Die feh­len­de Wider­rufs­be­leh­rung

Ein Wider­spruch gegen den ableh­nen­den Bescheid ist nicht wegen des Feh­lens einer Rechts­be­helfs­be­leh­rung ent­behr­lich. Die ver­fah­rens­recht­li­chen Fol­gen einer unrich­ti­gen oder unter­blie­be­nen Rechts­be­helfs­be­leh­rung sind in § 58 VwGO abschlie­ßend gere­gelt. Ist die Rechts­mit­tel­be­leh­rung unter­blie­ben, ist nach § 58 Abs. 2 VwGO die Ein­le­gung des Rechts­be­helfs – abwei­chend von der sonst maß­geb­li­chen Monats­frist des § 70 Abs. 1 VwGO – inner­halb eines Jah­res zuläs­sig. Dass ein Rechts­be­helf ent­behr­lich wird, wenn über ihn nicht belehrt wird, ist dort nicht bestimmt. Damit bleibt es auch im Fal­le einer feh­len­den oder unrich­ti­gen Rechts­mit­tel­be­leh­rung bei der Not­wen­dig­keit eines Wider­spruchs­ver­fah­rens nach §§ 68 ff. VwGO [1].

Die feh­len­de Wider­rufs­be­leh­rung

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 15. Sep­tem­ber 2010 – 8 C 21.09

  1. BVerwG, Urteil vom 20.04.1994 – 11 C 2.93, BVerw­GE 95, 321 = Buch­holz 436.36 § 18 BAföG Nr. 13[]