Die Impf­kos­ten für das Kin­der­gar­ten­per­so­nal

Eine Kir­chen­ge­mein­de hat nur Anspruch auf die Erstat­tung von Per­so­nal­kos­ten eines Kin­der­gar­tens. Hier­zu gehö­ren Kos­ten für nach der Bio­stoff­ver­ord­nung und der Ver­ord­nung zur arbeits­me­di­zi­ni­schen Vor­sor­ge vor­ge­se­he­ne Unter­su­chun­gen und Imp­fun­gen nicht. Bei die­sen Kos­ten han­delt es sich um Sach­kos­ten, die nicht von dem Trä­ger des Jugend­am­tes zu erstat­ten sind.

Die Impf­kos­ten für das Kin­der­gar­ten­per­so­nal

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge der katho­li­schen Kir­chen­ge­mein­de St. Mar­tin Bad Ems auf Kos­ten­er­stat­tung abge­wie­sen. Die Gemein­de bean­trag­te beim Rhein-Lahn-Kreis als Trä­ger des Jugend­am­tes die Erstat­tung von Per­so­nal­kos­ten nach dem rhein­land-pfäl­zi­schen Kin­der­ta­ges­stät­ten­ge­setz (KitaG). Unter ande­rem bat sie um die Über­nah­me von Kos­ten für ärzt­li­che Pflicht­un­ter­su­chun­gen und Imp­fun­gen für die Jah­re 2007 bis 2009 in Höhe von 1.913,71 €, die für das im Kin­der­gar­ten beschäf­tig­te Per­so­nal ange­fal­len waren. Dies lehn­te der Land­kreis ab. Hier­mit war die Kir­chen­ge­mein­de nicht ein­ver­stan­den und erhob nach erfolg­lo­sem Wider­spruchs­ver­fah­ren Kla­ge.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz ste­he der Kir­chen­ge­mein­de der gel­tend gemach­te Anspruch nicht zu. Die Kir­chen­ge­mein­de habe nur Anspruch auf die Erstat­tung von Per­so­nal­kos­ten. Zu die­sen Kos­ten gehör­ten nach der gesetz­li­chen Sys­te­ma­tik ledig­lich die ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen des Trä­gers der Ein­rich­tun­gen für Ver­gü­tun­gen, Unter­halts­bei­hil­fen und Son­der­leis­tun­gen, die auf der Grund­la­ge tarif­ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen zu leis­ten sei­en. Hier­zu gehör­ten Kos­ten für nach der Bio­stoff­ver­ord­nung und der Ver­ord­nung zur arbeits­me­di­zi­ni­schen Vor­sor­ge vor­ge­se­he­ne Unter­su­chun­gen und Imp­fun­gen nicht. Die­se Maß­nah­men wür­den weder durch ein Ver­hal­ten der im Kita-Bereich Beschäf­tig­ten aus­ge­löst noch hät­ten sie finan­zi­el­le Vor­tei­le für die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter zur Fol­ge. Von daher han­de­le es sich bei die­sen Kos­ten um Sach­kos­ten, die nicht von dem Trä­ger des Jugend­am­tes zu erstat­ten sei­en.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 6. März 2013 – 5 K 929/​12.KO