Die Grund­schul­rek­to­rin ohne Maske

Die Schul­lei­te­rin einer Grund­schu­le in Vier­sen durf­te sus­pen­diert wer­den, weil sie ver­pflich­ten­de Coro­na-Schutz­maß­nah­men an der Schu­le nicht beach­tet hat.

Die Grund­schul­rek­to­rin ohne Maske

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter hat jetzt einen ent­spre­chen­den Eil­be­schluss des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf1 bestätigt:

Das Ver­wal­tungs­ge­richt ist zutref­fend davon aus­ge­gan­gen, dass zwin­gen­de dienst­li­che Grün­de das Ver­bot der Füh­rung der Dienst­ge­schäf­te recht­fer­ti­gen. Die Grund­schul­lei­te­rin hat wie­der­holt gegen die unmit­tel­bar aus der Coro­na-Betreu­ungs­ver­ord­nung fol­gen­de Ver­pflich­tung ver­sto­ßen, in der Schu­le eine Mas­ke zu tra­gen. Von die­ser Pflicht ist sie nicht aus medi­zi­ni­schen Grün­den befreit, weil die von ihr vor­ge­leg­ten ärzt­li­chen Attes­te sämt­lich nicht die an einen der­ar­ti­gen Nach­weis zu stel­len­den Min­dest­an­for­de­run­gen erfül­len. Durch ihre Wei­ge­rung, in der Schu­le eine medi­zi­ni­sche Mas­ke zu tra­gen, hat sie sich zugleich bewusst über eine aus­drück­li­che Wei­sung ihres Dienst­herrn hin­weg­ge­setzt. Die Grund­schul­lei­te­rin hat zudem Mit­te April 2021 ihre Pflicht als Schul­lei­te­rin ver­letzt, wöchent­lich zwei Coro­na-Selbst­tes­tun­gen der Schü­le­rin­nen und Schü­ler an der Schu­le durch­zu­füh­ren. Fer­ner bestehen Anhalts­punk­te dafür, dass ihr wei­te­re Pflicht­ver­stö­ße im Zusam­men­hang mit der Ein­hal­tung von Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men an der Schu­le vor­zu­wer­fen sind, wie etwa das unzu­rei­chen­de Lüf­ten des Klas­sen­raums wäh­rend des Unter­richts und die Durch­füh­rung dienst­li­cher Bespre­chun­gen ohne Ein­hal­tung des Min­dest­ab­stands. Dem Ein­wand der Grund­schul­lei­te­rin, die Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen zur Mas­ken­pflicht und zur Durch­füh­rung von Selbst­tests an Schu­len sowie die ihr dazu erteil­ten Wei­sun­gen sei­en rechts­wid­rig, ist der Senat nicht gefolgt. In der Recht­spre­chung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts ist hin­rei­chend geklärt, dass gegen die Mas­ken­pflicht sowie die Durch­füh­rung von Selbst­tests auf das Coro­na­vi­rus an Schu­len kei­ne durch­grei­fen­den recht­li­chen Beden­ken bestehen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat vor die­sem Hin­ter­grund zu Recht ange­nom­men, dass eine ord­nungs­ge­mä­ße Dienst­aus­übung von der Grund­schul­lei­te­rin nicht zu erwar­ten ist. Ange­sichts der nach wie vor vor­han­de­nen Unein­sich­tig­keit der Antrag-stel­le­rin ist weder jetzt noch in Zukunft davon aus­zu­ge­hen, dass sie gesetz­li­chen Rege­lun­gen und dienst­li­chen Anwei­sun­gen, die sie sub­jek­tiv für rechts­wid­rig oder unzweck­mä­ßig erach­tet, Fol­ge leis­ten wird. Dies gilt ins­be­son­de­re im Hin­blick auf Maß­nah­men zur Ein­däm­mung des Infek­ti­ons­ge­sche­hens an (Grund-)Schulen, das der­zeit auf­grund des noch feh­len­den Impf­stoffs für Kin­der unter 12 Jah­ren sowie des ver­hal­te­nen Impf­fort­schritts in der Alters­klas­se der 12- bis 16jährigen beson­ders dyna­misch ist.

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Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein ‑West­fa­len, Beschluss vom 6. Sep­tem­ber 2021 -

  1. VG Düs­sel­dorf – 2 L 1053/​21[]

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