Die feh­ler­haft zuge­las­se­ne Beru­fung

Mit der gel­tend gemach­ten feh­ler­haf­ten Zulas­sung der Beru­fung nach § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO kann ein Ver­fah­rens­man­gel im Sin­ne des § 132 Abs. 2 Nr. 3 VwGO nicht begrün­det wer­den [1].

Die feh­ler­haft zuge­las­se­ne Beru­fung

Das Beru­fungs­ge­richt ist an die Zulas­sung der Beru­fung auch dann gebun­den, wenn sie zu Unrecht aus­ge­spro­chen wor­den ist [2].

Dem­entspre­chend ist die Zulas­sungs­ent­schei­dung auch in einem Revi­si­ons­ver­fah­ren nicht zu über­prü­fen (vgl. § 173 Satz 1 VwGO i.V.m. § 557 Abs. 2 ZPO, § 152 Abs. 1 VwGO; BVerwG, Beschlüs­se vom 23.04.1998 – 4 B 40.98, Buch­holz 406.11 § 9 Bau­GB Nr. 87 S. 44; vom 27.10.1999 – 9 B 386.99 6; und vom 11.05.2009 – 3 B 17.09 4).

Abge­se­hen davon beruht das hier ange­grif­fe­ne Urteil nicht auf dem Zulas­sungs­grund des § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; denn das Beru­fungs­ge­richt prüft den Rechts­streit inner­halb des gestell­ten Antrags ohne Bin­dung an den Zulas­sungs­grund (§ 128 VwGO; BVerwG, Urteil vom 07.02.1997 – 9 C 11.96, Buch­holz 310 § 129 VwGO Nr. 6 S. 3, 4; Beschluss vom 16.09.2003- 9 B 27.03 9). Die Vor­schrift des § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO unter­liegt auch kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken [3].

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Bes­schluss vom 16. Febru­ar 2016 – 3 B 68.2014 -

  1. BVerwG, Beschlüs­se vom 12.12 1997- 9 B 1141.97 6; und vom 30.01.2004 – 1 B 9.04, Buch­holz 310 § 132 Abs. 2 Ziff. 3 VwGO Nr. 32[]
  2. BVerwG, Urteil vom 13.07.1999- 1 C 15.98, Buch­holz 310 § 124a VwGO Nr. 9 S. 4; Beschluss vom 12.01.2009 – 5 B 48.08 3[]
  3. vgl. zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des § 124 Abs. 2 VwGO: BVerfG, Kam­mer­be­schluss vom 23.06.2000 – 1 BvR 830/​00, NVwZ 2000, 1163, 1164[]