Die Gebühr für die Wäsche­kenn­zeich­nung im Pfle­ge­heim

Nach dem Rah­men­ver­trag über die voll­sta­tio­nä­re pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung für das Land Hes­sen ist die Kenn­zeich­nung von Wäsche­stü­cken Teil der Regel­leis­tung Wäsche­ver­sor­gung und des­halb mit dem Regel­satz abge­gol­ten. Es ist nicht zuläs­sig, einen Zusatz­bei­trag für die Wäsche­kenn­zeich­nung zu erhe­ben.

Die Gebühr für die Wäsche­kenn­zeich­nung im Pfle­ge­heim

Mit die­ser Begrün­dung hat der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge des Frank­fur­ter Ver­bands für Alten- und Behin­der­ten­hil­fe e. V. abge­wie­sen, der sich mit der Kla­ge gegen eine Wei­sung der Heim­auf­sichts­be­hör­de gewehrt hat, nach der die Kenn­zeich­nung von Wäsche­stü­cken als Regel­leis­tung anzu­bie­ten ist. Der Frank­fur­ter Ver­band für Alten- und Behin­der­ten­hil­fe e. V., der u. a. in Frank­furt am Main ein Pfle­ge­heim mit voll­sta­tio­nä­ren Pfle­ge­leis­tun­gen betreibt, erhebt von den Heim­be­woh­nern bei Ein­zug in die Pfle­ge­ein­rich­tung einen ein­ma­li­gen Betrag in Höhe von 50,– € als Zusatz­leis­tung für die Kenn­zeich­nung von Wäsche­stü­cken. Die­se Pra­xis wur­de im Okto­ber 2010 von der Heim­auf­sichts­be­hör­de (Hes­si­sches Amt für Ver­sor­gung und Sozia­les Frank­furt) bean­stan­det. Der Trä­ger der Pfle­ge­ein­rich­tung wur­de ange­wie­sen, für sämt­li­che pfle­ge­be­dürf­ti­gen Heim­be­woh­ner, die im Pfle­ge­heim in Frank­furt am Main bzw. in einem ande­ren Heim des Trä­gers woh­nen, die Kenn­zeich­nung von Wäsche­stü­cken als Regel­leis­tung anzu­bie­ten und sei­ne ver­trag­li­chen Bestim­mun­gen ent­spre­chend anzu­pas­sen. Nach­dem die dage­gen erho­be­ne Kla­ge in ers­ter Instanz kei­nen Erfolg hat­te, hat der Klä­ger sein Ziel vor dem Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof wei­ter ver­folgt.

Nach Auf­fas­sung des Hes­si­chen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs sei nach dem Rah­men­ver­trag über die voll­sta­tio­nä­re pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung für das Land Hes­sen die Kenn­zeich­nung von Wäsche­stü­cken Teil der Regel­leis­tung Wäsche­ver­sor­gung und des­halb mit dem Regel­satz abge­gol­ten. Die Erhe­bung eines Zusatz­bei­tra­ges für die Wäsche­kenn­zeich­nung bei Ein­zug in ein Pfle­ge­heim sei des­halb recht­lich nicht zuläs­sig. Wie jeder Betrei­ber einer gewerb­li­chen Wäsche­rei oder Rei­ni­gung habe auch der Trä­ger von Pfle­ge­hei­men durch hei­min­ter­ne Orga­ni­sa­ti­ons­maß­nah­men sicher­zu­stel­len, dass Wäsche­stü­cke nach der Rei­ni­gung jedem Heim­be­woh­ner wie­der zuge­ord­net bzw. zuge­führt wer­den kön­nen. Auch die­se Orga­ni­sa­ti­on zur Wäschei­den­ti­fi­zie­rung sei mit dem Regel­satz abge­gol­ten.

Hes­si­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 8. August 2013 – 10 A 902/​13