Die Bun­des­wehr und ihre Beur­tei­lungs­richt­li­nie

Die Bil­dung von Ver­gleichs­grup­pen im Rah­men plan­mä­ßi­ger Beur­tei­lun­gen, die in der Beur­tei­lungs­richt­li­nie der Bun­des­wehr gere­gelt ist, ver­stößt gegen die Sol­da­ten­lauf­bahn­ver­ord­nung.

Die Bun­des­wehr und ihre Beur­tei­lungs­richt­li­nie

In dem hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall ist der Antrag­stel­ler Sol­dat und wird in einem Amt der Bun­des­wehr auf einem Dienst­pos­ten als Sach­be­ar­bei­ter ver­wen­det. Er hat­te sei­ne plan­mä­ßi­ge Beur­tei­lung mit der Begrün­dung ange­grif­fen, er sei von sei­nen Vor­ge­setz­ten in einer Ver­gleichs­grup­pe betrach­tet wor­den, in die auch ein Dezer­nats­lei­ter und meh­re­re Sach­ge­biets­lei­ter ein­be­zo­gen waren. Die Beur­tei­lungs­richt­li­nie der Bun­des­wehr legt für plan­mä­ßi­ge Beur­tei­lun­gen Ver­gleichs­grup­pen der zu beur­tei­len­den Sol­da­ten fest, für die nicht die Besol­dungs­grup­pe oder der Dienst­grad die­ser Sol­da­ten maß­geb­lich ist, son­dern aus­schließ­lich die Dotie­rung der Dienst­pos­ten (Bewer­tung durch Zuord­nung zu einer oder meh­re­ren Besol­dungs­stu­fen), auf denen sie ein­ge­setzt sind. § 2 Abs. 4 Sol­da­ten­lauf­bahn­ver­ord­nung ermäch­tigt das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Ver­tei­di­gung dazu, in den Beur­tei­lungs­richt­li­ni­en Ver­gleichs­grup­pen nach dem Dienst­grad, der Besol­dungs­grup­pe oder der Funk­ti­ons­ebe­ne zu bil­den.

Der 1. Wehr­dienst­se­nat des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts hat ent­schie­den, dass die Ver­gleichs­grup­pen­bil­dung nach Funk­ti­ons­ebe­nen recht­mä­ßig ist, wenn die jewei­li­ge Ver­gleichs­grup­pe hin­rei­chend homo­gen zusam­men­ge­setzt ist. Bei der auf die­se Wei­se gebil­de­ten Ver­gleichs­grup­pe ist das Kri­te­ri­um für die Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit die Inne­ha­bung von Dienst­pos­ten mit im Wesent­li­chen glei­chen Auf­ga­ben und des­halb ver­gleich­ba­ren Leis­tungs­an­for­de­run­gen. Die Dotie­rung eines Dienst­pos­tens allein lässt indes­sen kei­ne Rück­schlüs­se dar­auf zu, wel­che Auf­ga­ben auf dem Dienst­pos­ten wahr­zu­neh­men sind. Bean­stan­det wur­de außer­dem die man­geln­de Homo­ge­ni­tät der Ver­gleichs­grup­pe des Antrag­stel­lers, in der ein­heit­lich Sach­be­ar­bei­ter und Sol­da­ten mit Lei­tungs­auf­ga­ben betrach­tet wur­den. Die Beur­tei­lung wur­de des­halb auf­ge­ho­ben.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Okto­ber 2011 – 1 WB 51.10