Die Ein­ge­mein­dung von Reins­dorf

Die Auf­lö­sung einer Gemein­de und ihre Ein­ge­mein­dung in eine Stadt ver­letzt nicht das kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tungs­recht, wenn kei­ne for­mel­len Feh­ler bei der Bür­ger­an­hö­rung im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren vor­lie­gen und die Zuord­nung sich am Gemein­wohl ori­en­tiert und die ört­li­chen Ver­hält­nis­se und struk­tu­rel­len Beson­der­hei­ten ange­mes­sen berück­sich­tigt.

Die Ein­ge­mein­dung von Reins­dorf

Mit die­ser Begrün­dung hat das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt Sach­sen-Anhalt die Ver­fas­sungs­be­schwer­de der Gemein­de Reins­dorf (Land­kreis Bur­gen­land­kreis) zurück­ge­wie­sen, die sich gegen die Auf­lö­sung der Beschwer­de­füh­re­rin und ihre Ein­ge­mein­dung in die Stadt Nebra rich­te­te. Die Gemein­de gehör­te ursprüng­lich der Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Unstrut­tal an, deren übri­ge Mit­glieds­ge­mein­den, dar­un­ter die Stadt Nebra, sich im Rah­men der sog. Frei­wil­lig­keits­pha­se zur Ver­bands­ge­mein­de Unstrut­tal zusam­men­schlos­sen.

Das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt Sach­sen-Anhalt sieht in der vom Gesetz­ge­ber vor­ge­nom­me­nen Zuord­nung kei­ne Ver­let­zung des kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tungs­rechts der Beschwer­de­füh­re­rin. Der Gesetz­ge­ber hat den maß­geb­li­chen Sach­ver­halt voll­stän­dig ermit­telt und im Rah­men sei­nes poli­ti­schen Gestal­tungs- und Beur­tei­lungs­spiel­rau­mes eine leit­bild­ge­rech­te Zuord­nung vor­ge­nom­men, die sich am Gemein­wohl ori­en­tiert und die ört­li­chen Ver­hält­nis­se und struk­tu­rel­len Beson­der­hei­ten ange­mes­sen berück­sich­tigt. For­mel­le Feh­ler bei der Bür­ger­an­hö­rung im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren, wie sie die Beschwer­de­füh­re­rin gel­tend gemacht hat, hat das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Ergeb­nis einer Beweis­auf­nah­me nicht fest­ge­stellt.

Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt Sach­sen-Anhalt, Ent­schei­dung vom 15. Janu­ar 2013 – LVG 36/​10