Die erle­dig­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die Aus­la­ge­n­er­stat­tung

Über die Aus­la­ge­n­er­stat­tung ist, nach­dem der Beschwer­de­füh­rer die Ver­fas­sungs­be­schwer­de für erle­digt erklärt hat, gemäß § 34a Abs. 3 BVerfGG nach Bil­lig­keits­ge­sichts­punk­ten zu ent­schei­den 1. Dabei prüft das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Erfolgs­aus­sich­ten der Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht, da auch eine kur­so­ri­sche Prü­fung der Erfolgs­aus­sich­ten der Auf­ga­be des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts wider­sprä­che, ver­fas­sungs­recht­li­che Zwei­fels­fra­gen mit bin­den­der Wir­kung inter omnes zu klä­ren 2.

Die erle­dig­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die Aus­la­ge­n­er­stat­tung

Wesent­li­che Bedeu­tung kann aber ins­be­son­de­re dem Grund zukom­men, der zur Erle­di­gung geführt hat 3.

Besei­tigt die öffent­li­che Gewalt von sich aus den mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­grif­fe­nen Akt oder hilft sie der Beschwer auf ande­re Wei­se ab, kann, wenn kei­ne ander­wei­ti­gen Grün­de ersicht­lich sind, davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass sie das Begeh­ren des Beschwer­de­füh­rers selbst für berech­tigt erach­tet hat. In die­sem Fall ist es bil­lig, die öffent­li­che Hand ohne wei­te­re Prü­fung an ihrer Auf­fas­sung fest­zu­hal­ten und sie zu ver­pflich­ten, die Aus­la­gen des Beschwer­de­füh­rers in glei­cher Wei­se zu erstat­ten, wie wenn der Ver­fas­sungs­be­schwer­de statt­ge­ge­ben wor­den wäre 4.

Ist die Erle­di­gungs­er­klä­rung dage­gen nicht durch die Geset­zes­än­de­rung ver­an­lasst, ent­spricht es der Bil­lig­keit, es beim Grund­satz des Selbst­be­halts der eige­nen Aus­la­gen zu belas­sen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 25. März 2015 – 1 BvR 505/​13

  1. vgl. BVerfGE 85, 109, 114[]
  2. vgl. BVerfGE 33, 247, 264 f.[]
  3. vgl. BVerfGE 85, 109, 114 ff.; 87, 394, 397 f.; BVerfG, Beschluss vom 08.03.2012 – 1 BvR 872/​10 4; Beschluss vom 08.06.2012 – 1 BvR 349/​09 5[]
  4. vgl. BVerfGE 87, 394, 397; BVerfG, Beschluss vom 08.03.2012 – 1 BvR 872/​10 4; Beschluss vom 08.06.2012 – 1 BvR 349/​09 5[]