Die Kla­ge gegen den Bür­ger­ent­scheid zur Gemein­de­fu­si­on

Eine Kla­ge auf Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit eines Bür­ger­ent­scheids ist unzu­läs­sig, wenn der Klä­ger weder als Bür­ger noch als Mit­glied des Gemein­de­rats durch den Bür­ger­ent­scheid in eige­nen Rech­ten ver­letzt wor­den ist.

Die Kla­ge gegen den Bür­ger­ent­scheid zur Gemein­de­fu­si­on

So das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Bür­gers und Rats­mit­glieds der Gemein­de Lim­bur­ger­hof, der gegen die Abwei­sung sei­ner Kla­ge auf Fest­stel­lung, dass der Bür­ger­ent­scheid in Lim­bur­ger­hof über eine Gemein­de­fu­si­on unwirk­sam gewe­sen sei, die Zulas­sung der Beru­fung begehrt hat. Der Klä­ger hält den Bür­ger­ent­scheid in Lim­bur­ger­hof vom 26. August 2012 über eine Gemein­de­fu­si­on im Rah­men der gegen­wär­ti­gen Kom­mu­nal- und Ver­wal­tungs­re­form für unwirk­sam, weil der Bür­ger­meis­ter der Gemein­de mit­tels fal­scher und grob wahr­heits­wid­ri­ger Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen im unmit­tel­ba­ren Vor­feld des Bür­ger­ent­scheids das Abstim­mungs­ver­hal­ten in rechts­wid­ri­ger Wei­se beein­flusst habe. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt wies die Kla­ge als unzu­läs­sig ab [1]. Dar­auf­hin hat der Klä­ger bean­tragt, die Beru­fung gegen die­ses Urteil zuzu­las­sen.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz Ist die­ser Antrag abzu­leh­nen: Die Kla­ge auf Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit des Bür­ger­ent­scheids über eine Gemein­de­fu­si­on sei unzu­läs­sig, weil der Klä­ger weder als Bür­ger noch als Mit­glied des Gemein­de­rats durch den Bür­ger­ent­scheid in eige­nen Rech­ten ver­letzt wor­den sei. Es bestün­den kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass in sei­ne Mit­wir­kungs­rech­te oder sons­ti­gen Rech­te als Bür­ger oder in sei­ne Rech­te als Rats­mit­glied ein­ge­grif­fen wor­den sei. Ohne einen Ein­griff in eige­ne Rech­te kön­ne er die Recht­mä­ßig­keit eines Bür­ger­ent­scheids nicht gericht­lich über­prü­fen las­sen. Des­halb habe er auch kein schüt­zens­wer­tes Inter­es­se an einer gericht­li­chen Ent­schei­dung der Fra­ge, ob der Bür­ger­meis­ter durch Stel­lung­nah­men im Vor­feld des Bür­ger­ent­scheids das Abstim­mungs­er­geb­nis rechts­wid­rig beein­flusst habe.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 4. Sep­tem­ber 2013 – 10 A 10525/​13.OVG

  1. VG Neu­stadt, Urteil vom 25.03.2013 – 3 K 857/​12.NW[]