Die Blech­hüt­te im Land­schafts­schutz­ge­biet

Stellt die Errich­tung einer Gerä­te­hüt­te im Land­schafts­schutz­ge­biet einen Ein­griff in Natur und Land­schaft dar, der geeig­net ist, das Land­schafts­bild erheb­lich zu beein­träch­ti­gen, kann die Besei­ti­gung die­ser Hüt­te ver­langt wer­den.

Die Blech­hüt­te im Land­schafts­schutz­ge­biet

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Antrag auf Zulas­sung zur Beru­fung abge­lehnt. Die Klä­ge­rin hat­te auf ihrem Grund­stück im Gons­bach­tal in Mainz ohne Geneh­mi­gung einen Gerä­te­schup­pen errich­tet. Da die Stadt Mainz hier­in einen unzu­läs­si­gen Ein­griff in Natur und Land­schaft gese­hen hat, ord­ne­te sie die Besei­ti­gung des Gebäu­des an. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge hat das Ver­wal­tungs­ge­richt abge­wie­sen.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz stel­le die Errich­tung der Gerä­te­hüt­te einen Ein­griff in Natur und Land­schaft dar, der geeig­net sei das Land­schafts­bild erheb­lich zu beein­träch­ti­gen. Denn der Schup­pen wer­de auf­grund sei­ner Grö­ße, sei­ner ecki­gen Form, sei­ner Farb­ge­bung (grün mit wei­ßer Tür) sowie ins­be­son­de­re auf­grund sei­nes „unna­tür­li­chen“ Mate­ri­als (Blech) im fla­chen Land­schafts­bild des Gons­bach­t­als, das unter ande­rem durch Bäche, Auwald­res­te, ein­zel­ne Röh­richt­be­stän­de und exten­si­ve Streu­obst­be­stän­de geprägt sei, von einem den Belan­gen des Natur­schut­zes und der Land­schafts­pfle­ge auf­ge­schlos­se­nen Durch­schnitts­be­trach­ter als erheb­lich stö­rend emp­fun­den. Die Klä­ge­rin kön­ne sich nicht mit Erfolg auf Bestands­schutz beru­fen, weil kei­ner­lei kon­kre­te, nach­voll­zieh­ba­re Anhalts­punk­te dafür bestün­den, dass die Gerä­te­hüt­te zu einer Zeit errich­tet wor­den sei, als sie kei­ner natur­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gung bedurft habe. Auch ver­sto­ße die Besei­ti­gungs­ver­fü­gung nicht gegen den Gleich­heits­grund­satz. Das Umwelt­amt der Stadt set­ze ein schlüs­si­ges und nach­voll­zieh­ba­res Sanie­rungs­kon­zept um, wobei ein zeit­glei­ches Ein­schrei­ten gegen sämt­li­che rechts­wid­ri­gen Bau­ten nicht ver­langt wer­den kön­ne.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 5. Juni 2012 – 8 A 10594/​12.OVG