­fan­ten begrün­det, der in Est­land bei einer Vor­füh­rung im Bei­sein des Antrag­stel­lers ver­stor­ben war.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Gie­ßen sei­en die Umstän­de um den Tod des Ele­fan­ten und die Betei­li­gung des Antrag­stel­lers dar­an der­zeit weder rest­los auf­ge­klärt noch lie­ge dies­be­züg­lich eine rechts­kräf­ti­ge Ent­schei­dung über ein Fehl­ver­hal­ten des Antrag­stel­lers vor, so dass des­sen Unzu­ver­läs­sig­keit nach dem der­zei­ti­gen Stand der Din­ge schon des­halb mit die­sem Vor­fall nicht begrün­det wer­den kön­ne.

Zudem sei es pro­ble­ma­tisch, mit den dies­be­züg­li­chen Vor­wür­fen gegen Antrag­stel­ler auch sei­ne Zuver­läs­sig­keit im Hin­blick auf die ihm erteil­te Erlaub­nis zur Hal­tung und Zur­schau­stel­lung von Alli­ga­to­ren in Fra­ge zu stel­len. Im Hin­blick auf die­se Tätig­keit sei­en den umfang­rei­chen Akten näm­lich kei­ne Bean­stan­dun­gen der Behör­den zu ent­neh­men, die zu irgend­ei­ner Zeit zu tier­schutz­recht­li­chen Anord­nun­gen geführt hät­ten. Soweit ersicht­lich habe der Antrag­stel­ler klei­ne­ren Bean­stan­dun­gen immer abge­hol­fen. Es sei aus den Behör­den­ak­ten ins­be­son­de­re nicht ersicht­lich, dass der Antrag­stel­ler, der seit über 25 Jah­re Alli­ga­to­ren, Schlan­gen und Legua­ne hal­te, wie­der­holt oder grob gegen die Anfor­de­run­gen an eine ange­mes­se­ne Pfle­ge und ver­hal­tens­ge­rech­te Unter­brin­gung der Tie­re ver­sto­ßen und Tie­ren dadurch Lei­den zuge­fügt habe. Kon­trol­len der Vete­ri­när­be­hör­den hät­ten in der Ver­gan­gen­heit nie schwer­wie­gen­de Män­gel in der Tier­hal­tung erge­ben.

Daher hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen dem Eil­an­trag des Betrei­bers der Alli­ga­tor-Action-Farm statt­ge­ge­ben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen, Beschluss vom 17. Febru­ar 2014 – 4 L 133/​14.GI