Die Ein­woh­ner­zahl von Bre­mer­ha­ven

Die Kla­ge einer Stadt gegen den Bescheid des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes gegen eine als zu gering emp­fun­de­ne fest­ge­setz­te Ein­woh­ner­zahl hat auf­schie­ben­de Wir­kung. Daher muss vor­läu­fig die Ein­woh­ner­zahl aus der Fort­schrei­bung der Ergeb­nis­se der Volks­zäh­lung 1987 zugrun­de gelegt wer­den.

Die Ein­woh­ner­zahl von Bre­mer­ha­ven

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt der Frei­en Han­se­stadt Bre­men in dem hier vor­lie­gen­den einst­wei­li­gen Recht­schutz­ver­fah­ren ent­schie­den und die Freie Han­se­stadt Bre­men (Land) dazu ver­pflich­tet, vor­läu­fig für die Stadt Bre­mer­ha­ven (Antrag­stel­le­rin) eine Ein­woh­ner­zahl von 112.982 zugrun­de zu legen. Mit Bescheid vom 3. Juni 2013 setz­te das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt Bre­men auf der Grund­la­ge der Berech­nun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes zum Zen­sus 2011 für die Antrag­stel­le­rin zum Stich­tag 9. Mai 2011 eine amt­li­che Ein­woh­ner­zahl von 108.156 Per­so­nen fest. Die Antrag­stel­le­rin hält die fest­ge­setz­te Ein­woh­ner­zahl für zu gering und hat des­halb vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt der Frei­en Han­se­stadt Bre­men Kla­ge erho­ben (Az. 4 K 841/​13), über die das Ver­wal­tungs­ge­richt vor­aus­sicht­lich am 27.10.2014 öffent­lich ver­han­deln wird. Die Sena­to­rin für Finan­zen beab­sich­tigt, bei der Abrech­nung des kom­mu­na­len Finanz­aus­gleichs für die Antrag­stel­le­rin trotz der anhän­gi­gen Kla­ge schon jetzt die auf Grund­la­ge des Bescheids vom 03.06.2013 fort­ge­schrie­be­ne Ein­woh­ner­zahl zugrun­de zu legen. Die Antrag­stel­le­rin befürch­tet dadurch erheb­li­che Min­der­ein­nah­men aus dem kom­mu­na­len Finanz­aus­gleich. Sie ist der Auf­fas­sung, dass die Sena­to­rin für Finan­zen ihren Berech­nun­gen bis zu einer rechts­kräf­ti­gen Ent­schei­dung über die Kla­ge die um etwa 4.800 Ein­woh­ner höhe­re Ein­woh­ner­zahl aus einer Fort­schrei­bung des Ergeb­nis­ses der Volks­zäh­lung 1987 zugrun­de legen muss. Weil die Sena­to­rin für Finan­zen das ablehnt, hat die Antrag­stel­le­rin beim Ver­wal­tungs­ge­richt um vor­läu­fi­gen Rechts­schutz nach­ge­sucht.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts der Frei­en Han­se­stadt Bre­men habe die Kla­ge der Antrag­stel­le­rin gegen den Bescheid des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes Bre­men vom 03.06.2013 auf­schie­ben­de Wir­kung. Fol­ge der auf­schie­ben­den Wir­kung der Kla­ge sei, dass vor­läu­fig die Ein­woh­ner­zahl der Antrag­stel­le­rin aus der Fort­schrei­bung der Ergeb­nis­se der Volks­zäh­lung 1987 zugrun­de gelegt wer­den müs­se. Danach betra­ge die Ein­woh­ner­zahl zum Stich­tag 31.12.2011 112.982.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt der Frei­en Han­se­stadt Bre­men hat sich in sei­nem Beschluss nur mit den Rechts­fol­gen der auf­schie­ben­den Wir­kung der Kla­ge der Antrag­stel­le­rin aus­ein­an­der gesetzt. Die Recht­mä­ßig­keit der mit Bescheid des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes Bre­men vom 03.06.2013 fest­ge­setz­ten Ein­woh­ner­zahl war nicht Gegen­stand der gericht­li­chen Prü­fung. Dies bleibt dem Kla­ge­ver­fah­ren vor­be­hal­ten. Das Ver­wal­tungs­ge­richt weist in sei­nem Beschluss zudem dar­auf hin, dass es sich bei der jetzt getrof­fe­nen Ent­schei­dung nur um eine vor­läu­fi­ge Rege­lung han­de­le. Im Fall der Abwei­sung der Kla­ge sei es der Frei­en Han­se­stadt Bre­men unbe­nom­men, rück­wir­kend von einer gerin­ge­ren Ein­woh­ner­zahl der Stadt Bre­mer­ha­ven aus­zu­ge­hen.

Ver­wal­tungs­ge­richt der Frei­en Han­se­stadt Bre­men, Beschluss vom 31. Juli 2014 – 4 V 824/​14