Die Ehe­frau als Assis­ten­tin eines Gemein­de­rats­mit­glieds

Ein Rats­mit­glied kann kei­ne Kos­ten­er­stat­tung für die Beschäf­ti­gung sei­ner Ehe­frau ver­lan­gen.

Die Ehe­frau als Assis­ten­tin eines Gemein­de­rats­mit­glieds

In einem Fall aus Mül­heim an der Ruhr hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf die Kla­ge eines frü­he­ren Rats­mit­glie­des abge­wie­sen, der mit sei­ner Kla­ge die Erstat­tung von Per­so­nal- und Miet­kos­ten in Höhe von 6.764 € ver­langt hat­te, die ihm im Jahr 2008 auf­grund der Anstel­lung sei­ner Ehe­frau als Assis­ten­tin sowie durch die Anmie­tung von im Eigen­tum sei­ner Ehe­frau ste­hen­den Büro­räum­lich­kei­ten ent­stan­den waren.

Nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf kam jedoch ein Anspruch des Klä­gers für die Zeit bis Novem­ber 2008 schon des­halb nicht in Betracht, weil der Rat der Stadt Mül­heim die Leis­tung finan­zi­el­ler Zuwen­dun­gen an weder einer Frak­ti­on noch einer Grup­pe ange­hö­ren­de Rats­mit­glie­der erst mit Rats­be­schluss vom 27. Novem­ber 2008 ein­ge­führt habe.

Für die Zeit vom 27. Novem­ber bis zum Jah­res­en­de ste­he einem Anspruch des Klä­gers ent­ge­gen, dass im Rats­be­schluss gera­de eine Auf­trags­ver­ga­be an Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge des Rats­mit­glie­des aus­ge­schlos­sen wor­den sei. Hier­bei han­de­le es sich um eine zuläs­si­ge, die Man­dats­wahr­neh­mung nicht erheb­lich beein­träch­ti­gen­de Rege­lung. Damit kön­ne der Klä­ger weder die Per­so­nal­kos­ten für die Anstel­lung sei­ner Ehe­frau noch für die Anmie­tung von im Eigen­tum sei­ner Ehe­frau ste­hen­den Büro­räum­lich­kei­ten erstat­tet bekom­men.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 6. Juli 2011 – 1 K 3739/​10