Die Erhe­bung von Eltern­bei­trä­gen in einer Kita­s­at­zung

Soweit sich die Kita­s­at­zung der Lan­des­haupt­stadt Dres­den auch auf freie Trä­ger der Jugend­hil­fe sowie Kin­der­ta­ges­pfle­ge­per­so­nen bezieht, besteht kei­ne gesetz­li­che Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge. Die von der Lan­des­haupt­stadt auf der Grund­la­ge des Geset­zes über Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen (Sächs­Ki­taG) vor­ge­nom­me­nen Rege­lun­gen zur Erhe­bung von Eltern­bei­trä­gen ver­sto­ßen inhalt­lich in mehr­fa­cher Hin­sicht gegen höher­ran­gi­ges Recht.

Die Erhe­bung von Eltern­bei­trä­gen in einer Kita­s­at­zung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Sat­zung zur För­de­rung von Kin­dern in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen und in Kin­der­ta­ges­pfle­ge und über die Erhe­bung von Eltern­bei­trä­gen vom 23. Juni 2011 für unwirk­sam erklärt. Gegen­stand des Ver­fah­rens waren Anträ­ge von Trä­gern der frei­en Jugend­hil­fe sowie meh­re­rer Kin­der­ta­ges­pfle­ge­per­so­nen. Die­se wand­ten sich gegen die auch sie betref­fen­den Rege­lun­gen der Kita­s­at­zung unter Beru­fung auf die Selb­stän­dig­keit von Trä­gern der frei­en Jugend­hil­fe bzw. ihre Berufs­frei­heit. Sie bean­stan­de­ten ins­be­son­de­re Rege­lun­gen zu Schließ- und Öff­nungs­zei­ten ihrer Ein­rich­tun­gen, Vor­ga­ben zu Betreu­ungs­zei­ten und zur Gestal­tung pri­va­ter Betreu­ungs­ver­trä­ge.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung weist das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt daru­af hin, dass für die Kita­s­at­zung der Lan­des­haupt­stadt im Wesent­li­chen schon kei­ne gesetz­li­che Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge besteht, soweit sie sich – auch – auf freie Trä­ger der Jugend­hil­fe sowie Kin­der­ta­ges­pfle­ge­per­so­nen bezieht. Sie ver­sto­ße des­halb gegen die Selb­stän­dig­keit der frei­en Jugend­hil­fe bzw. das Grund­recht der Berufs­frei­heit. Aus dem Gesetz über Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen – Sächs­Ki­taG – las­se sich allein eine Rechts­grund­la­ge für die Erhe­bung von Eltern­bei­trä­gen in §§ 10 bis 13 der Sat­zung ent­neh­men. Die von der Lan­des­haupt­stadt auf die­ser Grund­la­ge vor­ge­nom­me­nen Rege­lun­gen ver­stie­ßen jedoch inhalt­lich in mehr­fa­cher Hin­sicht gegen höher­ran­gi­ges Recht, so dass auch die­se Rege­lun­gen unwirk­sam sei­en. Für die inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung der Ver­hält­nis­se in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen und in der Kin­der­ta­ges­pfle­ge dürf­ten ver­trag­li­che Rege­lun­gen mit den Trä­gern der Jugend­hil­fe und den Kin­der­ta­ges­pfle­ge­per­so­nen abge­schlos­sen wer­den, wie dies ohne­hin üblich sei. Ein­sei­ti­ge Rege­lun­gen der Lan­des­haupt­stadt durch Sat­zung sei die­sen gegen­über hin­ge­gen unzu­läs­sig.

Säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 21. März 2013 – 1 C 15/​12