Die Aus­kunft über die Sach­leis­tungs­pau­scha­le der Abge­ord­ne­ten

Eine Aus­kunft über die Ver­wen­dung von Mit­teln der Sach­leis­tungs­pau­scha­le durch Abge­ord­ne­te kann – gera­de weil eine Kon­trol­le die­ser Sach­mit­tel wegen des Grund­sat­zes des frei­en Man­dats nicht durch staat­li­che Stel­len erfol­gen darf – nur durch die Öffent­lich­keit, infor­miert von der Pres­se, erfol­gen. Des­halb hat der Bun­des­tag der Pres­se Aus­kunft über die Ver­wen­dung von Mit­teln der Sach­leis­tungs­pau­scha­le zu ertei­len.

Die Aus­kunft über die Sach­leis­tungs­pau­scha­le der Abge­ord­ne­ten

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Jour­na­lis­ten ent­schie­den, der im Wege der einst­wei­li­gen Anord­nung Aus­kunft von der Bun­des­tags­ver­wal­tung erhal­ten woll­te, wel­che Abge­ord­ne­ten des jet­zi­gen Bun­des­ta­ges unter Inan­spruch­nah­me der Sach­leis­tungs­pau­scha­le im Jah­re 2013 mehr als fünf Tablet Com­pu­ter bzw. ein Smart­pho­ne erwor­ben haben. Die im Abge­ord­ne­ten­ge­setz vor­ge­se­he­ne Sach­leis­tungs­pau­scha­le in Höhe von 12.000,– Euro pro Kalen­der­jahr ermög­licht es jedem Abge­ord­ne­ten, man­dats­be­ding­te Kos­ten – wie Büro­kos­ten, Fahrt­kos­ten, Mehr­auf­wen­dun­gen am Sitz des Bun­des­ta­ges – mit der Bun­des­tags­ver­wal­tung abzu­rech­nen. Die Bun­des­tags­ver­wal­tung hat die Aus­kunft mit dem Argu­ment ver­wei­gert, das freie Man­dat jedes Abge­ord­ne­ten schlie­ße eine Kon­trol­le der von den Abge­ord­ne­ten für Sach­mit­tel gel­tend gemach­ten Kos­ten aus.

In sei­nem Beschluss ist das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin die­ser Argu­men­ta­ti­on nicht gefolgt: Gera­de weil eine Kon­trol­le der zweck­ge­bun­de­nen, allein für die Aus­übung des Man­dats gewähr­ten Sach­mit­tel wegen des Grund­sat­zes des frei­en Man­dats nicht durch staat­li­che Stel­len erfol­gen dür­fe, kön­ne sie nur durch die Öffent­lich­keit, infor­miert von der Pres­se, erfol­gen. Dies sei im Hin­blick auf Vor­wür­fe, Sach­mit­tel wür­den von man­chen Abge­ord­ne­ten miss­braucht, für das Funk­tio­nie­ren des demo­kra­ti­schen Staats­we­sens und dem Anse­hen des Par­la­ments uner­läss­lich.

Der mit der Bereit­stel­lung der Infor­ma­tio­nen ver­bun­de­ne Auf­wand sei im kon­kre­ten Ein­zel­fall nicht unzu­mut­bar, auch wenn die Bele­ge über die Ver­wen­dung der Sach­mit­tel für jeden ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten in Ord­nern abge­legt sei­en, die nun­mehr durch die Bun­des­tags­ver­wal­tung durch­ge­se­hen wer­den müss­ten. Es oblie­ge der Bun­des­tags­ver­wal­tung, orga­ni­sa­to­ri­sche Vor­sor­ge dafür zu tref­fen, dass künf­tig der­ar­ti­ge, zur Infor­ma­ti­on der Öffent­lich­keit über die Man­dats­aus­übung des ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten erfor­der­li­che Pres­se­aus­künf­te ohne gro­ßen Auf­wand erteilt wer­den kön­nen.

Ange­sichts der bevor­ste­hen­den Bun­des­tags­wah­len und der aktu­el­len Ver­öf­fent­li­chun­gen über ver­gleich­ba­re The­men bezüg­lich Baye­ri­scher Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter, sei die Ent­schei­dung eil­be­dürf­tig gewe­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 22. August 2013 – 27 L 185.13